Ich habe immer wieder Diskussionen betreffs E-Autos und so. Und da habe ich doch glatt einige Artikel und Werbeeinschaltungen aus den Jahren 1897, 1901 und 1902 gefunden, in dem es um den Verkauf von E-Autos geht. In Wien gab es sogar einen Hersteller von E-Autos. Schön waren sie nicht aber die Reichweite von bis zu 100 Kilometern schon beeindruckend. Hundertvierundzwanzig Jahre später simma im Durchschnitt bei 300. Die damaligen Benziner kamen noch nicht einmal auf diese Reichweite, da sie rund 15 Liter pro hundert Kilometer brauchten und es kein Tankstellennetz gab. Da kaufte man Benzin in der Apotheke. Ich stelle jetzt mal die Frage, was passiert wäre, hätten sich damals nicht einige alte Deppen entschlossen, Krieg zu spielen. Also nicht nur bei der E-Mobilität sondern auch bei der politischen Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und die damit verbundene geopolitische Situation von heute. Und überlegen wir weiter: als die ersten Benziner auf den Markt kamen gab es quasi nirgends frei verfügbaren Treibstoff in ausreichenden Mengen sprich es war damals vermutlich mühsamer, Benzin als Strom zu bekommen, da die Elektrifizierung damals schon weiter war als die Produktion von Benzin. Den benötigte man damals nur in der Medizin in größeren Mengen. Das erste Serienauto, der Benz Velo schaffte grad mal 20 Km/h. Auch da war das E-Auto vorne. Trotzdem hat sich der Verbrennungsmotor gegenüber dem E-Motor durchgesetzt obwohl das schwächere Produkt. Vielleicht ein Denkanstoß.
Samstag, 11. Juli 2026
Elektromobilität
Mittwoch, 8. Juli 2026
SC Transvaal
In den sozialen Netzwerken findet
man einiges von einem Verein namens SC Transvaal. Die in den Vereinsfarben
Rotschwarz spielenden Kicker sollen erstmalig 1904 unter diesem Namen in
Erscheinung getreten sein, sich wieder aufgelöst und 1911 neu gegründet haben.
Gespielt haben sie am „Ottakringer Platz“ in der (heutigen) Kendlerstraße 42.
Fussballfans kennen ihn als Helfortplatz. Die Blauweissen haben ihn 1921
übernommen. Was für mich spannend ist, ist die Tatsache, dass im Tagblatt vom 19.6.1901
ein Radfahrverein namens „Transvaal“ aufscheint. Aufgrund der Tatsache, dass es
nicht allzuviele Vereine mit diesem Namen gegeben hat, könnte es sein, das sich
aus diesem Radlerverein eine Fussballmannschaft entwickelt hat. Eben der erste
SV Transvaal. Wissen tu ich es natürlich nicht. Falls ich da über mehr
Informationen stolpere, wird sie hier eingepflegt. Das älteste Mannschaftsfoto
von Transvaal, welches ich habe ist aus dem Jahr 1912. Den Verein gab es bis 1979.
Analoges Internet aus aller Welt
Was machen Russen, wenn ihnen fad
ist? Sie plündern Schnapsläden und Magazine. Dieser Gesellschaftssport findet
seit 1905 im russischen Reich statt.
Besoffene waren auch in
Österreich nicht unbekannt. Stellts Euch vor, ihr sitzt im Spitalspark, spielts
mit die Zecherl und plötzlich kommt ein anderer, angsoffener Patient und nusst
Euch eine. Im (alten) AKH war das offenbar öfters der Fall.
In Wien war es Usus, bei Rauben
die Namen der Beraubten in der Zeitung zu veröffentlichen. Muss voll a geile
Gschicht sein, wenn ganz Wien weiß, dass du zu deppert warst, auf dein Graffl
aufzupassen. Dafür ham die Polizisten nur Nummern gehabt. Fast wie die Stormtrooper
in Star Wars.
Wo wohnt ein „Kenner“? Natürlich
in der Kennergasse. Nein war nur Spaß. Ich würde trotzdem gerne wissen, wer von
den beiden Maxerln der Kenner und wer hungrig ist.
