Freitag, 26. Juni 2026

Fussball und der Krieg

 

Die eher halblustigen Folgen des Weltkrieges spürten viele österreichische Fussballer am eigenen Leib: Die blieben auf dem wie man so schön sagt „Feld der Ehre“ liegen, sprich sie krepierten in den Materialschlachten des Weltkrieges. Einen davon will ich als Beispiel nehmen, nämlich Felix Tekusch: geboren am 11. Mai 1889 spielte er ab 1910 beim Wiener Athletik Klub und wechselte dann zum Wiener Associations Fussballklub, mit dem er 1914 österreichischer Meister wurde. Zwischen 1910 und 1914 wurde er sechzehn Mal in die österreichische Auswahlmannschaft gewählt und nahm auch – ohne gespielt zu haben – an den Olympischen Spielen 1912 in Stockholm teil. Er galt damals als einer der besten Linksverteidiger Europas. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges zog er als Leutnant ins Feld und wurde an der Isonzofront eingesetzt. Er fiel am 21. Mai 1916 im Nachgang der 5. Isonzoschlacht.

 


In derselben Ausgabe des Sportblattes konnte man weitere schockierende Zeilen lesen, nämlich die Anzahl der gefallenen Auswahlspieler Österreichs bis Juni 1916. Und das waren einige. Zuviele wie manche behaupten.

 


Ebenfalls erschreckend ist der Artikel über den Sportklub „Graphia“, in dem ausgeführt wurde, dass 70 der 75 Vereinsmitglieder an der Front waren. Nimmt man diese hohe Zahl als Hinweis für andere Vereine so kann man verstehen, warum der Spielbetrieb unterhalb der Ersten Klasse zusammengebrochen ist. Die unglaublich hohen Kriegsverluste 1914 mussten kompensiert werden. Die KuK Armee erlitt in den ersten Kriegsmonaten im Osten ungeheure Verluste, vor allem unter den aktiven Kadern und Offizieren, sodass sie in weiterer Folge dem Ansturm der zaristischen Armeen nur mit deutscher Hilfe standhalten konnte. Die neue Front gegen Italien zog auch viele Soldaten ab, die an anderer Stelle fehlten. Zum Glück für Österreich-Ungarn waren die Italiener noch schlechter auf den Krieg vorbereitet, was sich wiederum in großen italienischen Verlusten manifestierte. Nur auf Österreich bezogen (ohne Kronländer) waren es etwa 518.000 Soldaten, die nicht mehr zurückkehrten. Italien beklagte 680.000 Tote.

 


Ein hartnäckiges Gerücht, welches sich mit immer wechselnden Orten den ganzen Krieg über hielt war jenes, das britische Soldaten bei Sturmangriffen auf deutsche Stellungen Bälle vor sich her gespielt haben sollen. Die erste diesbezügliche Nachricht erschien bei der Schlacht um Loos 1915, die nächste bei der Offensive an der Somme 1916, wo ähnliches passiert sein soll. Auch später gab es immer wieder „Berichte“ darüber. Keiner dieser Berichte konnte bisher bestätigt werden.




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