Montag, 2. Februar 2026

Aus der Serie: Rotschwarze Vereine international

 


Hamrun Spartans FC

 

Malta hat – was nicht jeder weiß eine lange Fussballtradition. Geschuldet ist es dem Umstand, lange Zeit der wichtigste britische Flottenstützpunkt im Mittelmeer zu sein. Und wo der Engländer steht (oder schwimmt) ist Fussball nicht weit weg. So wurde der Hamrun Spartans Football Club im Jahre 1907 gegründet, also etwa in der Zeit, in der auch der mitteleuropäische Fussball erwachte. So auch in Hamrun, einer 9.200 Seelengemeinde an der Südküste Maltas. Die Einwohner werten Tas-Sikkina genannt, was soviel wie „Die ein Messer Tragenden“ bedeutet. Also fast so wie wir Favoritner. Das kommt daher, dass viele Einwohner in den Werften oder am Hafen arbeiteten und dort immer ein Messer parat hatten.

 

Die Rotschwarzen wurden bald zu einer lokalen Größe, wobei lokal hier wirklich im engsten Sinne zu sehen ist und konnten 1914 den Meistertitel holen – zehn weitere sollten noch folgen, der letzte in der vergangenen Saison (2025). Wie es aber so bei lokalen Größen ist, war die Konkurrenz groß und viele Vereine schauten begehrlich zu den Spartanern, ob dort nicht der eine oder andere Spieler abgeworben werden konnte. Immerhin, es war 1918 und der Erste Weltkrieg in seinem letzten Jahr gewann die Hamrun Spartan zum zweiten Mal den Titel, diesmal gegen den FC Saint George. Dieser 1890 gegründete Verein gilt als der älteste auf Malta. Obwohl er nur einen Meistertitel gewann (1916/17) ist er doch eine feste Größe. Und gegen diesen Pionier gewannen die Spartaner ihren zweiten Titel.

 

Damit begann aber auch eine schwierige Phase für die Spartaner, einige Spieler verließen den Verein oder gründeten neue Vereine, wie zum Beispiel Hamrun Liberty. Dieser Verein war ziemlich erfolgreich und nach Ende des Zweiten Weltkrieges, Malta war noch schwer von den Kriegsschäden betroffen wurde dieser Verein wieder zu Hamrun Spartans FC. 1947 gewannen sie nicht nur die maltesische Meisterschaft sondern auch den traditionsreichen Cassar Cup.

 

Es sollte aber weitere 36 Jahre dauern, bis Hamrun Spartans im Jahre 1983 erneut den Titel gewinnen konnte. 1987, 1988 und 1991 waren sie erneut Meister und in der bisher erfolgreichsten Periode ihres Bestehens.

 

Es folgte wieder eine 20jährige Durststrecke, ehe 2021 erneut der Titel geholt werden konnte. Es folgten weitere Titel in den Jahren 2023, 2024 und 2025.

 

Mit bisher 11 Meistertiteln, 6 Cupsiegen und 7 Supercupsiegen ist der Hamrun Spartans FC eine der erfolgreichsten Mannschaften der Mittelmeerinsel. Darüber hinaus erreichte er als erster maltesischer Verein die Qualifikation zur Championsleague, wo sie in der zweiten Runde gegen Dynamo Kiew mit einem Gesamtscore von 0-6 deutlich ausgeschieden sind.

 

Sie spielen meist im vereinseigenen Viktor Tedesco Stadion mit 1.965 Plätzen, benannt nach einem Präsidenten von Hamrun Spartans.

 










Aus der Serie: Rotschwarze Vereine international

 


Folgore Castelvetrano

 

Diesmal geht es auf die Insel und zwar nach Sizilien, wo der ASD Folgore Calcio Castelvetrano gegründet wurde. Der Zweite Weltkrieg war gerade zu Ende und die Jugendlichen suchten sich einen Zeitvertreib. Bis 1949 wurden vor allem Jugendwettspiele abgehalten, ehe den Rotschwarzen der Durchbruch zum wichtigesten Verein der Stadt gelang. Insgesamt 28 Saisonen lang spielten sie in der Serie D recht erfolgreich.

 

Franco Lombardo war es, der 1945 den Verein gründete und mit ihm bis 1947 an Jugendwettspielen teilnahm. Danach stieg Folgore (wie er kurz genannt wird – nicht zu verwechseln mit dem SS Folgore aus San Marino) in die erste sizilianische Liga ein, gewann sie und stieg in die Promozione auf. Danach folgten wechselhafte Jahre, in denen Folgore Castelvetrano zwischen Promozione und erster sizilianischer Liga pendelte ehe 1962-63 der Aufstieg in die Serie D gelang. Dort hielten sie sich 11 Spielzeiten ehe es wieder runter in die Niederungen des sizilianischen Fussballs ging. Bis 1982-83 schafften sie es aber wieder hinauf in die Interregio und dann gab es wieder ein Hin- und Herpendeln des Vereines.

