Samstag, 6. Juni 2026

Frauenpartei und Verdauungsprobleme

 

Wenn man in den Zeitungen von 1933 – ich habe als erstes natürlich das Spiel der Vienna gegen die QPR genommen und rundherum geblättert – schaut, findet man einiges Interessantes oder Lustiges: So wird in der Rublik „Aus dem Publikum“ über Verdauungsbeschwerden gesprochen. Das dürfte damals ein großes gesellschaftliches Problem gewesen sein, hervorgerufen durch die damaligen Ernährungsgewohnheiten, die sich meist in der relativen Armut der kleinen Leute manifestierte. Jedenfalls – es war ein Thema, welches in der Zeitung behandelt wurde. Olfaktorisch war das vermutlich mit einer Fahrt in der U6 vergleichbar. 



Etwas politischer ist die Randnotiz, wonach die „Österreichische Frauenpartei“ ihre Generalversammlung abhielt. Im Jahre 1929 gründeten Frauenrechtlerinnen (richtig gegendert) um Marianne Hainisch (die Mutter des ersten Bundespräsidenten Michael Hainisch) herum diese Partei, die sich die Gleichberechtigung und Verständigung mit den anderen Parteien in Dingen der Frauenrechte zur Aufgabe gemacht hat. 1931 traten sie bei den Innsbrucker Kommunalwahlen (sprich Bürgermeisterwahlen) an, verfehlten aber ein Mandat. Dollfuß ließ die Partei 1934 vollkommen überraschend verbieten. Irgendwer musste ja am Herd stehen und kochen, während die Männer draussen auf Sozialdemokraten schossen – siehe Verdauungsprobleme.


Marianne Hainisch - Demokratiezentrum Wien


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