Montag, 12. Oktober 2026

Historisches Teil 5

 OFR Feibra



Als wir noch in der 2. Landesliga spielten hatten wir einmal ein Spiel am Feibraplatz. Es war (für mich) das erste und letzte Mal, dass ich dort am Platz aufgelaufen bin. Etwa 35 rote Teufel bewunderten einen mühsamen 2-1 Sieg auf einem Platz, der genial war. Eine ansteigende Wiese auf der einen Längsseite, auf der anderen war ein weiterer, kleinerer Platz, hinter einem Tor war seitlich versetzt die Kantine, daneben ein hoher Zaun (der eigentlich gar nicht so hoch war), ein Parkplatz und eine wirklich hohe Beplankung. Hinter dem anderen Tor waren Wäscheleinen aufgespannt, auf denen die Dressen des Vereins trockneten. Dass da mal der eine oder andere Ball hinflog war unvermeidlich. Ob das den gewaschenen Dressen gut tat weiß ich nicht, wills aber auch nicht wissen. 


Na ja, die Feibra gibts nicht mehr, sie fusionierte mit dem vollkommen pleite gegangenen FAC, der jahrelang mit der Lizenz der Feibra spielte, ehe er die Lizenz von der Polizei/Feuerwehr übernahm. Und heute ist er wieder in der 2. Bundesliga. Gschichten gibts, die gibts gar nicht.


OFR steht für Old FoRmation, die mit dem SC Feibra fusionierten. Später kam noch die RAG (Rothmann AG) dazu, ehe sie im FAC aufgingen. 

NUR DER FAVAC!

Historisches Teil 4

 


Post SV

 

Wir hatten bei der Post immer lustige Erlebnisse. Einmal – es war das Aufstiegsjahr 2002 – hatten wir unzählige Bengalen dabei und schossen sie auf das Spielfeld. Dabei trafen wir unbeabsichtigt genau die Ecken des Sechzehners. Der Ordner hob sie auf, brachte sie zurück und meinte nur: Lassts das jetzt. Also behielten wir die Bengalen in der Hand und alles war gut.

Ein paar Jahre später waren wir mit den ULTRAS STADLAU ebenfalls bei der Post und hatten – Überraschung – erneut viel Pyrotechnik mit. Diesmal schwarzen und weißen Rauch und der war etwas zu üppig. Man sah den Platz nicht mehr so richtig. Auch das war egal.

Das Lustigste war aber die Ansage eines Postfunktionärs, ob wir für unsere „Werbeplakate“ (gemeint waren die Transparente) denn nicht auch Werbebeitrag gezahlt hätten. Der Lacher war legendär.

NUR DER FAVAC!

Historisches Teil 3

 

IC Favoriten

 


Unser damaliger „Lieblingsgegner“ waren die IC Favoriten. IC stand für „Invest Concept” und damit war klar, warum wir sie nicht mochten. War lange vor Red Bull. Die Vereinsfarben Grün und Schwarz waren für Wien originell aber schnell logisch, wenn man sich die Gründung des Vereines, der sich gefühlt 33 Mal umbenannt hat vor Augen führt. Einige Tiroler Studenten, die es 1975 von den Bergen runterprackt hat und die nach Wien gekugelt sind haben hier den „FC Ragnarök“ gegründet. Als Wackerfans wählten sie die Farben Grün und Schwarz. Der Ursprungsname blieb nicht lang, dann hiessen sie irgendwas mit ASKÖ Strebersdorf (nicht zu verwechseln mit FC Donaustadt), dann noch irgenwie anders ehe sie 1997 in IC Favoriten umbenannt wurden. Obmann war ein Herr Thun, der das offenbar ziemlich schwarze Schaf der Familie Thun und Taxis war (nicht nur wegen seines schwarzen Pepis) und der nicht nur etwas von Fussball verstand, sondern auch gerne auf Pferde wettete. Irgendwas mit dem Schnitzelhaus hatte er auch zu tun. Dieser Herr Thun also war der „Gegner“. Unsere Gesänge „Thunfischjagd im Zehnten“ hallten ihm immer und überall entgegen und er freute sich richtig darüber.


IC Favoriten spielte damals am heutigen 1980 Platz und so waren die Spiele immer sehr interessant. Vor allem pyrotechnisch. Unnötig zu sagen, dass wir immer mehr Leute am Platz hatten als die IC, die quasi (die ICF Ultras gabs noch nicht) niemanden interessierten. Manchmal kassierte der Verein nicht einmal Eintrittsgelder, der Aufwand war einfach zu hoch.

