Wenn man in den Zeitungen von 1933 – ich habe als erstes natürlich das Spiel
der Vienna gegen die QPR genommen und rundherum geblättert – schaut, findet man
einiges Interessantes oder Lustiges: So wird in der Rublik „Aus dem Publikum“
über Verdauungsbeschwerden gesprochen. Das dürfte damals ein großes
gesellschaftliches Problem gewesen sein, hervorgerufen durch die damaligen
Ernährungsgewohnheiten, die sich meist in der relativen Armut der kleinen Leute
manifestierte. Jedenfalls – es war ein Thema, welches in der Zeitung behandelt
wurde. Olfaktorisch war das vermutlich mit einer Fahrt in der U6 vergleichbar.
Etwas politischer ist die Randnotiz, wonach die „Österreichische
Frauenpartei“ ihre Generalversammlung abhielt. Im Jahre 1929 gründeten Frauenrechtlerinnen
(richtig gegendert) um Marianne Hainisch (die Mutter des ersten Bundespräsidenten Michael Hainisch) herum diese Partei, die sich die
Gleichberechtigung und Verständigung mit den anderen Parteien in Dingen der
Frauenrechte zur Aufgabe gemacht hat. 1931 traten sie bei den Innsbrucker
Kommunalwahlen (sprich Bürgermeisterwahlen) an, verfehlten aber ein Mandat. Dollfuß
ließ die Partei 1934 vollkommen überraschend verbieten. Irgendwer musste ja am Herd
stehen und kochen, während die Männer draussen auf Sozialdemokraten schossen –
siehe Verdauungsprobleme.
Marianne Hainisch - Demokratiezentrum Wien


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