Mittwoch, 14. Oktober 2026

Historisches Teil 7

 

Fortuna 05

 

Wenn man in Wien auf eine Alm will, dann geht man am besten in den Bezirksteil Krottenbach. Also auf die Krottenbacher Alm. Die gibt es seit 1964, gehört sportlich dem ASKÖ und wird von der DSV Fortuna 05 bespielt. Ein voll kleiner Platz, der an einer Längsseite quasi keinen Platz hat, dort stehen nur die Trainerbankln und dahinter 65 cm Platz bis zum Maschendrahtzaun. Auf der anderen Seite ein Berg, hinter einem Tor ein gaaanz kleiner Platz und auf der anderen Seite die Kabinen sowie die Kantine. In Containerbauweise. Also das ist der Fortunaplatz. Als wir 2002 wieder in die Stadtliga aufgestiegen sind, spielten wir im Herbst (es war wirklich ein trüber, nebliger Herbstsamstag) dort oben. Also hinaufgeturnt und natürlich dort platziert, wo der wenigste Platz war, nämlich neben den Trainerbankln. Möglicherweise war die Verwendung von Alkohol und Kräuterzigaretten dafür verantwortlich – man weiß es nicht.

Das Spiel auf diesem kleinen Kunstrasenplatz – für den FAVAC damals ungewohnt, hatten wir doch unseren voll tollen Rasenplatz – war anstrengend, wenn man FavACler war. Fortuna ging in Führung, wir konnten irgendwie ausgleichen und dann dieses Ergebnis halten. Okay. Gut.

Ein anderes Mal waren wir – ebenfalls im Herbst – dort und platzten in die örtliche Grillerei rein, die aufgefressen wurde, während wir am Platz mit 2-1 gewannen. Obwohl die Fortuna durchaus ein Angstgegner war, verloren wir komischerweise dort nicht allzu oft. Keine Ahnung warum. Aber die (alte) Kantine war immer lustig-skurril, wurde sie doch eine ganze Weile von einem Chinesen geführt, der die besten Pommes ever gemacht hat. Der ehemalige FavAC- und 1980 Goalie Akos Török hat dort lange das Tor gehütet. Dessen Papa wollte immer, dass Akos zu Ferencvaros wechselt. Gelang komischerweise nie. Keine Ahnung warum.

Nach einer dieser Partien hatten wir dann die großartige Idee, zum Grazer Derby zu fahren. Kurz entschlossen gings in die Kernölmetropole (Karten konnten wir für die neutrale Tribüne problemlos kaufen) um dort – der GAK hatte Heimrecht – den Marsch der schwarzen Gäste bewundern zu dürfen. Eine Würschtlverkäuferin war unsere Anlaufstelle und als man Lärm und Gesänge hörte, fragte die junge Dame: „Wer kommt denn da?“ Unsere blitzschnelle Antwort: „Die Grazer!“ – Schenkelklopfer. (Es waren die Sturmfans).

Ein anderes Mal sollte der FavAC ein Cupspiel bei der Fortuna absolvieren, das zwar abgesagt, aber im System nicht eingetragen wurde. Also saßen wir dort im Finstern, tranken Bier und schauten uns das Geisterspiel an. Der FavAC gewann mit 5-0.

Heut spielt die Fortuna in der fünften Liga, während der FavAC in Liga Drei die Welt unsicher macht.


NUR DER FAVAC!

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