Montag, 26. Januar 2026

Aus der Serie: Rotschwarze Vereine international

 


CSM Resita

 

Es war der 6. Mai 1926 als in einer kleinen Stadt im Banat ein Verein gegründet wurde: CSM Resita. Spieler und Funktionäre zweier Stadtvereine, nämlich Clubul Sportiv und Societatea Sportivă Muncitorească entschlossen sich, sich zusammenzutun und einen größeren Verein zu gründen, eben CSM Resita. Die „Rotschwarzen aus dem Banat“ waren auf der Fussballbühne erschienen. Und wie auch noch: bereits fünf Jahre nach ihrer Gründung gewann der Verein die rumänische Meisterschaft. Zunächst schlugen sie im Staffelfinale (West) den Societatea Gimnastika Sibiu und im Endspiel dann den großen Favoriten Venus Bukarest. Zwischen 1919 und 1940 gewannen die Bukarester insgesamt 7 Meisterschaften. Nur eben nicht 1931.

 

Es sollte aber seine einzige bleiben. Der Verein aus einem Industriestädtchen konnte in den Folgejahren und nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr ganz an die Erfolge der Zwischenkriegszeit (auch Rumänien nahm 1916 bis 1918 am Ersten Weltkrieg teil und bekam dafür einen großen Teil des Königreiches Ungarn zugesprochen) anknüpfen. Das war einerseits dem Verbot von professionellen Fussballvereinen geschuldet andererseits daran, dass das neue kommunistische Regime daran ging, die vielen Vereine zwangszufusionieren oder aufzulösen. So musste sich die CSM nach dem Krieg mit einem kleinen Verein namens Lokomotiva fusionieren und spielte eine Zeit lang unter dem Titel Otelul (Stahl) Resita. Anfang 1950 wurde der Name in Metalul Resita geändert. 

 

Unter diesem Namen gewann der Underdog aus dem Banat überraschenderweise den rumänischen Cup im Jahre 1954 gegen den großen Favoriten Dinamo Bukarest. Erstaunlich daran war, dass es das erste Mal in der rumänischen Fussballgeschichte war, dass ein Verein aus der Diviza B, also der zweiten Liga diese Trophäe errang. Nicht unbedingt zur Freude der kommunistischen Bonzen, von denen jeder seine Finger in dem einen oder anderen großen Verein stecken hatte.

 

Das wirkte sich in der Folgezeit auch negativ auf und Resita pendelte zwischen zweiter und dritter Liga herum. Eine Fahrstuhlmannschaft wie man so schön sagte. Nach dem Fall des Kommunismus, der in Rumänien blutig verlief und in der Hinrichtung des Diktators in Targoviste gipfelte geriet der Verein in finanzielle Schieflage. Deswegen wurde er unter dem Namen CSM Resita 2005 zum Farmteam von Universitatea Craiova.

 


Die freigewordene Lizenz wurde um 80.000 Euro an den kleinen Verein Tricotaje Ineu (lustigerweise gibt es jetzt wieder einen Verein dieses Namens) verkauft, der sich dann in FCM Resita umbenannte. Gefördert von der Kommune und Geschäftsleuten sowie der ortsansässigen Universität spielt er jetzt unter dem Namen CSM Scolar Resita. Das Scolar verlor der Verein irgendwann mal auf seiner Reise durch die unteren Ligen. Die Spielstätte ist nach wie vor das 1920 eröffnete Stadion Mircea Chivu mit seiner aussergewöhnlichen Gegentribüne. 12.500 Zuschauer passen aktuell dort rein.

 


Der wohl bekannteste Spieler Resitas ist Dorinel Munteanu, der älteren Fussballfans noch aus seiner Zeit beim Cercle Brügge, 1. FC Köln und VfL Wolfsburg in Erinnerung sein wird. 












Aus der Serie: Rotschwarze Vereine international

 


SCC Mohammedia

 

Dieser Beitrag führt uns nach Marokko, jenem Land, in dem der letzte Afrika-Cup ausgetragen wurde bei dem der Gastgeber gegen Senegal im Finale unterlag. Dieses Finale wird wohl noch lange in der Erinnerung der Leute sein, sei es durch den Abgang der Gäste samt Randalen der Fans nach einem umstrittenen Elfmeterpfiff – der Elfer wurde dann aber sowas von versemmelt – oder die lustige Jagd der marokkanischen Ersatzspieler nach dem Handtuch des senegalesischen Keepers. Marokko.

