Testspielabend
Testspielabend
Testspiel gegen SCU Kilb
Da wir diese Woche regulär eine Spielpause in der RLO haben, dachte sich der Verein, dass es doch nett wäre, ein Freundschaftsspiel auszutragen. Man hat ja sonst nix anderes zu tun und es soll am Freitag ned kalt werden. Also gut, einen Gegner gesucht und gefunden: SC Kilb.
Der Verein wurde lt. Vereinsseite am 17.4.1953 als Sektion der Union Kilb gegründet, es gibt sogar Namen der Gründer aber ich glaube nicht, dass sie irgendwen ausserhalb von Kilb interessiert. Es dauerte bis Frühjahr 1954 ehe ein Antrag an den Verband gestellt wurde und mit der Herbstsaison 1954/55 wurde der Spielbetrieb aufgenommen. Das alte Stadion bestand bis 1983 und sah 248 Meisterschaftsspiele. Im Jahr 1968 ist auch der Nachwuchsfussball eingeführt worden. Das neue Stadion wurde am 24.6.1984 mit einem Spiel gegen die Nationalmannschaft der DDR eingeweiht. Ende der 90er Jahre begann der Ausbau der Tribüne. Sogar ein Flutlicht wurde installiert.
Der SCU Kilb spielt aktuell in der 1. Landesliga NÖ, ist aktuell 13ter und hat(te) mit der „Kurve 3233“ seit 2007 eine kleine Fanszene. Die Klubfarben sind überraschenderweise Blau-Gelb. Hat irgendwas mit Landesfarben zu tun. Oder sie wurden deshalb gewählt, damit man die Leute von den Maisfeldern rundherum unterscheiden kann. Man weiß es einfach nicht.
Na gut, gegen diese Mannschaft spielen wir am Freitag. Also alle hinkommen, die Burschn haben es sich nach dem Dienstagsspiel mehr als verdient.
Heimsieg!
Und was für einer. Zu Beginn der Frühjahrssaison legten wir richtig gut
los.
Aber der Reihe nach: das am Freitag abgesagte Meisterschaftsspiel gegen
Union Mauer wurde an diesem Dienstag nachgetragen. Gleiche Uhrzeit, gleicher
Platz. Anderer Tag. Dienstag halt. Der begann mit dem Arbeitsschluss und
meinereiner spazierte aus dem Eingangstor und durfte dort gleich einen kleinen
Unfall bewundern. Es war, wie nicht anders zu erwarten folgende Situation: Frau
im Cabrio will einparken, Fahrer dahinter bremst höflich, ein zweiter krachte
in den höflich Platz gebenden Wagen hinein. Bäm! Da dies auf der Schönbrunner
Straße quasi auf der Busspur stattfand konnte man sich die Begeisterung der
Fahrgäste des dahinterstehenden Autobusses vorstellen. Aber gut, es ist ja
Feierabend und man hat deswegen auch keinen Streß, rechtzeitig in die Bude zu
kommen.
Ich nehme zum Glück immer die Untergrundbahn, bei der Auffahrunfälle von
Autos relativ selten sind und kam auch bald in Sankt Favoriten an. Nach drei
Bierchen war ich in der geistigen Verfassung zum Spiel zu gehen.
Obwohl es nicht kalt war und auch kein Schnee lag hielt sich der
Zuschaueranspruch auf unserer Tribüne eher in Grenzen, keine Ahnung ob bei uns
lauter Nachtwächter arbeiten oder die Leute einfach durch den Wochentag
verwirrt waren – es hätten doch ein paar mehr von uns sein können. Immerhin,
auf dem Platz stand die ausreichende Anzahl Spieler, drei Schiedsrichter und
zwei Tore herum – das Spiel konnte beginnen.
Es war ein gutes Spiel, welches unsere Burschn da zeigten und so hatten wir
die Gäste eigentlich immer gut im Griff und unser Brooklyn erzielte nach 11
Minuten (es können auch 10 oder 12 gewesen sein falls ein Statistiker das
liest) das 1-0. Passt schon mal ganz gut, so könnts weitergehen. Bis zur Pause
wurde das Ergebnis allerdings nicht erhöht und nach der Pause ging das muntere
Spiel der Burschn weiter. Wiederum 11 Minuten nach Seitenwechsel erzielte der
FAVAC, genauer gesagt ein gewisser Mansur Kerime (hoffentlich richtig
geschrieben) das 2-0. Jubel, Trubel, Heiterkeit. Irgendwann bekam auch der
Mauertrainer Sattler die Gelbe Karte gezeigt, er wandelt offenbar auf den
Spuren vom Rojgar. Na ja.
