Weniger lustig war die politische Lage in Österreich: Bei den Wahlen in
Deutschland ist der Postkartenmaler mit seiner (verflucht möge sie sein) Partei
Reichskanzler geworden und das spiegelte sich natürlich auch auf die
österreichische Politik um, wo diese Partei ebenfalls aktiv war. In Villach gab
es zu dieser Zeit (Februar 1933) einen Wechsel des Bürgermeisters, sprich ein
neuer sollte im Gemeinderat gewählt werden. Dies wollten zehn Abgeordnete der
Fünf-Buchstaben-Partei verhindern, indem sie randalierten und vor der
Abstimmung den Sitzungssaal verließen. Das passierte mehrmals und so entschloss
sich der Gemeinderat, die zehn Männer von der Abstimmung auszuschließen und
holte kurzerhand die Polizei her, die diese Männer arretierte. Ich verkneife mir
jetzt jeden Hinweis auf eine heute existierende Drei-Buchstaben-Partei, die
ähnlich agiert. Oder doch nicht.
Ebenfalls weniger lustig war das Attentat am 4. Februar 1933 auf die
Mikrobiologin und Literatin Rosa „Rosi“ Meller durch einen Anhänger der Fünf-Buchstaben-Partei.
Meller überlebte das Attentat und im nachfolgenden Prozess wurde sie wegen
übler Nachrede zu sechs Monaten Arrest verurteilt, dem sie sich durch die
Flucht nach Frankreich entzog. Meller war eine deutsch-ungarische Jüdin, die
mit ihrer Familie nach der Machtergreifung Miklos Horthys de Nagybanyas in
Ungarn nach Wien zog. Sie studierte in Halle und arbeitete danach in Wien im
Laboratorium der Arbeiterkrankenhasse. Daneben schrieb sie unter dem Pseudonym „Frank
Maar“ einige Bücher und Theaterstücke. In Budapest wurde sie eine gefeierte
Bühnenautorin. Ihr Sohn, Georges Baal (eigentlich Georges Balassa) wurde
Psychotherapeut, ihre Nichte Agnes Heller eine bekannte Philosophin. Die
Familie überlebte die Shoa in Ungarn.