 

Anfang der 2000er Jahre dann der Verkauf und die Wiedergründung des Vereines, der aktuell – so meine Information in der Excellenza spielt. Eine stürmische Geschichte abseits großer Titel. 









Samstag, 31. Januar 2026

Slovan HAC - Favoritner AC Testspiel

 


Der erste Auswärtstest findet in Wien statt und zwar in der Steinbruchstraße bei der Slovan HAC. Also das Binkerl gepackt, in die Schucherl geschlüpft und per Untergrundbahn zum Spiel gefahren. Nachdem sich so gut wie keiner der üblichen Verdächtigen positiv geäußert hat dachte ich schon daran, mein Soloprogramm auszuprobieren, aber:

 

Es kam anders.

 


Ein gutes Dutzend FAVACler waren dann am Platz und komplettierten ein wunderbares Fussballspiel, welches torreich mit 6-3 für den FAVAC ausging. Danke an den Obmann für das spendierte Bier. Äusserst anständig. 

 




NUR DER FAVAC!

Mittwoch, 28. Januar 2026

Was darf Satire?

 

Satireprojekt ÖFB

 

Da gibt es einen ehemaligen Vizekanzler aus der Pröll-Dynastie. Der war in der Politik nicht sehr erfolgreich und bekam dafür den Posten des ÖFB Chefs. Nein, er ist nicht der Präsident sondern der Aufsichtsratsvorsitzende des ÖFB. Und der haut dann folgenden Schenkelklopfer raus: 

Montag, 26. Januar 2026

Aus der Serie: Rotschwarze Vereine international

 



USD Palmese

 

Im Jahre 1914 beschlossen einige fussballbegeisterte Männer, in Palma Campania einen Verein zu gründen. Der Ort hat mit seinen rund 14.500 Einwohnern eine lange Geschichte, von der auch die aus dem 9. Jahrhundert stammende Kirche von San Martino Zeugnis ablegt. Der Verein hat eine lange wechselvolle Geschichte. Im Wappen steht demzufolge auch zurecht das Wahrzeichen der Stadt, das Schloß Palma Campania als dessen Symbol. Die Gründung des Vereines war auch so ein Kraftakt: Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde bereits in der Gegend von Palma Campania Fussball gespielt. Es handelt sich dabei um wilde Vereine, die aus der Umgebung stammen und Nachbarschaftsspiele veranstalteten. Um 1910 raffte man sich auf, einen Verein zu gründen, der auch an der nationalen Meisterschaft mitspielen sollte. Da sich die Verantwortlichen allerdings nicht einigen konnten blieb es vorerst bei diesem Versuch. 1914 gab es den nächsten Anlauf und diesmal klappte es. Der ASC Palmese erblickte das Licht der Welt.

 

Trotzdem wurden vor allem Freundschaftsspiele ausgetragen, da die großen Vereine, die in der ersten Liga spielten allesamt im Norden waren und dazu die Beeinträchtigungen durch den Kriegseintritt Italiens 1915 noch größer wurden. So dauerte es bis 1924, ehe Palmese in die regionale Meisterschaft eintreten konnte. Im Jahre 1929 gab es dann sogar Spiele gegen Milan, die damals in Napoli antraten. Als US Palmese wurden sie in die dritte Klasse Campania eingereiht, wo sie bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges spielten.

 

Zwischen 1940 und 1956 war der Verein relativ inaktiv, erst dann konnten sie wieder am Ligabetrieb teilnehmen und konnten im Jahre 1970 in die Serie D aufrücken. 1978 stiegen sie in die Serie C2 auf. Das war auch das Ende des Erfolgslaufes, da der Verein in der Liga nicht mithalten konnte. Sie wurden in die Interregio durchgereicht und kämpften sich mühsam wieder nach oben. 2001 erreichten sie schließlich erneut die Serie C2 wo sie sich drei Jahre lang halten konnten. Es erfolgte der erneute Absturz und der Kampf um die Rückkehr. Aktuell spielt der USD Palmese in der Serie D – Girone G.  












Aus der Serie: Rotschwarze Vereine international

 


CSM Resita

 

Es war der 6. Mai 1926 als in einer kleinen Stadt im Banat ein Verein gegründet wurde: CSM Resita. Spieler und Funktionäre zweier Stadtvereine, nämlich Clubul Sportiv und Societatea Sportivă Muncitorească entschlossen sich, sich zusammenzutun und einen größeren Verein zu gründen, eben CSM Resita. Die „Rotschwarzen aus dem Banat“ waren auf der Fussballbühne erschienen. Und wie auch noch: bereits fünf Jahre nach ihrer Gründung gewann der Verein die rumänische Meisterschaft. Zunächst schlugen sie im Staffelfinale (West) den Societatea Gimnastika Sibiu und im Endspiel dann den großen Favoriten Venus Bukarest. Zwischen 1919 und 1940 gewannen die Bukarester insgesamt 7 Meisterschaften. Nur eben nicht 1931.

