Donnerstag, 11. Juni 2026

Lustige Schnurren

 Wo gründet man am besten einen Fussballverband, damals auch Gauverband genannt? Klar in einem Gasthaus. In Oberösterreich, präziser in Linz fand man den Gasthof „Glocke“. Ding-Dong, I heas eh leitn! Immerhin kamen drei Vereine hin, die Vorwärts Steyr hat drauf gepfiffen und is daheim geblieben. Zustimmen kann ma ja auch schriftlich. Sehr CO2-neutral, Bravo! Dampfloks warn ja voll die Umweltschweinderl.

 


In Wien „panierte“ der WAC in der Zwischenzeit am Heimplatz die Cricketer mit 14-0, also quasi „a Hinrichtung“ für den offiziell zweitältesten Wiener Fussballverein. Dabei hätten die Cricketer doch in der 1. Klasse spielen wolln. Wolln heisst aba ned Können…..

 


Ned nur die Berliner und die Wiener ham vor dem Ersten Weltkrieg a „Rapid“-Mannschaft ghabt: Auch in Graz hat sich 1912 ein Sportclub Rapid Graz gegründet. Irgendwie lustig. Ham die dort keine kreativen Leut ghabt, sie sich einen eigenen, superduper Namen zu überlegen? So wie die „Helfort“ in Wien, die nach einem französischen Fort benannt wurde, oder die ganzen „Sternderl“ Vereine (White Star, Blue Star, Red Star….) oder, oder, oder. Gut, erfolgreich dürft der Grazer Verein ned gwesen sein.

 


In Innsbruck wurde auch Fussball gespielt. Also so etwas Ähnliches, is ned anders als jetzt. Lange bevor es die Wacker Innsbruck gab (die mit dem gfälschten Gründungsdatum) spielten schon Innsbrucker Vereine gegeneinander. Dort hat vor allem das Militär diesen Sport populär gmacht. Einer davon war der Tiroler Sportclub.

 


Habts ihr schon mal versucht, mit solchen „Pock“ Fussball zu spielen? Ich mein, damit kann man Wandern und Klettern, am Fussballplatz hat das aber eher nix verloren, oder? Die ham ernsthaft eine Stahlplatteneinlage in der Sohle ghabt. Heut wirst für Stahlkappenschuh in Häfn gsperrt, damals ham sie damit Fussball gspielt. Wie der Rasen nachher ausgschaut hat will ich nicht wissen. 



Splitter aus der Presse

 Ich will Euch hier zwei weitere Artikelchen über den FAVAC präsentieren, die im Sommer 1912 veröffentlicht wurden:



Übrigens sind alle Bilder und Artikel aus dem Onlinearchiv der Nationalbibliothek, ANNO, meist aus dem "Neuen Wiener Tagblatt" sowie dem "Österreichischen Illustrierten Sportblatt" entnommen. Ich schreib das allerdings nicht jedes Mal dazu. 

Die Ungarn und die Wiener

 Als einzige Ethnie neben den deutschsprachigen Untertanen der K.u.K. Monarchie waren die Ungarn innenpolitisch den Österreichern ebenbürtig. Sie hatten ihre Sprache als Amtssprache (neben Deutsch), ein eigenes Parlament und einen mächtigen Ministerpräsidenten. Vor dem 1. Weltkrieg war dies Graf Tisza, ein protestantischer Adliger, der phasenweise neben dem Kaiser der zweitmächtigste Mann der Monarchie war. Sein Zögern, den Serben den Krieg zu erklären (den er in dieser Form ablehnte) führte letztendlich zum Weltkrieg, den er eigentlich nicht wollte. 

