Fortuna 05
Wenn man in Wien auf eine Alm will,
dann geht man am besten in den Bezirksteil Krottenbach. Also auf die
Krottenbacher Alm. Die gibt es seit 1964, gehört sportlich dem ASKÖ und wird
von der DSV Fortuna 05 bespielt. Ein voll kleiner Platz, der an einer
Längsseite quasi keinen Platz hat, dort stehen nur die Trainerbankln und
dahinter 65 cm Platz bis zum Maschendrahtzaun. Auf der anderen Seite ein Berg,
hinter einem Tor ein gaaanz kleiner Platz und auf der anderen Seite die Kabinen
sowie die Kantine. In Containerbauweise. Also das ist der Fortunaplatz. Als wir
2002 wieder in die Stadtliga aufgestiegen sind, spielten wir im Herbst (es war
wirklich ein trüber, nebliger Herbstsamstag) dort oben. Also hinaufgeturnt und
natürlich dort platziert, wo der wenigste Platz war, nämlich neben den
Trainerbankln. Möglicherweise war die Verwendung von Alkohol und
Kräuterzigaretten dafür verantwortlich – man weiß es nicht.
Das Spiel auf diesem kleinen
Kunstrasenplatz – für den FAVAC damals ungewohnt, hatten wir doch unseren voll
tollen Rasenplatz – war anstrengend, wenn man FavACler war. Fortuna ging in
Führung, wir konnten irgendwie ausgleichen und dann dieses Ergebnis halten.
Okay. Gut.
Ein anderes Mal waren wir –
ebenfalls im Herbst – dort und platzten in die örtliche Grillerei rein, die
aufgefressen wurde, während wir am Platz mit 2-1 gewannen. Obwohl die Fortuna
durchaus ein Angstgegner war, verloren wir komischerweise dort nicht allzu oft.
Keine Ahnung warum. Aber die (alte) Kantine war immer lustig-skurril, wurde sie
doch eine ganze Weile von einem Chinesen geführt, der die besten Pommes ever
gemacht hat. Der ehemalige FavAC- und 1980 Goalie Akos Török hat dort lange das
Tor gehütet. Dessen Papa wollte immer, dass Akos zu Ferencvaros wechselt.
Gelang komischerweise nie. Keine Ahnung warum.
Nach einer dieser Partien hatten
wir dann die großartige Idee, zum Grazer Derby zu fahren. Kurz entschlossen
gings in die Kernölmetropole (Karten konnten wir für die neutrale Tribüne
problemlos kaufen) um dort – der GAK hatte Heimrecht – den Marsch der schwarzen
Gäste bewundern zu dürfen. Eine Würschtlverkäuferin war unsere Anlaufstelle und
als man Lärm und Gesänge hörte, fragte die junge Dame: „Wer kommt denn da?“
Unsere blitzschnelle Antwort: „Die Grazer!“ –
Schenkelklopfer. (Es waren die Sturmfans).
Ein anderes Mal sollte der FavAC
ein Cupspiel bei der Fortuna absolvieren, das zwar abgesagt, aber im System
nicht eingetragen wurde. Also saßen wir dort im Finstern, tranken Bier und
schauten uns das Geisterspiel an. Der FavAC gewann mit 5-0.
Heut spielt die Fortuna in der
fünften Liga, während der FavAC in Liga Drei die Welt unsicher macht.
NUR DER FAVAC!




















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