 

Mohammedia liegt an der Atlantikküste in der Provinz Casablanca (Ich schau dir in die Augen Kleines) und hat rund 200.000 Einwohner. Einige dieser Bewohner gründeten 1948 einen Fussballverein, den sie Chabab Mohammedia nannten. Die Klubfarben wurden Rot und Schwarz. Der (heutige) SCC hatte seine beste Zeit in den 70ern und 80er Jahren, gewann 1980 die marokkanische Meisterschaft und zuvor 1972 und 1975 den marokkanischen Cup. Dazu kommen noch zwei Supercupsiege nämlich 1975 und 1980. 1973 gewannen sie den nordafrikanischen Cup der Cupsieger wie man hierzulande so schön sagt.

 

Diese großen Zeiten sind jedoch vorbei, jetzt spielen sie aktuell in der zweiten marokkanischen Liga.

 

Vor Gründung des Vereines gab es im damals französisch besetzten Marokko in Mohammediya einen Vorgängerverein, nämlich den Fedala Sport Verein. Er löste sich 1956 allerdings auf, nachdem die Franzosen Marokko verlassen hatten. Oder mussten, das kommt immer auf die Betrachtungsweise an.

 


Gespielt wird in dem 1954 eröffneten El Bachir Stadion mit einem Fassungsvermögen von 10.000 Zuschauern. Benannt ist es nach dem wohl bekanntesten und besten Mohammediyaspieler, Abdessalam Bachir. Das Stadion teilen sie mit dem 1946 gegründeten Union de Mohammediya, die aber aktuell in der Amateurklasse herumdümpeln und deswegen auch oft auf andere Stadien wie dem Alia Stadion ausweichen.  













Sonntag, 25. Januar 2026

Aus der Serie: Rotschwarze Vereine international

 

Pecsi MFC

 


Der Pecsi MSC (wie der heutige Name ist) wurde 1950 als „Pecsi Dosza“, benannt nach dem ungarischen Bauernführer mit den Klubfarben violett und weiß gegründet. Bis 1973 hatten sie diesen Namen, ehe am 16. Februar 1973 durch eine Fusion von fünf Pecser Vereine der „Pecsi Munkas FC“ oder kurz PMFC mit den Klubfarben rot und schwarz entstand. Einer dieser Vorgängervereine war „Pecsi Banyas“, der 1922 gegründet wurde. Dieser Bergwerkverein konnte in seiner ganzen Zeit allerdings nur wenige Erfolge feiern. Ein weiterer war „Pecsi Epitök“ der Verein der Handwerker, daneben noch „Pecsi Helyiipari SK“, der Verein der kleinen Industriebetriebe und schließlich noch „Peci Ercbanyasz SC“, der Verein der Uranerzarbeiter.

 

Gespielt wird im Ujmecsekalja Stadion mit einer Kapazität von 7.000 Zusehern. Übersetzen kann man das Stadion in etwa mit „Stadion am Neuen Schüsselgrund“. Eine ältere Fangruppe gab sich diesen Namen, sie lösten sich aber nach dem Verlust des Transparentes vor einigen Jahren auf. Im Volksmund wird der Verein – trotz vieler Umbenennungen – immer als Pecsi Munkas, also Arbeiterverein Pecs genannt.

 

Große Rivalität herrscht zwischen Pecsi MSC und Komloi Banyasz, einer nahe Pecs gelegenen Bergarbeiterstadt, auch mit den Grünweissen von Kaposvari Rakoczi und dem Szentlörinc SC gibt es keine Freundschaft. Pecsi MSC spielt derzeit in der zweiten ungarischen Liga. Der größte Erfolg war der Gewinn des ungarischen Cups im Jahre 1990, wo mit 2-0 gegen Honved Budapest im Tatabanyaer Bergwerkstadion der Cup geholt werden konnte. Im darauffolgenden Cup der Cupsieger wurde ihnen Manchester United zugelost, Pecsi MSC verlor auswärts mit 0-2 und daheim mit 0-1. Der ungarische Nationalspieler Pal Dardai kam aus Pecs. Er war von 2015 bis 2024 (mit Unterbrechungen) auch Trainer von Hertha BSC. Davor spielte er bis 2012 bei der Hertha.












Aus der Serie: Rotschwarze Vereine international

 Es ist ja wieder Winterpause, nur durch ein paar Testspiele unterbrochen und so habe ich mich wieder ein bisserl umgesehen, ob es irgendwelche rotschwarze Vereine auf diesem Planeten gibt, die ich ein wenig vorstellen kann. Hab ja sonst nichts zu tun. Los gehts mit:

USM Alger

 


Der Unione Sportif Medina d´Alger wurde am 5. Juli 1937 gegründet und trägt seine Heimspiele im 17.000 Zuschauer fassenden Stadion Omar-Hammadi. Die Mannschaft gewann je 8 Mal die Meisterschaft (zuletzt 2006) und den algerischen Fussballcup (zuletzt 2025). Zweimal gewann er den Supercup, 2023 konnte er auch den CAF Confederation Cup (den afrikanischen Meistercup) gweinnen.  USMA war auch der erste Meister der 1963 gegründeten Liga. Seine Anhängerschaft rekrutiert sich vor allem aus den Bewohnern der Souks in der Altstadt von Algier.