Mit dem Fussball in Ungarn wurde unwesentlich später als in Österreich begonnen, die ersten Wettspiele begannen dort im Jahre 1897 auf dem damals neuen Millenaris Sportfeld (heute liegt es gleich neben dem Nep, pardon Ferenc-Puskas-Stadion und ist immer noch im Betrieb), eine ungarische Meisterschaft nach englischem Vorbild gab es bereits seit 1901. Wie auch in Österreich nahmen dort nur Budapester Mannschaften teil. In der Provinz wie man so schön sagte, bildeten sich eigene Meisterschaften. Diese Mannschaften waren immer gern gesehene Gäste in Wien und umgekehrt die österreichischen Mannschaften. Gegen Vereine aus Raab (Györ), Steinamanger (Szombathely), Poszony (heute Bratislava) oder Ödenburg (Sopron) wurden unzählige Freundschaftswettspiele bestritten. Hier einige dieser Mannschaften:







Das Gwirks mit den Böhmen

 


Es ist ja ohnehin ein Gwirks mit den alten Vereinen auf dem Boden der KuK Monarchie oder des Deutschen Reiches. Vor allem die Vereine der österreichsich/deutschen Minderheiten (in der Slowakei der ungarischen Minderheit) sind nach dem verlorenen Weltkrieg entweder in der Versenkung verschwunden oder aufgelöst worden. Das gilt auch für den Teplitzer FK 1903, welcher in einem Hotel mit dem hübschen Namen „Bahnhof“ gegründet wurde, was vermuten lässt, dass dieses Hotel am oder in der Nähe des Teplitzer Hauptbahnhofes gelegen ist. Der Verein war einer der bekanntesten und besten Mannschaften des „Deutschen Fussball Verbandes für Böhmen“ (DFVfB). Unter diesem sperrigen Namen verbarg sich die deutsch-böhmische Fussballiga. Die Tschechen selber hatten eigene Meisterschaften, Spiele zwischen den Deutschböhmen und den Tschechen kamen eher selten vor. Man blieb unter sich, wie man heute sagen würde.  Der Teplitzer FK spielte nach Ende des Weltkrieges bis etwa 1940 in der tschechoslowakischen Liga und erreichte 1934 das Viertelfinale des Mitropacups, wo sie gegen Juventus Turin ausschieden. Aufgelöst wurde der Verein 1940. Der jetzige FK Teplice hat mit dem „alten“ Verein nichts mehr zu tun, er wurde 1945 gegründet.

Österreichisches Polen

 


Der Verein Wisla Krakau ist Euch ja ein Begriff, oder? Er wurde insgesamt 13-mal polnischer Meister, gewann 5-mal den polnischen Cup und einmal den Supercup. Neben Cracovia Krakau der zweitälteste noch existierende polnische Fussballverein.

1906 wurde in Krakau das erste Fussballturnier ausgetragen. Im Blonia Park spielten 16 Mannschaften um den Titel, darunter die „Blauen“ der Zweiten Realschule Krakau und die „Roten“. Sie fusionierten schon bald und gründeten den Verein „Wisla Krakau“. Soweit zu dieser Historie.

Weit weniger bekannt ist, dass Wisla Krakau in der Sitzung vom 16. August 1911 in den Österreichischen Fussball Verband aufgenommen wurden und damit berechtigt waren, an der neu auszurichtenden österreichischen Meisterschaft teilzunehmen. Ihr ewiger Rivale in Krakau, die Cracovia war ebenfalls in den Verband aufgenommen worden. Die am 16. Juni 1906 gegründeten Rotweissen gelten als ältester bestehender polnischer Fussballverein. Er gewann 1921 die erste polnische Fussballmeisterschaft.


Ein schon lange nicht mehr existierender Verein war der 1905 gegründete FC Kattowitz (offiziell FC Preussen Kattowitz), welcher als der Verein der deutschen Minderheit in Polen galt und 1945 von den Behörden aufgelöst wurde.


Ein weiterer nicht mehr existenter Verein war FC Diana Kattowitz, am 13. Juni 1905 gegründet und 1939 aufgelöst, da man ihm jüdische Wurzeln nachsagte. Dies ist aber geschichtlich nicht vollständig gesichert.

Mittwoch, 10. Juni 2026

Karikaturen


 




Lustige Sportfotos


 




Ah, no was......

 Falls ihr euch wunderts, das manche Artikel plötzlich anders sind: ich werde immer wieder neue Erkenntnisse (oder das was mein altes Hirn vergessen hat) in diese Artikel einpflegen. Vor allem der Artikel mit den Vereinen vor 1914 bekommt immer wieder neue Fussballvereine dazu. 

