Der Favoritner AC spielt in Hirschstetten gegen die Hernalser.
Klingt komisch, ist aber so.
Aber mal der Reihe nach. Es ist Freitag, wir haben endlich wieder ein
reguläres Spiel und das noch dazu auswärts gegen den Wiener Sportclub. Wer
jetzt aber gedacht hat, wir würden gemütlich nach Hernals radeln, unsere
(fiktiven) Radln in der neuen Fahrradgarage an der Alszeile abstellen und dann
Fussball gucken können hat sich getäuscht.
Warum?
Weil sie in Hernals das Gras offenbar geraucht und nicht gepflanzt haben
und das Spielfeld deshalb nicht fertig war. Auch gut, spielen wir halt in
Hirschstetten gegen die Radlfahrer. Also den Reisepass eingesteckt, in die
Untergrundbahn gehüpft – Ja wir haben schon seit 1978 eine Untergrundbahn – und
Richtung Tschechien gefahren.
Dort gab es einen gemeinsamen Treffpunkt, der irgendwann mal von allen
Teufeln angesteuert wurden und es ging mit der Bimmelbim Nummer 27 in Richtung
Blumengärten. Gegenüber haben die Radlfahrer ihre derzeitige Heimat und ja. Wir
waren halt auch da.
Nach dem (kostenlosen) Eintritt ging es gleich ans Beflaggen, die
Schwarzweissen hatten auch diese Idee und bei Spielbeginn waren etwa 500 Leute
versammelt. Inklusive der 50 Leute, die sich in einer braven, geordneten
Schlange um Bier anstellten und das Kantinenpersonal wie immer, wenn mehr als
drei Donaustädter dort sind, überforderten. Auch mit dem Zählen hatten sie es
nicht so, denn statt der georderten 15 Bier „schenkten“ sie uns ein paar mehr.
Wir haben uns aber nicht wirklich beschwert.
Das Spiel begann mit dem Einsingen lustiger Lieder, natürlich durfte der
Dauerbrenner „Renee“ nicht fehlen und es entwickelte sich ein lustiges Spiel,
bei dem die „Dornbacher“ den besseren Start erwischten, indem sie mit einem
Tausendguldenschuss das 1-0 erzielten. Da ich gerade versuchte, an Bier zu
bekommen hörte ich es nur an der Lautsprecherdurchsage, da die rund 400
Radlfahrer zwar brav gesungen haben, die Lautstärke allerdings ausbaufähig ist.
Vielleicht waren sie von der langen Anfahrt aber noch ausser Puste.
(*Schenkelklopfer*)
Bis zur Pause änderte sich daran nichts, ausser dass unsere Gesangseinlagen
immer ausgefeilter und lauter wurden und wir – es mag komisch klingen – mit
unseren 20 Leutchen lauter waren als die 400 unter der hübschen
Wiener-Fussballverband-Tribüne. Das klang dort eher nach einem kaputten
Staubsauger. War es vielleicht auch, man weiß das nicht.
Das änderte sich auch nach der Pause nichts, wo der FAVAC langsam aber
sicher die spielerische Überlegenheit gewann und das Tor leider nicht traf. Als
sich die ersten Sportplatzbesucher schon aufmachten, zu ihren Rädern zu gehen,
traf Leon Najdovski dann doch noch zum vielumjubelten und vollkommen gerechten
Ausgleich. Der Schiedsrichter war von unserem Spiel so dermaßen beeindruckt,
dass er insgesamt 10 Minuten draufpackte, die wir leider nicht nutzen konnten.
Also Abpfiff beim Stand von 1-1. Wir feierten, während die „Heimischen“
nicht so begeistert von dannen schlichen aber – Tja.
Was noch zu bemerken ist: wir sind im Jahr 2026 noch ungeschlagen.





