Die Tabelle der Herbstmeisterschaft war die letzte, die noch in der kuk Monarchie entstanden ist. Danach war Schluss: Die Frühjahrsmeisterschaft wurde schon unter den Fahnen der demokratischen Republik "Deutschösterreich" durchgeführt:
Montag, 29. Juni 2026
Sportlertreffs
Das Cafe Lovrana im 3. Bezirk, Löwengasse 36 war nach dem Krieg ein
beliebter Sporttreffpunkt. Einige Vereine hielten dort Sitzungen ab oder
besprachen Turniere. Das Cafe – benannt nach einem beliebten Badeort an der
Adria – gibt es leider schon lange nicht mehr, die jüdischen Besitzer Anna,
Hertha und Josef Schwimmer wurden 1942 ins Ghetto nach Riga deportiert und
starben dort. Lustigerweise ist heute ein Anitquariat dort ansässig.
Um den Sportplatzmangel – viele Sportplätze waren noch im Bau oder Planung –
etwas abzuhelfen, überließen einige erstklassige bzw. platzbesitzende Vereine
ihr Territorium den unterklassigen Vereinen. Interessanterweise waren bei
diesen Vereinen weder der Sportclub noch die Amateure (Austria) dabei, ebenso
fehlten Vereine wie Cricketer und Wacker.
Der FAVAC nimmt seinen Spielbetrieb wieder auf
Anfang Jänner 1919 vermeldete der NoeFV ganz stolz die Wiederaufnahme des Spielbetriebes durch die unterklassigen Mannschaften. Endlich waren die meisten Männer wieder da – soferne sie überlebt haben – und so konnten die Vereine, so sie einen Platz zum Spielen fanden wieder dem runden Leder nachjagen.
Der älteste, mir bekannte Zeitungsausschnitt nach dem Ersten Weltkrieg war
jener vom 23. März 1919, wo ein Spiel zwischen dem Rennweger SV und dem
Favoritner AC beschrieben wird, den die Rennweger mit 7-1 gewannen. Falls es
noch ältere Berichte gibt werde ich sie natürlich ergänzen.
Analoges Internet von seinerzeit
Freundschaftsspiele sind etwas Tolles und gehören in die Zeitung. Im
Frühling 1919 fand man im Illustrierten Sportblatt einen trockenen Zweizeiler:
Hakoah – NAC 3-1, Schiri von den Zuschauern vermöbelt. Schöner geschrieben,
aber inhaltlich dasselbe. Ich stell mir grad vor, wie das heute geschrieben
worden wäre. Dritter Weltkrieg – mindestens.
Der WAC besaß nach dem Krieg das einzige länderspieltaugliche Stadion. Die
(neue) Hohe Warte war noch nicht gebaut (bis dahin vergehen noch zwei Jahre)
und die anderen Fussballplätze waren durch die Dauernutzung unbespielbar. Also „musste“
man am WAC Platz das Spiel gegen Ungarn abhalten. Nur – der WAC stellte in dem
Wissen, dass es keine Alternative gibt, ziemlich hohe Forderungen an den
Verband. Der lehnte ab und so gab es kein Länderspiel.
Der Krieg war kaum vorbei, als man sich schon wieder mit dem Gedanken an
Olympische Spiele trug. Am besten irgendwo, wo es symbolträchtig ist. Die
neutralen Staaten wollten logischerweise ein neutrales Land (Schweden bot sich
an), während die Franzosen die Olympiade 1920 unbedingt in Lyon austragen wollte,
wo tausende deutsche Kriegsgefangene ein Stadion für 40.000 Zuschauer bauten. Einfach,
um noch einmal zu zeigen, wer die Sieger sind. Schlußendlich fanden sie in
Antwerpen statt und Lyon blieb auf seinem Stadion „sitzen“. Die Franzosen waren
nicht amüsiert. In Antwerpen wurden die 1913 von Pierre de Coubertin erfundenen
5 Ringe erstmals präsentiert. Die fünf Kriegsverlierer Deutschland, Österreich,
Ungarn, Bulgarien und das Osmanische Reich durften nicht mitmachen.