Es folgte eine Drangperiode der Gäste, die mit dem 1-2 aus Gästesicht
belohnt wurde. Fast mit der 90. Minute dann noch ein Elfer für die Gäste,
Tormann Verwüster (der Name ist kein Witz sondern echt) hält den gut
geschossenen Strafstoß. Nach 96 Minuten war der geniale Fussballabend für uns
zu Ende, die ersten drei Punkte sind eingefahren.
Der Schnee hat uns einegschissn…..
….und wie.
Ich kann mich nicht erinnern, wann es das letzte Mal so geschneit hat, dass
ein Spiel des FAVAC abgesagt werden musste. So wie dieses Mal. Donnerstagabend
begann es in Wien zu schneien, schwerer nasser Schnee, der die Stadt bis
Freitagmittag in einen weißen Mantel hüllte. Unmöglich, die ganze nasse Pracht
rechtzeitig zu räumen. Wien
stand still. In der Früh ging
zumindest in meiner Gegend nichts. Ausser der Untergrundbahn. Aber alle Busse,
die bei uns fuhren, standen. Es war einfach kein Durchkommen. Der Winterdienst
der Stadt Wien war quasi nicht vorhanden, die privaten Firmen überlastet. Also
konnte auch der FAVAC Platz nicht geräumt werden. Was eigentlich hübsch
anzusehen ist, war Frau Holles Fluch.
Dabei wäre alles angerichtet gewesen. Freunde aus Sofia waren da, auch die
Bregenzer in der Stadt – also alles bereit für eines jener genialen Spiele, die
lange in Erinnerung bleiben würden. Aber nix da. Es ging nix. Weder der FAVAC
noch die Bregenzer konnten spielen, aus Verzweiflung fuhren dann einige
Fussballinteressierte auf die Hohe Warte um sich das Spiel der Vienna gegen St.
Pölten anzusehen (dort war lustigerweise geräumt) – nur ist das natürlich kein
Ersatz für ein Spiel der Rotschwarzen in Favoriten.
Also alles auf Null. Die erste Frühjahrsrunde gegen die Violetten aus dem
23. Bezirk, auch Union Mauer genannt, fiel aus. Blöde Gschicht, weil wir in der
kommenden Woche spielfrei sind. Daher beginnt unsere Saison erst in der ersten
Märzwoche.
Bis dahin:
Malta hat – was nicht jeder weiß eine lange Fussballtradition. Geschuldet ist es dem Umstand, lange Zeit der wichtigste britische Flottenstützpunkt im Mittelmeer zu sein. Und wo der Engländer steht (oder schwimmt) ist Fussball nicht weit weg. So wurde der Hamrun Spartans Football Club im Jahre 1907 gegründet, also etwa in der Zeit, in der auch der mitteleuropäische Fussball erwachte. So auch in Hamrun, einer 9.200 Seelengemeinde an der Südküste Maltas. Die Einwohner werten Tas-Sikkina genannt, was soviel wie „Die ein Messer Tragenden“ bedeutet. Also fast so wie wir Favoritner. Das kommt daher, dass viele Einwohner in den Werften oder am Hafen arbeiteten und dort immer ein Messer parat hatten.
Die Rotschwarzen wurden bald zu einer lokalen Größe, wobei lokal hier
wirklich im engsten Sinne zu sehen ist und konnten 1914 den Meistertitel holen
– zehn weitere sollten noch folgen, der letzte in der vergangenen Saison
(2025). Wie es aber so bei lokalen Größen ist, war die Konkurrenz groß und viele
Vereine schauten begehrlich zu den Spartanern, ob dort nicht der eine oder
andere Spieler abgeworben werden konnte. Immerhin, es war 1918 und der Erste
Weltkrieg in seinem letzten Jahr gewann die Hamrun Spartan zum zweiten Mal den
Titel, diesmal gegen den FC Saint George. Dieser 1890 gegründete Verein gilt
als der älteste auf Malta. Obwohl er nur einen Meistertitel gewann (1916/17)
ist er doch eine feste Größe. Und gegen diesen Pionier gewannen die Spartaner
ihren zweiten Titel.
Damit begann aber auch eine schwierige Phase für die Spartaner, einige
Spieler verließen den Verein oder gründeten neue Vereine, wie zum Beispiel
Hamrun Liberty. Dieser Verein war ziemlich erfolgreich und nach Ende des
Zweiten Weltkrieges, Malta war noch schwer von den Kriegsschäden betroffen
wurde dieser Verein wieder zu Hamrun Spartans FC. 1947 gewannen sie nicht nur
die maltesische Meisterschaft sondern auch den traditionsreichen Cassar Cup.
Es sollte aber weitere 36 Jahre dauern, bis Hamrun Spartans im Jahre 1983
erneut den Titel gewinnen konnte. 1987, 1988 und 1991 waren sie erneut Meister
und in der bisher erfolgreichsten Periode ihres Bestehens.
