Fundstück
Ein interessantes Fundstück aus dem weltweiten Netz habe ich hier:
Ein Fussballspiel zwischen dem Osmanischen Reich und dem Königreich Rumänien am 17. April 1914. In deutschsprachigen Medien, die allgemein verfügbar sind gibt es keinen Hinweis auf ein solches Spiel, daher war ich zunächst skeptisch. In den rumänischen Archiven wird ein solches Spiel aber vermerkt.
Das Spiel fand demnach in Konstantinopel, dem heutigen Istanbul statt und
endete mit einem 1-0 Sieg der Rumänen. In beiden Ländern wurde ja ab spätestens
1905 Fussball gespielt und so war es nicht allzu überraschend, dass es da auch
ein Länderspiel gab. Kurz vor Beginn des Ersten Weltkrieges näherten sich die
beiden Länder, die sich in den Balkankriegen gegenübergestanden sind wieder an,
weshalb es logisch ist, dass damit eine Form der gegenseitigen Entspannung
gefunden wurde.
In Rumänien gilt dieses Spiel als das erste Länderspiel des Königreiches
Rumänien. Die rumänische Mannschaft reiste mit dem Dampfer „Romania“ von
Constantia nach Konstantinopel. Das Spiel fand am „Union Club“ statt, einem
historischen Fussballplatz, welcher ab 1908 auf der ehemaligen Priesterwiese
(Papazin Cayiri) in Kadiköy situiert war. Dort fand auch das erste Derby
zwischen Galatasaray und Fenerbahce Istanbul am 17. Jänner 1909 statt. Heute
ist dieser Platz ein wichtiger Teil im Klubgeschehen von Fenerbahce. Er trägt
heute den Namen Sücrü Saracoglu Stadi. Auch die ersten türkischen bzw.
istanbuler Meisterschaften wurden dort ausgetragen. Glaubt man den zeitgenössischen
Zeitungen sahen damals 4.000 Menschen dem Spiel zu.
Dazu ist zu sagen, dass in beiden Ländern etwa zeitgleich eine
Meisterschaft ausgetragen wurde, im Osmanischen Reich ab 1904, in Rumänien ab
1909. Der erste rumänische Meister war Olympia FC. Diese Meisterschaften wurden
bis 1921 im Pokalmodus ausgetragen. Auch dort waren die ersten Mannschaften von
Ausländern gegründet worden, wie der 1904 gegründete FC Olympia, der von
deutschen Arbeitern ins Leben gerufen wurde. United Ploesti wurde von Briten
und Holländern im Jahre 1909 gegründet. Ab 1921 gab es eine landesweite
Meisterschaft, die um die von Österreich-Ungarn gewonnene Gebiete erweitert
wurde. 1932 wurde die Meisterschaft dann professionalisiert. Durch die
Gebietsgewinne (und vorübergehende Verluste wärend des Zweiten Weltkrieges) kam
es auch, dass der Oradea FC, gegründet als Nagyvaradi AC 1910 sowohl 1948
rumänischer als auch 1944 ungarischer Meister wurde.
In Konstantinopel fand die erste Meisterschaft 1904 statt, der erste
Meister war HMS Imogene FC. Die Mannschaft setzte sich aus Seeleuten des
Schiffes HMS Imogene zusammen und verblieb bis 1909 in der Istanbul Liga.
Gegründet wurde diese Liga von den Herrn James Lafontaine und Henry Pears. In
den ersten beiden Jahren spielten nur „ausländische“ Mannschaften mit, ehe der
eigentliche Vorläufer von Galatasaray 1905/1906 daran teilnahm. Der Name
bedeutet übrigens „Herren von Galata“. Damit war die Universität gemeint. Ali
Sami Yen war einer der Gründer und der erste Präsident von Galatasaray. Die
offizielle Registrierung erfolgte 1912, da es davor keine Registrierungspflicht
bzw. Möglichkeit gab. Daher sind viele Daten aus dieser Zeit jene, die sich die
Vereine selber gaben. Diese erste istanbuler Liga wurde während der
Balkankriege 1912/13 unterbrochen. Dabei lösten sich fast alle „ausländischen“
Vereine wie Imogen FC, Cady Keuy FC oder der FC Moda auf. Bis 1951 gab es diese
Liga, obwohl es seit 1924 eine türkische Meisterschaft gab. 1959 wurde dann die
Süper Lig gegründet.
Ältestes Foto von Galatasaray:
Imperiul Otoman - Regatul României 0-1 (17 aprilie 1914)
Povestea ineditului meci de fotbal din 1914 dintre Imperiul Otoman şi Regatul României | adevarul.ro
İstanbul Futbol Ligi – Wikipedia






















































