Freundschaftsspiele sind etwas Tolles und gehören in die Zeitung. Im
Frühling 1919 fand man im Illustrierten Sportblatt einen trockenen Zweizeiler:
Hakoah – NAC 3-1, Schiri von den Zuschauern vermöbelt. Schöner geschrieben,
aber inhaltlich dasselbe. Ich stell mir grad vor, wie das heute geschrieben
worden wäre. Dritter Weltkrieg – mindestens.
Der WAC besaß nach dem Krieg das einzige länderspieltaugliche Stadion. Die
(neue) Hohe Warte war noch nicht gebaut (bis dahin vergehen noch zwei Jahre)
und die anderen Fussballplätze waren durch die Dauernutzung unbespielbar. Also „musste“
man am WAC Platz das Spiel gegen Ungarn abhalten. Nur – der WAC stellte in dem
Wissen, dass es keine Alternative gibt, ziemlich hohe Forderungen an den
Verband. Der lehnte ab und so gab es kein Länderspiel.
Der Krieg war kaum vorbei, als man sich schon wieder mit dem Gedanken an
Olympische Spiele trug. Am besten irgendwo, wo es symbolträchtig ist. Die
neutralen Staaten wollten logischerweise ein neutrales Land (Schweden bot sich
an), während die Franzosen die Olympiade 1920 unbedingt in Lyon austragen wollte,
wo tausende deutsche Kriegsgefangene ein Stadion für 40.000 Zuschauer bauten. Einfach,
um noch einmal zu zeigen, wer die Sieger sind. Schlußendlich fanden sie in
Antwerpen statt und Lyon blieb auf seinem Stadion „sitzen“. Die Franzosen waren
nicht amüsiert. In Antwerpen wurden die 1913 von Pierre de Coubertin erfundenen
5 Ringe erstmals präsentiert. Die fünf Kriegsverlierer Deutschland, Österreich,
Ungarn, Bulgarien und das Osmanische Reich durften nicht mitmachen.



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