Und damit der Artikel ned vollkommen sinnlos ist, möcht ich Euch noch auf ein Fussballereignis hinweisen, dass sich anlässlich der Polarexpedition eines gewissen Herrn Shackleton 1912 zugetragen hat: A Mätsch am Südpol. 



SC Favorit

Weil ma scho bei den Vereinsadressen san: Ihr alle kennts ja die "Mollardburg", jene Berufsschule für handwerkliche Berufe, welch zu irgend einem Jubiläum von Kaiser Franz Joseph gebaut und eröffnet wurde, oder? Zwischen der Mollardburg und der Feuerwache gibts heut noch ein Gebäude. Bis in die späten 20er Jahre befand sich dort - man glaubt es kaum - ein Fussballplatz. Auf den spielte der Verein "SC Favorit". Blöder Name, könnt ma ihn doch glatt in Sankt Favoriten vermuten. Aber nein, die Gumpendorfer (das dürften auch a paar spezielle Gestalten gwesen sein) nannten ihren Verein so. Erfolgreich war er ned, lang hats ihn auch nicht gegeben aber trotzdem. Dort war ein Fussballplatz. Mitten in Wien sozusagen. 

Dort gabs im März 1912 (das genaue Datum lests oben) ein Turnier. Mit dabei der "Egyertes Torna Osztaly (falsch gschrieben auch noch) aus Raab. Kennts ned? Raba ETO Györ aber schon, oder? Genau das sinds. Und auch die Poszonyi Ujvarosi waren dabei. Die ham auch den ersten Sportplatz des FAVAC eröffnet, damals am 2. Juni 1912. 1-1 unentschieden hamma damals gspielt, unser erstes internationales Mätsch. 




Bei diesem Foto sollte es sich um den SC Favorit Platz handeln, denn beim Südmarkplatz gibt es weit und breit keinen Kirchturm (im Hintergrund). 



Vereinsadressen

 Zeitungen waren jahrzehntelang das Internet für die Bevölkerung. Was man heute in diversen Sozialen Netzwerken lesen kann, fand damals auf Papier statt. Natürlich war das auch für die Vereine wichtig, konnten sie so alles was sie wollten, den Lesern kommunizieren. Oder man konnte dort hinschreiben (Telephon hatten nur die reichen Leute) um Fussballwettspiele auszumachen oder Spielerwechsel anzubahnen. Alle vom Verband zugelassenen Vereine mussten ja ihre Spieler in den Verbandschroniken eintragen lassen. Also gabs in den Zeitungen die Veröffentlichungen der Vereinsadressen. Im Jahre 1913 war Herr Louis Ott, wohnhaft 1100 Wien, Absberggasse 17 der zuständige Vereinssekretär. 


Falls übrigens jemand bei der Vereinsadresse von Rapid über die Tatsache stolpert, dass die Meiselstraße ja im 15. und nicht im 14. Bezirk ist, dem sei gesagt, dass bis zum 15. Oktober 1938 der damalige 14. Wiener Gemeindebezirk Rudolfsheim hieß. Die Fünf-Buchstaben-Partei änderte im Zuge der Gründung von Groß Wien mit seinen 26 Bezirken die Bezirkseinteilung massiv. Rudolfsheim verlor Penzing (dieses wurde mit Hütteldorf und Baumgarten zusammengelegt und der 14. Bezirk) und wurde Fünfhaus angeschlossen, Kaisermühlen kam vom 2. in den neu gegründeten 22. Bezirk, Liesing kam als 26. Bezirk zu Wien, Rothneusiedl, Oberlaa und Unterlaa wurden Teile von Favoriten und so weiter. Die heutigen Stadt/Landesgrenzen gelten seit dem 2. Juli 1954.

Schwechat wurde der 23. Bezirk, Mödling der 24. Bezirk und Klosterneuburg der 25. Bezirk. Heute sind alle drei Dörfer wieder bei de Gscherden.