Drei blade Pfaffen – hervorragend
getroffen.
Montag, 6. Juli 2026
Vereine und Histörchen
Auch beim Fussball gab es 1901 einige interessante Dinge: So wurde ein
Fussballspiel zwischen dem FC Britannia Wien und einer Admira beschrieben.
Diese Admira hat mit dem späteren 1. Großjedlersdorfer Fussballclub Admira
(heute Teil von Admira Wacker) nicht direkt etwas zu tun, er kann aber als
geistiger Vorläufer angesehen werden. 1897 gründeten Studenten den SK Sturm,
welcher allerdings nicht lange hielt. Fast zeitgleich brachte ein
Amerikareisender die Idee auf, einen Verein namens Admira zu gründen, da er mit
einem Schiff namens „Admira“ den Atlantik überquert hatte. So gab es 1897 zwei
Jedlersdorfer Vereine, die schon bald unter dem Namen „Admira“ fusionierten.
Etwa um 1904 löste sich dieser Verein auf und als sich der Sportclub „Vindobona“
(ein Großer der Urzeit des Fussballs) und die „Burschenschaft Einigkeit“ zusammenschlossen
übernahmen sie den Namen Admira (lat. für „die Bewunderte“).
Ebenfalls interessant war die
Bekanntgabe des Athletik Klubs Sparta von 1883, eine Fussballriege
aufzustellen. Sie spielte im 20. Bezirk und war eine der ersten „Spartas“ des
fussballerischen Wiens. Auch in Favoriten gab es eine Sparta um das mal so zu
sagen, Klubfarben waren Rot und Schwarz.
Ebenfalls im Jahre 1901 hat sich
eine „Sportvereinigung Prater“ konstituiert. Ob die mit dem Prater SV irgendetwas
zu tun hat ist zweifelhaft.
Und dann bin ich noch über eine
Artikel aus Graz gestolpert, wo der Akademische Sport Verein Graz für die
Schülerwettspielkonkurrenz einen silbernen Pokal gespendet hat.
Interessantes aus ganz alter Fussballzeit
Bereits im Jahre 1900 regten sich die Fussballfans, damals noch Zuschauer
genannt, über die hohen Eintrittspreise bei Wettspielen auf. Vor allem auf der
Praterbahn, dem Platz des WAC dürfte es da einigen unter dem Pudel gejuckt
haben, als sie die Eintrittspreise festgelegt hatten.
Eine interessante Statistik über die aktiven Fussballspieler im Jahre 1900
habe ich auch noch gefunden. Ob sie stimmt – Tja. Keine Ahnung.
Die Wiener Blätter berichteten über den Plan, in Budapest ein Fussballspiel
unter Flutlicht auszutragen. Ich habe keine Ahnung, ob das wirklich passiert
ist, aber wenn ist das mit Sicherheit erste Flutlichtspiel am europäischen
Kontinent gewesen. Vermutlich war es aber nur eine Zeitungsente.
Fussballvereine ANNO 1900
Im Herbst 1900 veröffentlichte das Tagblatt eine Aufstellung von Vereinen,
die in Wien dem Fussballsport frönten. Hier die Liste:
Wiener Athletik Club, Cricket and Football Club, First Vienna FC, Währinger
Bicycle Club, Sportclub Training, Wiener FC 1898, Wiener Fussball und Athletik
Klub 1900, RC Velocitas, Regatta, Döblinger Sportverein, Wiener
Jugendsportverein, The Ramblers, International, Rennweger SC, Sport Club Rapid,
WFAC Vorwärts , Sportclub Union, Rasenclub Training, Olympia, AC Victoria,
Wiener Taubstummen FC, WFC Südmark, Sportclub Graphia, Rossauer Sportclub,
Gehsportklub Austria, Rasenspieler Austria,
FC Wieden, SC Germania, Sportclub Hellas, Grasshoppers, Währinger Sportclub,
Sportclub Britannia, Sparta, Spielvereinigung Fortuna, Sportclub Sport, Helios,
Simmeringer Sport Club, Record, Sturm, Währing, Veteranenmannschaft des Mr.