Im Jahr 2010 fusionierte die IC, die zwischenzeitlich RLO gespielt hat mit dem LAC, was zur lustigen Wortkombination „LACIC“ führte. Mittlerweile gibt es quasi keine Spuren mehr von den Grünschwarzen. Obmann Thun ist leider auch nicht mehr unter uns. Friede seiner Seele. Er war irgendwie eine geile Sau mit viel Herz und Humor.

Historisches Teil 2

 

Ankerbrot 2002

 

Die Ankerbrot spielte damals noch am sogenannten Verbandsplatz (der hinter dem Horrstadion war und heute Teil der Austria-Aka ist), in ganz früheren Zeiten als Ajax-Wien-Platz bekannt und empfing uns zu einem Toto-Cup-Spiel. Heute heisst diese sinnlose Veranstaltung „Sport-Riss-Cup“ und ist, man glaubt es kaum, noch komischer geworden. Spielberechtigt sind ja alle im Wiener Verband befindlichen Mannschaften inklusive DSG. Der Sieger (damals auch der Finalist) spielten dann im ÖFB Cup. Mittlerweile ist nur noch der Sieger startberechtigt, dazu drei (willkürlich zu bestimmende) Mannschaften aus der RLO (oder theoretisch einer anderen Liga im Wiener Verband). Gut.


Also wir kamen dort an, platzierten uns neben die Tribüne, die es noch heute gibt, fackelten ein paar Bengalen ab, was angesichts des Kunstrasens heute so nie und nimmer möglich wäre und schauten das Spiel an. Nun war es so, dass die Platzbegrenzung nicht aus runden Stangen bestand, sondern die guten alten eckigen Stangerl als Begrenzung fungierten. Und natürlich – ihr erratet das sicher schon – knallte ein Ankerbrotspieler volley in diese Stange und hatte dann ein Eck im Schädel. Kein Grund damals, die Partie abzubrechen, er wurde schnell „ausgetauscht“, blieb röchelnd am Spielfeldrand liegen und die Partie ging weiter. Soweit ich mich erinnern kann, haben wir mit 2-1 gewonnen. "Nur der Felber bäckt selber!"

Ankerbrot war übrigens damals wirklich lustig, wir hatten eine Art Freundschaft mit den „Ankerbrot Fanatics“ unter einem gewissen Stefan Kenesei, heute Meistertrainer der Austria Frauen und machten gemeinsam viel Unsinn. Einmal konnten die „Fanatics“ nicht, weil sie als NW Spieler selber ein Match hatten und wir gingen – keine Ahnung mehr gegen wen, ich glaube Gersthof – dann einfach supplieren. Inklusive Transparent „Support Supplierung“. Jau. Das Transparent der „Ankerbrot Fanatics“ malten wir übrigens hinter der Westtribüne des Horrstadions.

NUR DER FAVAC!



Historisches Teil 1

 

Gablitz 2002

 


Es war ein lauer Sommertag im Juli, als wir mit dem FAVAC ein Testspiel gegen Mauerbach in Gablitz, da deren Sportplatz abgesoffen ist, spielten. Mit der Lokalbahn ging es nach Gablitz, dann den Berg hinunter und durch den Ort. Während der Wanderung überlegten wir uns, ob wir nicht eine Schnipselchoreo machen sollten und schauten in den Papiertonnen nach, ob es Zeitungen gibt, die wir diesen Verwendungszweck zuführen konnten. Fehlanzeige. Sogar das Anläuten bei den Häusern entlang der Straße erbrachte kein Ergebnis. Komisches Dorf, dort dürfte keiner lesen (können). Egal.

Der Platz war genial, auf einer Längsseite eine alte, holzgedeckte Tribüne, ein lustiges Kantinengebäude, sprich kultig. An das Spiel oder sein Ergebnis erinnere ich mich nicht mehr, ich weiß nur, dass ein Ball aufs Kantinendach flog und vom etwas fest gebauten Kantineur mit Hilfe einer wackligen Aluleiter von dort „runtergepflückt“ wurde. Leider verlor ich die Wette, obs ihn hinprackt, war vermutlich aber besser für ihn.

Im Nachgang, wir wanderten den Berg zur Station hinauf erfuhren wir dann, dass beim Testspiel von Rapid gegen Arsenal in Eisenstadt riesige Randale gemacht wurde, sodass das Spiel in Minute 69 abgebrochen werden mussten. Es waren nicht nur Schlägereien – keine Ahnung wer gegen wen – sondern auch die Tatsache, dass ein auf der riesigen, holzüberdachten Tribüne befindlicher Holzkohlengrill (!!!) abgefackelt wurde.

Rapid Wien: Hooligans erzwingen Spielabbruch - DER SPIEGEL

Ja. Das war Gablitz am 27. Juli 2002

NUR DER FAVAC!

