Sonntag, 5. Juli 2026

Dem Gekko zuliebe......

 ......aber nur 1 Mal. Den Rest soll sich jeder selber nachrecherchieren. 

Jener mysteriöse FC Ostmark ist mittlerweile ein wenig aus dem Schatten getreten. Das erste Spiel, welches das Tagblatt vermerkte, war am 23. März 1901, und zwar gegen den Erdberger SV. Zu diesem Zeitpunkt war der Verein offenbar gegründet, den offiziellen Vereinsstatus erhielten sie laut Zeitung am 15. Mai 1901 von der K.u.K. Statthalterei. Die konstituierende Sitzung fand dann am 8. Juni 1901 im Gasthaus Johann Lux statt. Obmann wurde Otto Babesch, sein Stellvertreter war Fritz Täubele, die beiden Schriftführer Emanuel Heinzmann und Wilhelm Hain. Kassier wurde Herr Leopold Buresch. Der Spielführer (Capitain) war Peter Scheibenpflug, sein Stellvertreter und Zeugwart Ludwig Rupp. Der Verein war in Simmering beheimatet, auch wenn die Vereinsanschrift XVII, Lacknergasse 48 lautete. Vereinsfarben konnte ich keine eruieren, vermute aber schwarzweiß. Mit dem 1910 gegründeten SC Ostmark dürften sie in keinem Zusammenhang stehen, da dieser aus dem 20. Bezirk stammte.







Fradi und BTC

 Im Mai 1901 dürfte Fradi einige Male eine auf die Batterie bekommen haben. In der Meisterschaft gingen sie gegen den späteren ersten ungarischen Meister BTC (Budapesti Torna Club 1885, Fussballsektion 1926 eingestellt und in den 1990ern wieder reaktiviert) mit 0-8 unter: 



Humoristisches und Chronistisches

 

Felix Schmal war einer der Pioniere des Fussballs und seiner Chroniken. Mitbegründer des Fussballclubs „Training 1896“ widmete er sich auch den Aufzeichnungen von Fussballergebnissen und Mannschaften der sogenannten Fussballurzeit. Er war aber auch humoristisch aktiv und verfasste im Mai 1901 einen kleinen Artikel, wo er aus dem Jahre 2000 die Fussballereignisse 1901 betrachtete. Ziemlich amüsant.

Schmal, Felix

 






Ein durchaus interessantes Spiel fand im Frühjahr 1901 statt: Die Vienna empfing den Akademischen Sport Club Graz auf der Hohen Warte:

 



Am 18. Mai 1901 fand laut Zeitungen das allererste Fussballspiel in Triest statt. Eine Stadtauswahl spielte gegen das Offizierskorps des Arsenals in Pola und verlor 2-4. Das Spiel fand in der Kaserne von Triest statt und die Aufstellung der Triester Mannschaft ist sogar überliefert: Jäger, Kinzl, Winkler, Nyven, Eigl, Winkler II. (Ja ich weiß es sind nur sechs Spieler angegeben, die Namen der anderen wurden vermutlich aus Gründen verschwiegen. Waren ja immerhin Offiziere).



Samstag, 4. Juli 2026

Österreich gegen Ungarn

 Am 25. März 1901 gewann der "Vienna Cricket and Football Club" gegen Ferencvaros Budapest mit 9-0. Der WAC siegte gegen Müegyetemi Budapest mit 6-0. Danke, Bitte!



Fussballverwirrungen und komische Vereine

 

Die Wiener Zeitungen berichteten im Jahre 1901 von der Generalversammlung des 1. Münchner Fussball Vereins 1896. Weiß zwar nicht, wen das Interessieren soll aber die Blätter müssen schließlich befüllt werden. Überhaupt ist der Verein lustig, weil er erst 1899 gegründet wurde, berief sich aber auf die Nachfolge von „Terra Pila“, dem vermutlich tatsächlich ersten Münchner Fussballverein. Er war einer von 86 Vereinen, die den DFB gegründet haben stellte den Fussballbetrieb aber schon 1910 wieder ein.

1.       Münchner FC 1896 – Wikipedia

 


Die Slavia aus Prag, einer der Teilnehmer des Challenge Cups und Endspielgegner des WAC (der den Cup gewann) veröffentlichte auch seinen Spielkalender.

 


Ein für mich etwas verwirrender Artikel stand 1901 im Tagblatt: Dort wurde ein Spielbericht zwischen dem WAC und einem „Grazer Akademischen Sport Klub“ beschrieben, den die Wiener gewannen. Dabei könnte es sich um den (geistigen) Vorläufer des GAK handeln. 

 


Es gab in Wien offenbar eine Handelsschule mit Namen „Allina“. Sie war in der Himmelpfortgasse ansässig und Teil des Himmelpfortklosters. Diese hatten eine Fussballmannschaft, die sich im März 1901 mit der „Olympia“ vereinigte.

Handelsschule Allina – Wien Geschichte Wiki

 


Und dann gabs noch einen (für mich mysteriösen) Fussballverein, auf den mich ein Freund aufmerksam gemacht hat: FC Ostmark. Laut Internet 1902 gegründet habe ich einen Zeitungssplitter vom 23.3.1901 gefunden, wo er gegen den Erdberger SC auf der Simmeringer Had gespielt hat. Ein Ergebnis ist nicht überliefert (oder ich habs überlesen), doch ich frage mich, ob dieser Erste FC Ostmark in irgend einem Zusammenhang mit dem 1910 gegründeten FC Ostmark, der sich wiederum 1925 zum BAC fusionierte steht. Ich wers vermutlich irgendwann mal erfahren.



