Eine Reise in Stadion der Stadt Wien
Wien ist ja eine schöne Stadt, die manchmal umgebaut werden muss. Also hat
man sich gedacht, dass man die Bezirke, die Gott mit keiner besonderen Schönheit
ausgezeichnet hat, ein bisserl umbaut. Begonnen wird mit den öffentlichen
Verkehrsmitteln, damit die armen Leute auch wirklich in ihre Wohnhöhlen finden.
Oder in das Stadion der Stadt Wien, dem ehemaligen Sportclubplatz. Dort ist
alles Neu: Die „blaue Tribüne“ ist jetzt schwarz und trägt die weißen Ziffern
der Gründung irgendeines Radfahrvereines, die Friedhofstribüne ist endlich
überdacht und mit lustigen „Kuhpferchmodell“-Sitzen/Stehern ausgerüstet, sprich
alles wurde getan, um rauschende Fussballfeste zu feiern. Die Haupttribüne ist
ein bischen steiler als die alte und ebenfalls überdacht. Und sie hat einen Lift,
mit denen die älteren Sportclubfans, also jene, die es schon waren als der WSC
noch seinen Arierparagrafen hatte hinaufkommen können. Vielleicht laufen deshalb
heute noch einige Leute mit Mohammed Amin Al-Husseinis* schwarzweiß
karierten Tüchern herum. Man weiß es halt nicht. Und es ist auch egal.
Der Einlaß ist ein bisserl kompliziert, das Ticketsystem komisch und man
bekam eine Kontrolle wie auf dem Flughafen. Inklusive Rucksack. Aber das –
siehe Stichwort schwarzweisse Tücher oben – wahrscheinlich nicht ohne Grund. Gut.
Wir waren dann drinnen und beflaggten unseren Sektor, der auf der Haupttribüne
war, da die „blaue“ (jetzt schwarze) Tribüne nicht offen war. Die Gastro
warats, wegen der man nicht aufsperren wollte. Also waren wir auf der
Längstribüne. Gut bewacht von mehreren Securitys, einer hatte sogar einen
Hocker mit, und der Polizei. Lustig.
Bei Spielbeginn begannen wir unseren geliebten und geschätzten Support und
erstaunten damit das anwesende Publikum, die nur die „Murmlertribüne“ gewohnt
waren. Manöverkritik: Wenn ich 500 Leut auf einer Fantribüne habe, dann hört
man die Auswärtsfans quasi nie. Im Stadion der Stadt Wien war das doch der
Fall. Nur nach den Toren hörte man, was diese Tribüne zu leisten imstande ist. „You only sing when your winning“. Die Sportclubfans sind halt
immer noch so chillig, bunt und antifaschistisch wie früher. Also die echten, nicht
die Freizeitfussballfans, die das Ganze mit irgendeinem Event, politischen
Treffen oder Sesselkreis verwechseln.
Das Spiel selber ist schnell
erklärt: Ohne unseren Tormann hätten wir eine klare Packung bekommen. So
verloren wir nur 0-2. Über das Danach kann ich nicht viel sagen, da ich damit
beschäftigt war, aus Dornbach wieder öffentlich irgendwie in die Stadt zu
kommen und das auch geschafft habe. Gute Nacht.
*) 1895 (?) – 1974, Großmufti von Jerusalem, Antisemit, SS-General, Muslimbruder
und Ziehvater von Yassir Arafat. Er „erfand“ in den 1920er Jahren die
schwarzweiße Kufiya, um seine Kämpfer zu schützen. Ich nehme an, Jeder von Euch
hat Google. A „sympatisches“ Kerlchen quasi.




























































