Anfang Mai 1903 las man im „Neuen
Wiener Tagblatt“ von der Absicht seitens des FC Hellas, sich mit dem Neubauer
Sportclub zu fusionieren. Eine entsprechende Versammlung war für Sonntag, den
10. Mai 1903 angekündigt. Der Neubauer Sportclub hat erst kürzlich einen
eigenen Fussballplatz in Ottakring, Ecke Montleartstraße und Ottakringer Straße
(ganz in der Nähe des heutigen TRZ des WSC, die Adresse gibt es in dieser Form
nicht mehr, da die Ottakringer Straße nicht mehr bis dorthin führt) errichtet.
Ob es zu dieser Fusion kam, ist unklar, die Zeitungen berichten nicht wirklich
darüber. Fakt ist, dass der Neubauer Sportclub am 13.5.1903 ebenfalls eine
vertrauliche Ausschußsitzung hatte, was darauf hindeuten kann, dass diese
Fusion auch tatsächlich vollzogen wurde.
Eine weitere lustige Geschichte
ist die Nennung der „Floridsdorfer Admira“, welche im Mai 1903 zwei Spiele
gegen – und auch das ist wieder interessant – die Simmeringer „Ostmark“
spielte. Beide Vereine existierten nur kurz, ehe dann die „richtige“ Admira
1905 und die „echte“ Ostmark 1910 gegründet wurden. Ebenfalls gefunden habe ich
ein Spiel im Mai 1903 gegen eine „Red Star“. Das ist vermutlich das erste
dokumentierte Spiel der Rotsterne in den Zeitungen.
Auch eine „Deutsche
Fussballmannschaft WACKER“ suchte im Mai 1903 Gegner für Wettspiele. Das ist
auch wieder so eine Verwirrung stiftende Namensnennung, denn die „richtige“
Wacker Wien wurde erst 1908 gegründet. Später gab es noch eine Wacker 1910, die
aber nie die Bekanntheit der Meidlinger Wacker bekam. Die Deutsche
Fussballmannschaft Wacker hatte offenbar einen eigenen Platz am Landstraßer
Gürtel nähe Belvedere. Falls das historische Umkleidelokal „Hotel Belvedere“
mit dem heutigen, am Rennweg liegenden Hotel ident sein soll (was ich nicht
glaube) dann hatten sie einen ziemlich „bradn Weg“ zum Sportplatz.
Ebenfalls im Mai 1903 teilte uns
der Sportclub Transvaal, der sich erst kürzlich offiziell gegründet hat (wobei
ich sicher bin, dass er eine Sektion des Radfahrvereins Transvaal war) mit,
dass er einen Sportplatz im Prater nächst der Sophienbrücke (heute
Rotundenbrücke) gefunden hat und dort zu Pfingsten ein Turnier zu veranstalten
gedenkt.
Ein weiterer für mich vollkommen
schräger Verein war der Sportverein PRETORIA, welcher 1903 über einen eigenen
Platz verfügte und zu Wettspielen einlud. Der Name wird sich vermutlich – wie
bei Transvaal – aus dem Burenkrieg herleiten. Ob die Spieler Engländer waren
kann man nur vermuten.