 

Größter Rivale ist MC Alger.

 

Dieses Derby ist auch das meistgespielte Stadtderby Algeriens. In insgesamt 119 Begegnungen konnte USMA 32 mal gewinnen, 46 mal gewann MC Alger und 41 Partien gingen unentschieden aus. 101 Partien wurden seit Gründung der Liga im Jahre 1963 gespielt, dazu kommen seit 1940 insgesamt 15 Spiele dazu, die restlichen vier verteilten sich gleichmässig auf Ligacup und Supercup.

 

Funfact: Seit 1963 wechselten 30 Spieler zwischen beiden Vereinen.

 

Erfolgreicher war USM Alger im zweiten großen Derby gegen CR Belouzidad, dem Verein der Eliten in Algier. In 104 Partien gewann USMA insgesamt 39 mal, 30 Partien gingen unentschieden aus, in 35 Partien blieb CR Belouzidad Sieger. Das erste Derby im offiziellen Bewerb fand am 22. Dezember 1963 statt. Schon davor, am 30. September 1962 gab es ein Freundschaftsspiel zwischen USM Alger und dem damals neu gegründeten CR Belouzidad, welches aber in der Statistik nicht gezählt wird. Es ging 5-1 für USMA aus.

 

Die Vereinsfarben sind Schwarzrot.

 

USM Algier – Wikipedia











Samstag, 24. Januar 2026

Favoritner AC - St. Margareten Testspiel

 How much is the fish?

 

 


Wir haben gegen St. Margareten im Burgenland getestet. Dieselbe Liga wie Halbturn, nur ein bisserl besser. Ausserdem war es 12 Uhr Mittags und damit waren alle hungrig. Unsere ein bisserl mehr also gewannen wir 3-1. Aber der Reihe nach:

 

Um Punkt 12 Uhr versammelten sich 52 Zuseher, zwei Lieferwagen und 17 Autos am Platz um die rotschwarzen Burschen spielen zu sehen. Schnell unseren Platz freigeschaufelt, das Eis war ja noch von letzter Woche, die Schaufel, die der Verein zur Verfügung gestellt hatte auch und so konnten wir uns eine Schneise in das Eis ziehen. Einer unserer Berufsalkoholiker hatte noch ein bischen Bier mitgenommen, zwei andere waren noch Eisfischen und haben das Wappentier dieser Partie mitgenommen. So kann Fussball sein.

 

Favoriten hoid!

 


In Favoriten sind Fische ja nicht so oft zu finden – im Gegensatz zu vielen anderen Tierchen die hier so ihre Kreise ziehen. Zum Beispiel jene, die mit viel „Tatütata“ und blauem Licht, damit man sie erkennt herumgurken, was heute hier am Beginn des Spiels oft der Fall war und unsere wissenschaftlich-politischen Diskussionen erheblich störte. Dann gab es noch die komische „Ich tausche einen roten Lieferwagen gegen einen weißen Lieferwagen ein“ am Spielfeldrand, alles Ablenkungsmanöver, die nur dazu dienten, unsere Mannschaft vom Toreschiessen abzulenken. Klappte allerdings nur sehr begrenzt. Auch wenn St. Margareten mit 1-0 in Führug ging. Danach spielte nur noch der FAVAC, die Gäste versuchten einiges, das allerdings nicht so recht klappte. Auch die Hilfe des Schiris half den Burgenländern nicht allzu viel, schlussendlich siegten wir mit 3-1 wobei ein „Abseitstor“ nur vom Schiri, der meilenweit daneben gestanden ist als solches anerkannt wurde. Soll so sein. Ist halt peinlich aber was will man von türkis gewandeten Spielleitern schon erwarten. Der war wohl noch vom Merkosur-Abkommen traumatisiert.

 


Egal. War ja nur ein Testspiel. In der Meisterschaft wären solche Schiris zwecks Expertisen wohl nicht anerkannt worden.

 

Ahja, und dann gabs noch den Fisch. Er durfte das ganze Spiel über mit zuschauen und den Sieg des FAVAC bejubeln. Flossen hoch!

 


Die 1b durfte sich dann auch noch versuchen, gegen Matzen gab es ein 1-1 und unser Fisch schaute sich auch diese Partie noch an, ehe er in die Mägen der anwesenden ULTRAS wanderte. Hintergrund ist, dass er so die gesammte Frühjahrsmeisterschaft kostenfrei anschauen kann.

 






NUR DER FAVAC!