Pferde gegen Autos

 

Eine irre Werbung für Autos fand ich im Tagblatt 1901: ich hab den „Gäg“ dahinter nicht so ganz verstanden aber wenn ich die Werbung wörtlich nehme, konnte man seine alten Klepper in der Fabrik abgeben (die wurden dann geschlachtet) und bekam dafür ein Auto. Vollkommen Banane.



Fussballnotizen

 

Um wieder mehr auf den Fussball anstelle von halblustigen Zeitungsmeldungen zu kommen hier einige für mich interessante Zeitungsnotizen – es is mir übrigens powidl obs euch interessiert:

Das „Neue Wiener Tagblatt“ zeigte im Jänner 1901 die Gründung des ungarischen Fussballverbandes (Magyar Labdarugo Szövetseg) an und gibt dafür den 19. Jänner 1901 an. Der erste Präsident war Geza Jasz, seine Stellvertreter waren Franz Gillemot und Dr. Arpad von Füzessery, der Kassier Franz Gabonar und der Verbandssekretär Herr Franz Horvath.

 


Auch spannend ist die Ankündigung des Hietzinger Sport Clubs, welcher im Jänner 1901 nicht nur die Aufnahme des Trainings, sondern auch den Erwerb eines eigenen Fussballplatzes in der Nähe des (damaligen) Tivolis nahe der Stadtbahnstation Schönbrunn anzeigte. Heut ist dort ein Busparkplatz. Den Namen des neuen Obmanns muss man sich auch auf der Zunge zergehen lassen: Themistokles Ritter von Metaxa! Prost. Den zweiten HAC-Platz gibt es übrigens heute noch, dort spielt der ASV 13 seine Spiele. Der Kabinentrakt aus den 20er Jahren im späten Jugendstil ist denkmalgeschützt.

 


Hier noch ein Bild vom zweiten HAC-Platz aus dem Jahre 1950:



Das dreijährige Vereinsbestehen zeigte der F.u.A.C „Viktoria“ am 19. März 1901 in einer Notiz an. Messerscharf darf kombiniert werden, dass die „Viktoria“ demnach am 19. März 1898 gegründet wurde. Mit der heutigen Viktoria Wien haben sie nichts zu tun, da sie sich am 24. November 1911 mit den Cricketern fusionierten.


Eine liebevolle Betrachtung der Jesuitenwiese mit den Augen eines Fussbalenthusiasten Anno 1901:


Eine kurze Statistik des Wiener Athletik Sport Clubs aus dem Jahre 1900 über die absolvierten Wettspiele ist durchaus interessant. Der WAC war in diesem Jahr die wohl erfolgreichste Wiener Mannschaft.



Freitag, 3. Juli 2026

Vermischtes aus Wien

 1905 gab es in Floridsdorf Bezirksratswahlen. Der damals jüngste Wiener Bezirk hielt die erste Wahl als Teil Wiens ab. Für die Sozialdemokraten wurde am 31.3.1905 Anton Schlinger für den 4. Wahlkörper (es galt damals noch das Kurienwahlrecht, welches 1907 geändert wurde) aufgestellt, für den 3. Wahlkörper trat ein gewisser Karl Seitz an. Während letzterer bereits im Reichsrat saß, wurde Schlinger als erster Sozialdemokrat für Floridsdorf gewählt. Heute ist der Schlingerhof (erbaut 1924 - 26) nach ihm benannt.

Ein eigentlich recht cooler Name für ein Restaurant ist der "Rote Igel". Wie genau der Wirt auf diesen Namen gekommen ist, ist nicht überliefert. Sicher hingegen ist, dass das Haus, in dem sich das Restaurant befand 1905 abgerissen wurde.

Die Eisenbahn ist immer schon ein Teufelswerk gewesen. Ja genau, ein Teufelswerk. Hat "die Eisenbahn" doch glatt einen 60jährigen Favoritner überfahren und getötet. Abartig. Dieses verbrecherische Verkehrsmittel gehört sofort abgeschafft. 



Apropos......

 ........Favoriten: Da gab es in der Zwischenkriegszeit so ein Spiel zwischen der Hertha Wien und dem Wiener Amateursportverein, der wegen Randalen - frei nach Gustl Starek (Wenns ned kickn könnts, hauts eine) abgebrochen wurde. Aber lest den Text selber:



Humor und Geschmack

 

Einen eigenen Humor betreffs „Wildunfällen“ hatten die Zeitungen damals auch irgendwie, vor allem wenn die Opfer Gendarmeriebeamte waren. Die beiden waren auf Patrouillengang irgendwo in der Pampa und kamen nicht zurück. Am nächsten Tag schaute man nach – nur keine Eile, wird scho nix passiert sein – und findet 7 erschossene Wölfe, ein paar Knochen und vier Stiefel, in denen noch die Beine steckten. Jo. Klingt ein bischen nach „Krokodil erschiesst Papagei“ aber gut. Ist ja auch die Kronenzeitung.

 


Feigenkaffee soll köstlich schmecken. So wie die Frau auf dem Bild, die geradezu auffordert NUR noch Feigenkaffee zu trinken. Die schaut echt glücklich aus.

 


In der Wiener Stumpergasse gab es im März 1905 einen Brand. Ein Haus brannte ziemlich ab, ein Mensch starb, nämlich Josef Pospischil. Am Bild sieht man ihm VOR dem Brand. Gsund hat er da aber auch nimmer ausgsehn wie ich finde….

 


Also ich weiß nicht, wer der Herr Dattler war – is ma auch wurscht – aba an schenan Schnauzer hat er scho ghabt, gell?

 


Bevor in Favoriten das Ding mit den Messern begann hatte das dortige Publikum eine andere Belustigung: Sie warfen bei Demonstrationen und Versammlungen Steine auf die Polizei. Auch a Idee.