Es folgte wieder eine 20jährige Durststrecke, ehe 2021 erneut der Titel
geholt werden konnte. Es folgten weitere Titel in den Jahren 2023, 2024 und
2025.
Mit bisher 11 Meistertiteln, 6 Cupsiegen und 7 Supercupsiegen ist der
Hamrun Spartans FC eine der erfolgreichsten Mannschaften der Mittelmeerinsel.
Darüber hinaus erreichte er als erster maltesischer Verein die Qualifikation zur
Championsleague, wo sie in der zweiten Runde gegen Dynamo Kiew mit einem
Gesamtscore von 0-6 deutlich ausgeschieden sind.
Sie spielen meist im vereinseigenen Viktor Tedesco Stadion mit 1.965
Plätzen, benannt nach einem Präsidenten von Hamrun Spartans.
Diesmal geht es auf die Insel und zwar nach Sizilien, wo der ASD Folgore Calcio Castelvetrano gegründet wurde. Der Zweite Weltkrieg war gerade zu Ende und die Jugendlichen suchten sich einen Zeitvertreib. Bis 1949 wurden vor allem Jugendwettspiele abgehalten, ehe den Rotschwarzen der Durchbruch zum wichtigesten Verein der Stadt gelang. Insgesamt 28 Saisonen lang spielten sie in der Serie D recht erfolgreich.
Franco Lombardo war es, der 1945 den Verein gründete und mit ihm bis 1947
an Jugendwettspielen teilnahm. Danach stieg Folgore (wie er kurz genannt wird –
nicht zu verwechseln mit dem SS Folgore aus San Marino) in die erste
sizilianische Liga ein, gewann sie und stieg in die Promozione auf. Danach
folgten wechselhafte Jahre, in denen Folgore Castelvetrano zwischen Promozione
und erster sizilianischer Liga pendelte ehe 1962-63 der Aufstieg in die Serie D
gelang. Dort hielten sie sich 11 Spielzeiten ehe es wieder runter in die
Niederungen des sizilianischen Fussballs ging. Bis 1982-83 schafften sie es aber
wieder hinauf in die Interregio und dann gab es wieder ein Hin- und Herpendeln
des Vereines.
Der erste Auswärtstest findet in Wien statt und zwar in der
Steinbruchstraße bei der Slovan HAC. Also das Binkerl gepackt, in die Schucherl
geschlüpft und per Untergrundbahn zum Spiel gefahren. Nachdem sich so gut wie keiner
der üblichen Verdächtigen positiv geäußert hat dachte ich schon daran, mein Soloprogramm
auszuprobieren, aber:
Es kam anders.
Ein gutes Dutzend FAVACler waren dann am Platz und komplettierten ein wunderbares
Fussballspiel, welches torreich mit 6-3 für den FAVAC ausging. Danke an den Obmann für das spendierte Bier. Äusserst anständig.
NUR DER FAVAC!
USD Palmese
Im Jahre 1914 beschlossen einige fussballbegeisterte Männer, in Palma
Campania einen Verein zu gründen. Der Ort hat mit seinen rund 14.500 Einwohnern
eine lange Geschichte, von der auch die aus dem 9. Jahrhundert stammende Kirche
von San Martino Zeugnis ablegt. Der Verein hat eine lange wechselvolle
Geschichte. Im Wappen steht demzufolge auch zurecht das Wahrzeichen der Stadt,
das Schloß Palma Campania als dessen Symbol. Die Gründung des Vereines war auch
so ein Kraftakt: Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde bereits in der Gegend von
Palma Campania Fussball gespielt. Es handelt sich dabei um wilde Vereine, die
aus der Umgebung stammen und Nachbarschaftsspiele veranstalteten. Um 1910
raffte man sich auf, einen Verein zu gründen, der auch an der nationalen
Meisterschaft mitspielen sollte. Da sich die Verantwortlichen allerdings nicht
einigen konnten blieb es vorerst bei diesem Versuch. 1914 gab es den nächsten
Anlauf und diesmal klappte es. Der ASC Palmese erblickte das Licht der Welt.
Trotzdem wurden vor allem Freundschaftsspiele ausgetragen, da die großen
Vereine, die in der ersten Liga spielten allesamt im Norden waren und dazu die
Beeinträchtigungen durch den Kriegseintritt Italiens 1915 noch größer wurden.
So dauerte es bis 1924, ehe Palmese in die regionale Meisterschaft eintreten
konnte. Im Jahre 1929 gab es dann sogar Spiele gegen Milan, die damals in
Napoli antraten. Als US Palmese wurden sie in die dritte Klasse Campania
eingereiht, wo sie bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges spielten.