 

Es sollte aber seine einzige bleiben. Der Verein aus einem Industriestädtchen konnte in den Folgejahren und nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr ganz an die Erfolge der Zwischenkriegszeit (auch Rumänien nahm 1916 bis 1918 am Ersten Weltkrieg teil und bekam dafür einen großen Teil des Königreiches Ungarn zugesprochen) anknüpfen. Das war einerseits dem Verbot von professionellen Fussballvereinen geschuldet andererseits daran, dass das neue kommunistische Regime daran ging, die vielen Vereine zwangszufusionieren oder aufzulösen. So musste sich die CSM nach dem Krieg mit einem kleinen Verein namens Lokomotiva fusionieren und spielte eine Zeit lang unter dem Titel Otelul (Stahl) Resita. Anfang 1950 wurde der Name in Metalul Resita geändert. 

 

Unter diesem Namen gewann der Underdog aus dem Banat überraschenderweise den rumänischen Cup im Jahre 1954 gegen den großen Favoriten Dinamo Bukarest. Erstaunlich daran war, dass es das erste Mal in der rumänischen Fussballgeschichte war, dass ein Verein aus der Diviza B, also der zweiten Liga diese Trophäe errang. Nicht unbedingt zur Freude der kommunistischen Bonzen, von denen jeder seine Finger in dem einen oder anderen großen Verein stecken hatte.

 

Das wirkte sich in der Folgezeit auch negativ auf und Resita pendelte zwischen zweiter und dritter Liga herum. Eine Fahrstuhlmannschaft wie man so schön sagte. Nach dem Fall des Kommunismus, der in Rumänien blutig verlief und in der Hinrichtung des Diktators in Targoviste gipfelte geriet der Verein in finanzielle Schieflage. Deswegen wurde er unter dem Namen CSM Resita 2005 zum Farmteam von Universitatea Craiova.

 


Die freigewordene Lizenz wurde um 80.000 Euro an den kleinen Verein Tricotaje Ineu (lustigerweise gibt es jetzt wieder einen Verein dieses Namens) verkauft, der sich dann in FCM Resita umbenannte. Gefördert von der Kommune und Geschäftsleuten sowie der ortsansässigen Universität spielt er jetzt unter dem Namen CSM Scolar Resita. Das Scolar verlor der Verein irgendwann mal auf seiner Reise durch die unteren Ligen. Die Spielstätte ist nach wie vor das 1920 eröffnete Stadion Mircea Chivu mit seiner aussergewöhnlichen Gegentribüne. 12.500 Zuschauer passen aktuell dort rein.

 


Der wohl bekannteste Spieler Resitas ist Dorinel Munteanu, der älteren Fussballfans noch aus seiner Zeit beim Cercle Brügge, 1. FC Köln und VfL Wolfsburg in Erinnerung sein wird. 












Aus der Serie: Rotschwarze Vereine international

 


SCC Mohammedia

 

Dieser Beitrag führt uns nach Marokko, jenem Land, in dem der letzte Afrika-Cup ausgetragen wurde bei dem der Gastgeber gegen Senegal im Finale unterlag. Dieses Finale wird wohl noch lange in der Erinnerung der Leute sein, sei es durch den Abgang der Gäste samt Randalen der Fans nach einem umstrittenen Elfmeterpfiff – der Elfer wurde dann aber sowas von versemmelt – oder die lustige Jagd der marokkanischen Ersatzspieler nach dem Handtuch des senegalesischen Keepers. Marokko.

 

Mohammedia liegt an der Atlantikküste in der Provinz Casablanca (Ich schau dir in die Augen Kleines) und hat rund 200.000 Einwohner. Einige dieser Bewohner gründeten 1948 einen Fussballverein, den sie Chabab Mohammedia nannten. Die Klubfarben wurden Rot und Schwarz. Der (heutige) SCC hatte seine beste Zeit in den 70ern und 80er Jahren, gewann 1980 die marokkanische Meisterschaft und zuvor 1972 und 1975 den marokkanischen Cup. Dazu kommen noch zwei Supercupsiege nämlich 1975 und 1980. 1973 gewannen sie den nordafrikanischen Cup der Cupsieger wie man hierzulande so schön sagt.

 

Diese großen Zeiten sind jedoch vorbei, jetzt spielen sie aktuell in der zweiten marokkanischen Liga.

 

Vor Gründung des Vereines gab es im damals französisch besetzten Marokko in Mohammediya einen Vorgängerverein, nämlich den Fedala Sport Verein. Er löste sich 1956 allerdings auf, nachdem die Franzosen Marokko verlassen hatten. Oder mussten, das kommt immer auf die Betrachtungsweise an.

 


Gespielt wird in dem 1954 eröffneten El Bachir Stadion mit einem Fassungsvermögen von 10.000 Zuschauern. Benannt ist es nach dem wohl bekanntesten und besten Mohammediyaspieler, Abdessalam Bachir. Das Stadion teilen sie mit dem 1946 gegründeten Union de Mohammediya, die aber aktuell in der Amateurklasse herumdümpeln und deswegen auch oft auf andere Stadien wie dem Alia Stadion ausweichen.