Die eher halblustigen Folgen des
Weltkrieges spürten viele österreichische Fussballer am eigenen Leib: Die
blieben auf dem wie man so schön sagt „Feld der Ehre“ liegen, sprich sie
krepierten in den Materialschlachten des Weltkrieges. Einen davon will ich als
Beispiel nehmen, nämlich Felix Tekusch: geboren am 11. Mai 1889 spielte er ab
1910 beim Wiener Athletik Klub und wechselte dann zum Wiener Associations
Fussballklub, mit dem er 1914 österreichischer Meister wurde. Zwischen 1910 und
1914 wurde er sechzehn Mal in die österreichische Auswahlmannschaft gewählt und
nahm auch – ohne gespielt zu haben – an den Olympischen Spielen 1912 in
Stockholm teil. Er galt damals als einer der besten Linksverteidiger Europas.
Zu Beginn des Ersten Weltkrieges zog er als Leutnant ins Feld und wurde an der
Isonzofront eingesetzt. Er fiel am 21. Mai 1916 im Nachgang der 5.
Isonzoschlacht.
In derselben Ausgabe des
Sportblattes konnte man weitere schockierende Zeilen lesen, nämlich die Anzahl
der gefallenen Auswahlspieler Österreichs bis Juni 1916. Und das waren einige.
Zuviele wie manche behaupten.
Ebenfalls erschreckend ist der
Artikel über den Sportklub „Graphia“, in dem ausgeführt wurde, dass 70 der 75
Vereinsmitglieder an der Front waren. Nimmt man diese hohe Zahl als Hinweis für
andere Vereine so kann man verstehen, warum der Spielbetrieb unterhalb der
Ersten Klasse zusammengebrochen ist. Die unglaublich hohen Kriegsverluste 1914
mussten kompensiert werden. Die KuK Armee erlitt in den ersten Kriegsmonaten im
Osten ungeheure Verluste, vor allem unter den aktiven Kadern und Offizieren,
sodass sie in weiterer Folge dem Ansturm der zaristischen Armeen nur mit
deutscher Hilfe standhalten konnte. Die neue Front gegen Italien zog auch viele
Soldaten ab, die an anderer Stelle fehlten. Zum Glück für Österreich-Ungarn
waren die Italiener noch schlechter auf den Krieg vorbereitet, was sich
wiederum in großen italienischen Verlusten manifestierte. Nur auf Österreich
bezogen (ohne Kronländer) waren es etwa 518.000 Soldaten, die nicht mehr
zurückkehrten. Italien beklagte 680.000 Tote.
Ein hartnäckiges Gerücht, welches
sich mit immer wechselnden Orten den ganzen Krieg über hielt war jenes, das
britische Soldaten bei Sturmangriffen auf deutsche Stellungen Bälle vor sich
her gespielt haben sollen. Die erste diesbezügliche Nachricht erschien bei der
Schlacht um Loos 1915, die nächste bei der Offensive an der Somme 1916, wo
ähnliches passiert sein soll. Auch später gab es immer wieder „Berichte“
darüber. Keiner dieser Berichte konnte bisher bestätigt werden.





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