Lowe, Verein jugendlicher Arbeiter, Dornbacher FC
Nicht in der
Liste:
West-Wien,
Sportsektion der Ortsgruppe Ottakring des Vereins jugendlicher Arbeiter,
Spielvereinigung Nestor, Jugendhort, Hietzinger Sportclub, Erdberger Sportclub,
Sonntag, 5. Juli 2026
Dem Gekko zuliebe......
......aber nur 1 Mal. Den Rest soll sich jeder selber nachrecherchieren.
Jener mysteriöse FC Ostmark ist mittlerweile ein wenig aus dem Schatten
getreten. Das erste Spiel, welches das Tagblatt vermerkte, war am 23. März
1901, und zwar gegen den Erdberger SV. Zu diesem Zeitpunkt war der Verein
offenbar gegründet, den offiziellen Vereinsstatus erhielten sie laut Zeitung am
15. Mai 1901 von der K.u.K. Statthalterei. Die konstituierende Sitzung fand
dann am 8. Juni 1901 im Gasthaus Johann Lux statt. Obmann wurde Otto Babesch,
sein Stellvertreter war Fritz Täubele, die beiden Schriftführer Emanuel Heinzmann
und Wilhelm Hain. Kassier wurde Herr Leopold Buresch. Der Spielführer
(Capitain) war Peter Scheibenpflug, sein Stellvertreter und Zeugwart Ludwig
Rupp. Der Verein war in Simmering beheimatet, auch wenn die Vereinsanschrift XVII,
Lacknergasse 48 lautete. Vereinsfarben konnte ich keine eruieren, vermute aber schwarzweiß.
Mit dem 1910 gegründeten SC Ostmark dürften sie in keinem Zusammenhang stehen,
da dieser aus dem 20. Bezirk stammte.
Fradi und BTC
Im Mai 1901 dürfte Fradi einige Male eine auf die Batterie bekommen haben. In der Meisterschaft gingen sie gegen den späteren ersten ungarischen Meister BTC (Budapesti Torna Club 1885, Fussballsektion 1926 eingestellt und in den 1990ern wieder reaktiviert) mit 0-8 unter:
Humoristisches und Chronistisches
Felix Schmal war einer der
Pioniere des Fussballs und seiner Chroniken. Mitbegründer des Fussballclubs „Training
1896“ widmete er sich auch den Aufzeichnungen von Fussballergebnissen und
Mannschaften der sogenannten Fussballurzeit. Er war aber auch humoristisch
aktiv und verfasste im Mai 1901 einen kleinen Artikel, wo er aus dem Jahre 2000
die Fussballereignisse 1901 betrachtete. Ziemlich amüsant.
Ein durchaus interessantes Spiel fand im Frühjahr 1901 statt: Die Vienna
empfing den Akademischen Sport Club Graz auf der Hohen Warte:
Samstag, 4. Juli 2026
Österreich gegen Ungarn
Am 25. März 1901 gewann der "Vienna Cricket and Football Club" gegen Ferencvaros Budapest mit 9-0. Der WAC siegte gegen Müegyetemi Budapest mit 6-0. Danke, Bitte!
Fussballverwirrungen und komische Vereine
Die Wiener Zeitungen berichteten
im Jahre 1901 von der Generalversammlung des 1. Münchner Fussball Vereins 1896.
Weiß zwar nicht, wen das Interessieren soll aber die Blätter müssen schließlich
befüllt werden. Überhaupt ist der Verein lustig, weil er erst 1899 gegründet
wurde, berief sich aber auf die Nachfolge von „Terra Pila“, dem vermutlich
tatsächlich ersten Münchner Fussballverein. Er war einer von 86 Vereinen, die
den DFB gegründet haben stellte den Fussballbetrieb aber schon 1910 wieder ein.
1. Münchner
FC 1896 – Wikipedia
Die Slavia aus Prag, einer der
Teilnehmer des Challenge Cups und Endspielgegner des WAC (der den Cup gewann)
veröffentlichte auch seinen Spielkalender.