Sonntag, 11. Oktober 2026

Fünfundzwanzig wilde Jahre

 


Fünfundzwanzig Jahre ULTRAS FAVAC

 


Eine lange, verrückte Geschichte, die schon von der dritten Generation von ULTRAS geschrieben wird. Als es am 11. Oktober 2001 dazu kam, dass drei Fans des FAVAC sich entschlossen, die ULTRAS zu gründen konnten sie nicht ahnen, dass diese kleine Gruppe – sie bestand ursprünglich im Kern aus drei Leuten – sich 25 Jahre später immer noch hält und ihre Spuren in der Fanlandschaft des Unterhauses in Ostösterreich hinterlässt. Es war viel Enthusiasmus und wenig Erfahrung im Spiel als diese Gruppe begann ihr wildes Leben in die Stadien, pardon auf die Plätze in Wien und seiner Umgebung auszuleben. Da es Kontakte aus früheren Zeiten zu den Fans von Leoben gab, gingen die ersten echten „Auswärtsfahrten“ in die Obersteiermark und – man bildete sich ja gerne weiter – nach Budapest. Das „Kommando Budapest“ ist geboren worden und jeder, der zu den ULTRAS gestoßen ist musste zuerst ein Budapester Derby miterleben. Was damals an wilden Geschichten passiert ist wissen diejenigen die dabei waren vermutlich am besten. Druckreif sind sie jedenfalls nicht.


In den ersten Jahren war Pyrotechnik ein fester Bestandteil der Gruppe und wurde manchmal sehr exzessiv eingesetzt. Daheim wie auch auswärts. Legendär eine Testspielfahrt nach Weiz wo die heimische Fangemeinde extra mit Fotoapparaten (ja die verwendete man damals) anrückte, um unsere Zündeleien zu bewundern.

Wir waren nie viele, aber wir hatten alle ein großes Herz und eine feine Witterung für geniale Dinge. So wie zum Beispiel der Besuch von Sparta Praha Leuten, die uns nach unserem Heimspiel einluden, mit ihnen nach Prag zu kommen. Dort stand das Europacupspiel der Spartaner gegen Dinamo Zagreb an, welches an Chaos und Gastfreundschaft nicht zu überbieten war.



Oder die Freundschaft zu den ULTRAS STADLAU, mit denen die eine oder andere Fahrt gemacht wurde und man sich samt Freunden aus Warzawa (Ursus), Sofia (Lokomotiv), Sopron und Wr. Neustadt zusammenfand, um zu feiern.

Aber auch jene fast schicksalhafte Begegnung am Hellas-Kagran-Platz, wo bei einem Pimperltestspiel auf einmal ein Fan aus Vorarlberg auftauchte, der sein schwarzweißes Transparent neben uns aufhing und mit uns plauderte.  



Heute sind die Jungs aus Bregenz nicht mehr wegzudenken. „Vom Neusiedler- bis zum Bodensee, Schwarzweiss Bregenz und der FAVAC“. Aber natürlich auch die jahrzehntelange Freundschaft mit Loko Sofia, die immer einen Platz bei uns haben. Die Jungs aus Leoben und Stadlau sind als Gruppen leider schon längst Geschichte, Kontakte und großer Respekt besteht aber immer noch.


Heute schreibt eine neue, genauso chaotische Generation die Geschichte weiter. Wie es halt unser Stil ist.















FC Polska gegen FC Besa

 


Wenn du einen Nationalratsabgeordneten pfeifen siehst…..

 

…..dann hast du alles gesehen, was es am FAVAC-Platz und im Fussball so gibt. Vor allem dann, wenn der originale Schiedsrichter einfach verpennte und glaubte, das Spiel findet um 18 Uhr statt wie korrekt um 16 Uhr statt. Also musste ein Nachwuchsschiri ran. Dieser hieß zufällig Mag. Yannick Shetty ist NEOS-Abgeordneter zum Nationalrat und Klubchef seiner Partei. Die Partie hiess ganz international FC Polska gegen FC Besa – also ein Platzderby. Das Ganze fand am FAVAC-Platz statt und findet deshalb hier Erwähnung.

Der FC Besa ist ein relativ neuer Verein aus der albanischen Community, welcher eigentlich ganz nett rüberkommt und einen gutsortierten Fanshop und eine gute Grillerei aufweisen kann. Fussballspielen können sie eigentlich auch ganz gut. Die Polska muss nicht weiter präsentiert werden, da sie schon länger Untermieter sind.

Ja also die Partie (überwacht von Schiri Fellinger) begann ein wenig später und es lief tatsächlich jener NR-Abgeordnete auf, um die Partie zu pfeifen. Also gut dann schauen wir mal, wie liberal er pfeift und ob es der Markt regeln würde.

