Donnerstag, 11. Juni 2026

KuK Infanterieregiment 84

 In Sarajewo lag das K.u.K. Infanterieregiment 84. Ned weiter interessant, oder? Doch, weil in diesem Infanterieregiment - der Kuckuck weiß warum - viele Fussballspieler aus Wien dienten. Keine Ahnung ob als Bestrafung oder weil es so eine Art Sportschule gewesen ist, ich konnts noch nicht herausfinden. Is aber auch powidl, weil es eher darum ging, dass dieses Infanterieregiment in Bosnien Fussballspiele austrug. Auch dort verbreitete sich vor dem Ersten Weltkrieg der Fussball, von Agram aus kommend eroberte er auch diese besetzte Provinz. In Sarajewo gab es einen Fussballclub namens "Osman", was den Rückschluss zulässt, dass er von muslimischen Bosniaken gegründet wurde. Muss ich noch nachrecherchieren und dann hier ergänzen. Das IR 84 jedenfalls spielte relativ oft gegen dieses Team. Und gewann meistens. Der Erste Weltkrieg verhinderte aber die Errichtung einer eigenen Meisterschaft. Ob die dort tätigen Spieler den Krieg überlebten, entzieht sich meiner Kenntnis, es sollen laut untenstehenden Artikel 12.000 gewesen sein. 





Kurzgeschichte der "84er"-Kapelle und ihrer Kapellmeister - Walter Schwanzer Musikverlage

Feierliche Weihe des Denkmals vom Infanterie Regiment Nr. 84 in Mistelbach! - Mistelbach

SAPANOW-Gedenkmedaille


Die erste Meisterschaft des Favoritner A(S)C

 Die erste Meisterschaft des Favoritner AC liegt weitestehend im Dunklen. Auch bei akribischer Nachforschung in den zeitgenössischen Blättern konnte ich keinen Spielplan oder etwaige Ergebnisse in Erfahrung bringen. Immerhin weiß ich, welche Mannschaften teilnahmen und wie die Schlusstabelle aussah. Hier sind sie:




Frage

Was haben Dionys Schönecker und der Turniersieg der Amateure (Austria) in Turin miteinander zu tun?

Richtig! Nix.

Ich wollt nur mal die beiden Bilder herzeigen. 

Danke für die Aufmerksamkeit!




Lustige Schnurren

 Wo gründet man am besten einen Fussballverband, damals auch Gauverband genannt? Klar in einem Gasthaus. In Oberösterreich, präziser in Linz fand man den Gasthof „Glocke“. Ding-Dong, I heas eh leitn! Immerhin kamen drei Vereine hin, die Vorwärts Steyr hat drauf gepfiffen und is daheim geblieben. Zustimmen kann ma ja auch schriftlich. Sehr CO2-neutral, Bravo! Dampfloks warn ja voll die Umweltschweinderl.

 


In Wien „panierte“ der WAC in der Zwischenzeit am Heimplatz die Cricketer mit 14-0, also quasi „a Hinrichtung“ für den offiziell zweitältesten Wiener Fussballverein. Dabei hätten die Cricketer doch in der 1. Klasse spielen wolln. Wolln heisst aba ned Können…..

 


Ned nur die Berliner und die Wiener ham vor dem Ersten Weltkrieg a „Rapid“-Mannschaft ghabt: Auch in Graz hat sich 1912 ein Sportclub Rapid Graz gegründet. Irgendwie lustig. Ham die dort keine kreativen Leut ghabt, sie sich einen eigenen, superduper Namen zu überlegen? So wie die „Helfort“ in Wien, die nach einem französischen Fort benannt wurde, oder die ganzen „Sternderl“ Vereine (White Star, Blue Star, Red Star….) oder, oder, oder. Gut, erfolgreich dürft der Grazer Verein ned gwesen sein.

 


In Innsbruck wurde auch Fussball gespielt. Also so etwas Ähnliches, is ned anders als jetzt. Lange bevor es die Wacker Innsbruck gab (die mit dem gfälschten Gründungsdatum) spielten schon Innsbrucker Vereine gegeneinander. Dort hat vor allem das Militär diesen Sport populär gmacht. Einer davon war der Tiroler Sportclub.

 


Habts ihr schon mal versucht, mit solchen „Pock“ Fussball zu spielen? Ich mein, damit kann man Wandern und Klettern, am Fussballplatz hat das aber eher nix verloren, oder? Die ham ernsthaft eine Stahlplatteneinlage in der Sohle ghabt. Heut wirst für Stahlkappenschuh in Häfn gsperrt, damals ham sie damit Fussball gspielt. Wie der Rasen nachher ausgschaut hat will ich nicht wissen. 



Splitter aus der Presse

 Ich will Euch hier zwei weitere Artikelchen über den FAVAC präsentieren, die im Sommer 1912 veröffentlicht wurden:



Übrigens sind alle Bilder und Artikel aus dem Onlinearchiv der Nationalbibliothek, ANNO, meist aus dem "Neuen Wiener Tagblatt" sowie dem "Österreichischen Illustrierten Sportblatt" entnommen. Ich schreib das allerdings nicht jedes Mal dazu. 

