Satireprojekt ÖFB
USD Palmese
Im Jahre 1914 beschlossen einige fussballbegeisterte Männer, in Palma
Campania einen Verein zu gründen. Der Ort hat mit seinen rund 14.500 Einwohnern
eine lange Geschichte, von der auch die aus dem 9. Jahrhundert stammende Kirche
von San Martino Zeugnis ablegt. Der Verein hat eine lange wechselvolle
Geschichte. Im Wappen steht demzufolge auch zurecht das Wahrzeichen der Stadt,
das Schloß Palma Campania als dessen Symbol. Die Gründung des Vereines war auch
so ein Kraftakt: Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde bereits in der Gegend von
Palma Campania Fussball gespielt. Es handelt sich dabei um wilde Vereine, die
aus der Umgebung stammen und Nachbarschaftsspiele veranstalteten. Um 1910
raffte man sich auf, einen Verein zu gründen, der auch an der nationalen
Meisterschaft mitspielen sollte. Da sich die Verantwortlichen allerdings nicht
einigen konnten blieb es vorerst bei diesem Versuch. 1914 gab es den nächsten
Anlauf und diesmal klappte es. Der ASC Palmese erblickte das Licht der Welt.
Trotzdem wurden vor allem Freundschaftsspiele ausgetragen, da die großen
Vereine, die in der ersten Liga spielten allesamt im Norden waren und dazu die
Beeinträchtigungen durch den Kriegseintritt Italiens 1915 noch größer wurden.
So dauerte es bis 1924, ehe Palmese in die regionale Meisterschaft eintreten
konnte. Im Jahre 1929 gab es dann sogar Spiele gegen Milan, die damals in
Napoli antraten. Als US Palmese wurden sie in die dritte Klasse Campania
eingereiht, wo sie bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges spielten.
Es war der 6. Mai 1926 als in einer kleinen Stadt im
Banat ein Verein gegründet wurde: CSM Resita. Spieler und Funktionäre zweier
Stadtvereine, nämlich Clubul Sportiv und Societatea Sportivă Muncitorească
entschlossen sich, sich zusammenzutun und einen größeren Verein zu gründen,
eben CSM Resita. Die „Rotschwarzen aus dem Banat“ waren auf der Fussballbühne
erschienen. Und wie auch noch: bereits fünf Jahre nach ihrer Gründung gewann
der Verein die rumänische Meisterschaft. Zunächst schlugen sie im Staffelfinale
(West) den Societatea Gimnastika Sibiu und im Endspiel dann den großen
Favoriten Venus Bukarest. Zwischen 1919 und 1940 gewannen die Bukarester
insgesamt 7 Meisterschaften. Nur eben nicht 1931.
Es sollte aber seine einzige bleiben. Der
Verein aus einem Industriestädtchen konnte in den Folgejahren und nach dem
Zweiten Weltkrieg nicht mehr ganz an die Erfolge der Zwischenkriegszeit (auch
Rumänien nahm 1916 bis 1918 am Ersten Weltkrieg teil und bekam dafür einen
großen Teil des Königreiches Ungarn zugesprochen) anknüpfen. Das war einerseits
dem Verbot von professionellen Fussballvereinen geschuldet andererseits daran,
dass das neue kommunistische Regime daran ging, die vielen Vereine
zwangszufusionieren oder aufzulösen. So musste sich die CSM nach dem Krieg mit
einem kleinen Verein namens Lokomotiva fusionieren und spielte eine Zeit lang
unter dem Titel Otelul (Stahl) Resita. Anfang 1950 wurde der Name in Metalul
Resita geändert.
Unter diesem Namen gewann der Underdog aus
dem Banat überraschenderweise den rumänischen Cup im Jahre 1954 gegen den
großen Favoriten Dinamo Bukarest. Erstaunlich daran war, dass es das erste Mal
in der rumänischen Fussballgeschichte war, dass ein Verein aus der Diviza B,
also der zweiten Liga diese Trophäe errang. Nicht unbedingt zur Freude der
kommunistischen Bonzen, von denen jeder seine Finger in dem einen oder anderen
großen Verein stecken hatte.
Das wirkte sich in der Folgezeit auch
negativ auf und Resita pendelte zwischen zweiter und dritter Liga herum. Eine Fahrstuhlmannschaft
wie man so schön sagte. Nach dem Fall des Kommunismus, der in Rumänien blutig
verlief und in der Hinrichtung des Diktators in Targoviste gipfelte geriet der
Verein in finanzielle Schieflage. Deswegen wurde er unter dem Namen CSM Resita
2005 zum Farmteam von Universitatea Craiova.
Die freigewordene Lizenz wurde um 80.000
Euro an den kleinen Verein Tricotaje Ineu (lustigerweise gibt es jetzt wieder
einen Verein dieses Namens) verkauft, der sich dann in FCM Resita umbenannte.
Gefördert von der Kommune und Geschäftsleuten sowie der ortsansässigen
Universität spielt er jetzt unter dem Namen CSM Scolar Resita. Das Scolar
verlor der Verein irgendwann mal auf seiner Reise durch die unteren Ligen. Die
Spielstätte ist nach wie vor das 1920 eröffnete Stadion Mircea Chivu mit seiner
aussergewöhnlichen Gegentribüne. 12.500 Zuschauer passen aktuell dort rein.