Irgendwie klappte da nicht besonders, denn er pfiff ziemlich resolut, verhängte einen Elfer für Besa, verweigerte der Polska einen und machte auch so einige Dinge, die sich nicht mit seinem liberalen Weltbild vereinbaren lässt. Sprich: Er war eigentlich ein guter Schiri. Ich meine, dafür dass er normalerweise nur Kinder und Jugendliche pfeift hatte er die Sache eigentlich im Griff.

Zum Spiel: Besa war drückend überlegen und schoss vor der Pause vier und nach der Pause zwei weitere Tore und gewann so überlegen und ziemlich locker mit 6-0. Wenn ich es richtig mitbekommen habe, wurden sie mit diesem Sieg mit Platz 3 in der Tabelle belohnt.

Da ich das Spiel der Reserven nicht mehr anschauen wollte (auch die Giesinger mussten nach Hause) ging es dann in Richtung Heimat.



Favoritner AC 1b gegen Inzersdorf

 


Ein perfektes Wochenende in Rotschwarz

 

Genau 25 Jahre nach Gründung der ULTRAS FAVAC am 11. Oktober 2001 ging es heute in Begleitung der Reisegruppe Giesing zum Spiel der 1b Mannschaft gegen Inzersdorf. 

Und siehe da, auch dieses Spiel konnte gewonnen werden. Die Tore fielen sowohl in der ersten als auch in der zweiten Hälfte schnell hintereinander, dem Halbzeitstand von 2-0 folgte in Halbzeit zwei innerhalb von sechs Minuten der Ausgleich für Inzersdorf und weitere drei Minuten später dann das entscheidende 3-2 für die jungen Teufel. Unterstützt von fünf, später sieben FAVAClern und jeder Menge Gesänge gab es dann auch noch die Welle für uns. Ein perfektes Wochenende für Rotschwarz.





Samstag, 10. Oktober 2026

Horn gegen den Favoritner AC

 


Stell Dir vor, du fährst in die Provinz….

….das ist jetzt nicht bös gemeint, sondern Alltag in der RLO. Und dann stell dir vor, dass zwei Menschen vom TSV 1860 verrückt genug sind, mitzufahren. Denn du musst nach Horn. Ganz tief im Waldviertel. Also 3580 Horn. Eine wichtige Partie, die man eigentlich nicht verlieren darf – und das gegen eine Mannschaft, die schon mal 2. Liga gespielt hat und Champions Leage spielen wollte. Mit Hilfe der Firma Honda. Hat überraschenderweise nicht ganz geklappt, also RLO.



Nun trafen sich einige Rotschwarze am Kaiser-Franz-Josephs Bahnhof, heute superduper neu umgebaut und potthässlich aber funktonal mitsamt zwei Menschen vom TSV 1860 München, die diese irre Fahrt mitmachen wollten. Die Hinfahrt war ereignislos, bis auf eine Besteckgarnitur am Bahnhof Horn (der nicht in Betrieb ist, weil die Elektrik fehlt) und einen Fußmarsch, der zwischen Häusern, neben einen Bach hin zum „CL Stadion Horn“ führte. Wir durften dort noch ums halbe Stadion latschen weil der Auswärtssektor nicht offen war und kamen gleich in Kontakt mit den Einheimischen, die die Kassa betrieben. Die Frage, als ich eine Karte kaufen wollte: „Sind sie Pensionist“ wurde mit entrüsteter Miene abgewiesen. Was bildet sich die Trutschn ein? Ich bin quasi ein Teenager. Egal.





Im Stadion selber flaggten wir gleich ganz links auf und begannen mit unseren nicht druckreifen Gesängen, die das ganze „Stadion“ beeindruckten. Weniger als 200 begeisterte Horner lauschten unseren Liedern und so verbrachten wir eine gute erste Halbzeit, die unentschieden, nämlich 0-0 endete.



Zweite Halbzeit: Beide Mannschaften kamen motiviert aus den Kabinen, die Horner waren allerdings nicht ganz so motiviert und so spielte sich das Geschehen meist in ihrer Hälfte ab. Die Bemühungen unserer Burschen gipfelte im 1-0 kurz vor Schluss. Unter Gesängen und Jubel und dem Abgang vieler (höhö Wortwitz) Horner gewannen wir aufgrund der guten Leistung am Feld und auf den Tribünen vollkommen die Partie.

Als wir singend in Richtung Bahnhof gingen (wir haben irgendwie nicht mitbekommen, dass da ein Spital war) hielt ein Bus hinter uns an und ein uns mehr als bekannter Trainer forderte uns auf, mit ihnen mitzufahren. Guter Plan um schnell nach Wien zu kommen. Haben wir dankend angenommen und konnten so noch am Würschtler in der Favoritenstraße mit einigen Berufsalkoholikern Jägermeister leeren. Prost und Gute Nacht.

 


NUR DER FAVAC!