Die Ungarn und die Wiener

 Als einzige Ethnie neben den deutschsprachigen Untertanen der K.u.K. Monarchie waren die Ungarn innenpolitisch den Österreichern ebenbürtig. Sie hatten ihre Sprache als Amtssprache (neben Deutsch), ein eigenes Parlament und einen mächtigen Ministerpräsidenten. Vor dem 1. Weltkrieg war dies Graf Tisza, ein protestantischer Adliger, der phasenweise neben dem Kaiser der zweitmächtigste Mann der Monarchie war. Sein Zögern, den Serben den Krieg zu erklären (den er in dieser Form ablehnte) führte letztendlich zum Weltkrieg, den er eigentlich nicht wollte. 

Mit dem Fussball in Ungarn wurde unwesentlich später als in Österreich begonnen, die ersten Wettspiele begannen dort im Jahre 1897 auf dem damals neuen Millenaris Sportfeld (heute liegt es gleich neben dem Nep, pardon Ferenc-Puskas-Stadion und ist immer noch im Betrieb), eine ungarische Meisterschaft nach englischem Vorbild gab es bereits seit 1901. Wie auch in Österreich nahmen dort nur Budapester Mannschaften teil. In der Provinz wie man so schön sagte, bildeten sich eigene Meisterschaften. Diese Mannschaften waren immer gern gesehene Gäste in Wien und umgekehrt die österreichischen Mannschaften. Gegen Vereine aus Raab (Györ), Steinamanger (Szombathely), Poszony (heute Bratislava) oder Ödenburg (Sopron) wurden unzählige Freundschaftswettspiele bestritten. Hier einige dieser Mannschaften:








Das Gwirks mit den Böhmen

 


Es ist ja ohnehin ein Gwirks mit den alten Vereinen auf dem Boden der KuK Monarchie oder des Deutschen Reiches. Vor allem die Vereine der österreichsich/deutschen Minderheiten (in der Slowakei der ungarischen Minderheit) sind nach dem verlorenen Weltkrieg entweder in der Versenkung verschwunden oder aufgelöst worden. Das gilt auch für den Teplitzer FK 1903, welcher in einem Hotel mit dem hübschen Namen „Bahnhof“ gegründet wurde, was vermuten lässt, dass dieses Hotel am oder in der Nähe des Teplitzer Hauptbahnhofes gelegen ist. Der Verein war einer der bekanntesten und besten Mannschaften des „Deutschen Fussball Verbandes für Böhmen“ (DFVfB). Unter diesem sperrigen Namen verbarg sich die deutsch-böhmische Fussballiga. Die Tschechen selber hatten eigene Meisterschaften, Spiele zwischen den Deutschböhmen und den Tschechen kamen eher selten vor. Man blieb unter sich, wie man heute sagen würde.  Der Teplitzer FK spielte nach Ende des Weltkrieges bis etwa 1940 in der tschechoslowakischen Liga und erreichte 1934 das Viertelfinale des Mitropacups, wo sie gegen Juventus Turin ausschieden. Aufgelöst wurde der Verein 1940. Der jetzige FK Teplice hat mit dem „alten“ Verein nichts mehr zu tun, er wurde 1945 gegründet.

Österreichisches Polen

 


Der Verein Wisla Krakau ist Euch ja ein Begriff, oder? Er wurde insgesamt 13-mal polnischer Meister, gewann 5-mal den polnischen Cup und einmal den Supercup. Neben Cracovia Krakau der zweitälteste noch existierende polnische Fussballverein.

1906 wurde in Krakau das erste Fussballturnier ausgetragen. Im Blonia Park spielten 16 Mannschaften um den Titel, darunter die „Blauen“ der Zweiten Realschule Krakau und die „Roten“. Sie fusionierten schon bald und gründeten den Verein „Wisla Krakau“. Soweit zu dieser Historie.

Weit weniger bekannt ist, dass Wisla Krakau in der Sitzung vom 16. August 1911 in den Österreichischen Fussball Verband aufgenommen wurden und damit berechtigt waren, an der neu auszurichtenden österreichischen Meisterschaft teilzunehmen. Ihr ewiger Rivale in Krakau, die Cracovia war ebenfalls in den Verband aufgenommen worden. Die am 16. Juni 1906 gegründeten Rotweissen gelten als ältester bestehender polnischer Fussballverein. Er gewann 1921 die erste polnische Fussballmeisterschaft.


Ein schon lange nicht mehr existierender Verein war der 1905 gegründete FC Kattowitz (offiziell FC Preussen Kattowitz), welcher als der Verein der deutschen Minderheit in Polen galt und 1945 von den Behörden aufgelöst wurde.


Ein weiterer nicht mehr existenter Verein war FC Diana Kattowitz, am 13. Juni 1905 gegründet und 1939 aufgelöst, da man ihm jüdische Wurzeln nachsagte. Dies ist aber geschichtlich nicht vollständig gesichert.