Neunzehnhundertzehn.......
....Neunzehnhundertzehn, Neunzehn, Neunzehn, Neunzehnhundertzehn!
Es war ein Duell der Mannschaften mit vielen Parallelen: zum einen ist da
mal das Gründungsdatum, 1910. Sowohl der FAVAC als auch die SV Donau (bzw. der
Vorgänger Olympia) sind in diesem Jahr entstanden. Die einen in Favoriten, die
anderen (zunächst) in der Leopoldstadt. Beide Mannschaften spielen auf dem
zweiten Fussballplatz ihres Vereinsbestehens, der FAVAC hatte ja bis 1915 die
Steinmetzwiese als Heimplatz, ehe er nach Jahren der Entbehrung 1921 die
Kennergasse bezog. Die SV Donau (bzw. Olympia) begann im Zweiten Bezirk (etwa
auf Höhe des heutigen Elektra- pardon Rapid Akademieplatzes) mit dem Kicken,
ehe sie 1926 nach einem Zusammenschluß mit dem Kaisermühlener AC auf den
heutigen Platz kamen. Der übrigens auch 1921 errichtet wurde. Dem Vernehmen
nach hat man bis heute gewisse Probleme mit den uralten Bäumen rund um den
Platz, das kann aber auch ein blödes Gerücht sein.
Und dann sind da noch die Farben: beide haben Schwarz mit einer Zusatzfarbe
gewählt, der Favoritner AC das hübsche Rot, die SV Donau das Königsblau. Böse
Zungen könnten behaupten, es wäre wie AC Milan gegen Inter Milano. Ist es
natürlich nicht, denn WIR verstehen uns.
Der Fussballabend am Tag der Arbeit begann schon bei der Anreise. Zunächst
kämpfte man sich durch eine Menschenmenge in die Untergrundbahn die bummvoll
war und als man ausstieg, hörte man schon die Gesänge der Gästefans. Natürlich wurden
die Gesänge höflichst erwidert und spätestens jetzt war allen Favoritnern klar:
„Heit wird a Mätsch gspüt!“ Die Wiederholung
dieser akustischen Ankündigung wurde auf der Straße perfekt erledigt. Jetzt
wissens alle. Punkt.
Also auf den Platz gekommen und schon die erste feine Überraschung: Ein
sehr rühriger Belgier (Belgische Pommes, wir wollen belgische Pommes) hat uns
edle Kopfbedeckungen organisiert und so waren wir gut behütet für diese
entscheidende Partie.
Die Jungs vom SV Donau platzierten sich neben uns und so versprach es ein
toller Fussballabend mit viel Gesang und Getränk. Perfekt. So muss Fussball
gehen, Rivalität ja, Respekt ja, Hass NEIN. Wir lieben schließlich alle das
schönste Spiel der Welt.
Also nachdem wir die üblichen „blöden“ Fotos gemeinsam gemacht haben, ging
es ans Spielen. Von Beginn weg war es sichtbar, dass der Favoritner AC die
Punkte dringendst braucht. Unterstützt wurde die Partie von den lautstarken
Gesängen der beiden Fangruppen, die sich auch auf den größten gemeinsamen
Nenner einigen konnten: NEUNZEHNHUNDERTZEHN.
Die SV Donau erwischte den besseren Beginn und ging nach 17 Minuten in
Führung. Schaß, dachte sich der gelernte Favoritner, des wird hoat. Aber ned
unmöglich, denn in der 24. Minute glich Faris Kavaz zum 1-1 aus. Alles wieder
auf Null gestellt, um es so zu sagen. Zehn Minuten später grätschte dann der
Donautormann den Stürmer um – es gab Elfmeter, der wiederum von Faris Kavaz
verwandelt wurde. Na das war schon besser. Donau drängte auf den Ausgleich,
doch kurz vor der Pause fiel dann das vielumjubelte 3-1 durch Patryk Ciez. Und dann
war Pause.
In der Pause wurde der für uns unglaubliche Spielstand ein wenig erörtert,
einerseits sind wir natürlich froh über diese Führung, andererseits könnts halt
gegen einen anderen Gegner sein, den wir ned mögen. Tja.
Nach der Pause ging das lustige Supporten beider Mannschaften weiter, der FAVAC
spielte jetzt etwas auf Konter, was einige Male fast schief gegangen wäre,
hätten wir nicht Patryk Ciez, der in der 60. Minute das vielumjubelte 4-1
schoss. Wahnsinn. Ein perfekter Abend für ihn. Es kam aber noch besser: Trainer
Herbert Gager tauschte in der 73. Minute Kenny – wie heisst der nochmal –
Schincariol ein, der sich dreizehn Minuten später, nämlich in der 86. mit dem
5-1 dafür bedankte. Jetzt ist bei uns nur noch Jubel.
Nach Abpfiff gab es noch mehr als verdiente „Herbert Gager“ Rufe für
unseren Trainer, der in seiner Amtszeit Unglaubliches geschafft hat. Aus einem
spielerischen Sauhaufen formte er ein Team, das an guten Tagen Jeden schlagen
kann. Hätten wir ihn nur schon von Anfang der Meisterschaft an gehabt – wo wären
wir jetzt tabellarisch?
Der Rest war nur noch feiern.
NUR DER FAVAC!
P.S.: Ein riesiges Dankeschön geht nach Kaisermühlen, Burschen ihr wart
großartig und wir hoffen, dass wir noch viele weitere gemeinsame Spiele
erleben. Top. Danke.




















