Ein für mich etwas verwirrender
Artikel stand 1901 im Tagblatt: Dort wurde ein Spielbericht zwischen dem WAC
und einem „Grazer Akademischen Sport Klub“ beschrieben, den die Wiener gewannen. Dabei könnte es sich um den (geistigen) Vorläufer des GAK handeln.
Es gab in Wien offenbar eine
Handelsschule mit Namen „Allina“. Sie war in der Himmelpfortgasse ansässig und
Teil des Himmelpfortklosters. Diese hatten eine Fussballmannschaft, die sich im
März 1901 mit der „Olympia“ vereinigte.
Handelsschule
Allina – Wien Geschichte Wiki
Und dann gabs noch einen (für
mich mysteriösen) Fussballverein, auf den mich ein Freund aufmerksam gemacht
hat: FC Ostmark. Laut Internet 1902 gegründet habe ich einen Zeitungssplitter
vom 23.3.1901 gefunden, wo er gegen den Erdberger SC auf der Simmeringer Had
gespielt hat. Ein Ergebnis ist nicht überliefert (oder ich habs überlesen),
doch ich frage mich, ob dieser Erste FC Ostmark in irgend einem Zusammenhang
mit dem 1910 gegründeten FC Ostmark, der sich wiederum 1925 zum BAC fusionierte
steht. Ich wers vermutlich irgendwann mal erfahren.
Pferde gegen Autos
Eine irre Werbung für Autos fand
ich im Tagblatt 1901: ich hab den „Gäg“ dahinter nicht so ganz verstanden aber
wenn ich die Werbung wörtlich nehme, konnte man seine alten Klepper in der
Fabrik abgeben (die wurden dann geschlachtet) und bekam dafür ein Auto.
Vollkommen Banane.
Fussballnotizen
Um wieder mehr auf den Fussball anstelle von halblustigen Zeitungsmeldungen
zu kommen hier einige für mich interessante Zeitungsnotizen – es is mir übrigens
powidl obs euch interessiert:
Das „Neue Wiener Tagblatt“ zeigte im Jänner 1901 die Gründung des
ungarischen Fussballverbandes (Magyar Labdarugo Szövetseg)
an und gibt dafür den 19. Jänner 1901 an. Der erste Präsident war Geza Jasz,
seine Stellvertreter waren Franz Gillemot und Dr. Arpad von Füzessery, der
Kassier Franz Gabonar und der Verbandssekretär Herr Franz Horvath.
Auch spannend ist die Ankündigung des Hietzinger
Sport Clubs,
welcher im Jänner 1901 nicht nur die Aufnahme des Trainings, sondern auch den
Erwerb eines eigenen Fussballplatzes in der Nähe des (damaligen) Tivolis nahe
der Stadtbahnstation Schönbrunn anzeigte. Heut ist dort ein Busparkplatz. Den
Namen des neuen Obmanns muss man sich auch auf der Zunge zergehen lassen: Themistokles Ritter von Metaxa! Prost. Den zweiten HAC-Platz
gibt es übrigens heute noch, dort spielt der ASV 13 seine Spiele. Der
Kabinentrakt aus den 20er Jahren im späten Jugendstil ist denkmalgeschützt.
Das dreijährige Vereinsbestehen zeigte der F.u.A.C „Viktoria“ am 19. März
1901 in einer Notiz an. Messerscharf darf kombiniert werden, dass die „Viktoria“
demnach am 19. März 1898 gegründet wurde. Mit der heutigen Viktoria Wien haben
sie nichts zu tun, da sie sich am 24. November 1911 mit den Cricketern
fusionierten.
Eine liebevolle Betrachtung der Jesuitenwiese mit den Augen eines
Fussbalenthusiasten Anno 1901:
Eine kurze Statistik des Wiener Athletik Sport Clubs aus dem Jahre 1900 über die absolvierten Wettspiele ist durchaus interessant. Der WAC war in diesem Jahr die wohl erfolgreichste Wiener Mannschaft.

















