Dieser Beitrag führt uns nach Marokko, jenem Land, in dem der letzte
Afrika-Cup ausgetragen wurde bei dem der Gastgeber gegen Senegal im Finale
unterlag. Dieses Finale wird wohl noch lange in der Erinnerung der Leute sein,
sei es durch den Abgang der Gäste samt Randalen der Fans nach einem
umstrittenen Elfmeterpfiff – der Elfer wurde dann aber sowas von versemmelt –
oder die lustige Jagd der marokkanischen Ersatzspieler nach dem Handtuch des
senegalesischen Keepers. Marokko.
Mohammedia liegt an der Atlantikküste in der Provinz Casablanca (Ich schau
dir in die Augen Kleines) und hat rund 200.000 Einwohner. Einige dieser
Bewohner gründeten 1948 einen Fussballverein, den sie Chabab Mohammedia
nannten. Die Klubfarben wurden Rot und Schwarz. Der (heutige) SCC hatte seine
beste Zeit in den 70ern und 80er Jahren, gewann 1980 die marokkanische
Meisterschaft und zuvor 1972 und 1975 den marokkanischen Cup. Dazu kommen noch
zwei Supercupsiege nämlich 1975 und 1980. 1973 gewannen sie den nordafrikanischen
Cup der Cupsieger wie man hierzulande so schön sagt.
Diese großen Zeiten sind jedoch vorbei, jetzt spielen sie aktuell in der
zweiten marokkanischen Liga.
Vor Gründung des Vereines gab es im damals französisch besetzten Marokko in
Mohammediya einen Vorgängerverein, nämlich den Fedala Sport Verein. Er löste
sich 1956 allerdings auf, nachdem die Franzosen Marokko verlassen hatten. Oder
mussten, das kommt immer auf die Betrachtungsweise an.
Der Pecsi MSC (wie der heutige Name ist) wurde 1950 als „Pecsi Dosza“, benannt nach dem ungarischen Bauernführer mit den Klubfarben violett und weiß gegründet. Bis 1973 hatten sie diesen Namen, ehe am 16. Februar 1973 durch eine Fusion von fünf Pecser Vereine der „Pecsi Munkas FC“ oder kurz PMFC mit den Klubfarben rot und schwarz entstand. Einer dieser Vorgängervereine war „Pecsi Banyas“, der 1922 gegründet wurde. Dieser Bergwerkverein konnte in seiner ganzen Zeit allerdings nur wenige Erfolge feiern. Ein weiterer war „Pecsi Epitök“ der Verein der Handwerker, daneben noch „Pecsi Helyiipari SK“, der Verein der kleinen Industriebetriebe und schließlich noch „Peci Ercbanyasz SC“, der Verein der Uranerzarbeiter.
Gespielt wird im Ujmecsekalja Stadion mit einer Kapazität von 7.000 Zusehern. Übersetzen kann man das Stadion in etwa mit „Stadion am Neuen Schüsselgrund“. Eine ältere Fangruppe gab sich diesen Namen, sie lösten sich aber nach dem Verlust des Transparentes vor einigen Jahren auf. Im Volksmund wird der Verein – trotz vieler Umbenennungen – immer als Pecsi Munkas, also Arbeiterverein Pecs genannt.
Es ist ja wieder Winterpause, nur durch ein paar Testspiele unterbrochen und so habe ich mich wieder ein bisserl umgesehen, ob es irgendwelche rotschwarze Vereine auf diesem Planeten gibt, die ich ein wenig vorstellen kann. Hab ja sonst nichts zu tun. Los gehts mit:
Der Unione Sportif Medina d´Alger wurde am 5. Juli 1937 gegründet und trägt seine Heimspiele im 17.000 Zuschauer fassenden Stadion Omar-Hammadi. Die Mannschaft gewann je 8 Mal die Meisterschaft (zuletzt 2006) und den algerischen Fussballcup (zuletzt 2025). Zweimal gewann er den Supercup, 2023 konnte er auch den CAF Confederation Cup (den afrikanischen Meistercup) gweinnen. USMA war auch der erste Meister der 1963 gegründeten Liga. Seine Anhängerschaft rekrutiert sich vor allem aus den Bewohnern der Souks in der Altstadt von Algier.
Größter Rivale ist MC Alger.
Dieses Derby ist auch das meistgespielte Stadtderby Algeriens. In insgesamt 119 Begegnungen konnte USMA 32 mal gewinnen, 46 mal gewann MC Alger und 41 Partien gingen unentschieden aus. 101 Partien wurden seit Gründung der Liga im Jahre 1963 gespielt, dazu kommen seit 1940 insgesamt 15 Spiele dazu, die restlichen vier verteilten sich gleichmässig auf Ligacup und Supercup.
Funfact: Seit 1963 wechselten 30 Spieler zwischen beiden Vereinen.
Erfolgreicher war USM Alger im zweiten großen Derby gegen CR Belouzidad, dem Verein der Eliten in Algier. In 104 Partien gewann USMA insgesamt 39 mal, 30 Partien gingen unentschieden aus, in 35 Partien blieb CR Belouzidad Sieger. Das erste Derby im offiziellen Bewerb fand am 22. Dezember 1963 statt. Schon davor, am 30. September 1962 gab es ein Freundschaftsspiel zwischen USM Alger und dem damals neu gegründeten CR Belouzidad, welches aber in der Statistik nicht gezählt wird. Es ging 5-1 für USMA aus.
Die Vereinsfarben sind Schwarzrot.