Die Zwischenkriegszeit war auch eine ganz interessante: Nicht
nur dass es von 1931 bis 1944 in Ödenburg (Sopron) eine deutschsprachige
Zeitung gab sondern was in dieser Zeitung stand. Das Radioprogramm zum
Beispiel, wo zuerst der Sender Budapest angeführt ist, anschließend der lokale
Sender eine Serie „Deutschkurs“ hatte, ehe er mit dem Programmpunkt
„Zigeunermusik“ abschloss.
Einen eher seltsamen Humor hatten die ungarisch sprechenden
Ödenburger: In einer Annonce der „Löwen-Drogerie“ (die gibt es heute noch)
wurde ein Pestizid gegen „Schwaben und Russen“ angeboten. Und nein, damit sind
nicht die besagten Völker gemeint, sondern Schaben und Asseln. Ungarn sind halt
nicht sehr ausländerfreundlich. Damals wie heute. Im November 1921 gab es
bekanntlich eine Volksabstimmung darüber, ob Ödenburg zu Österreich oder als
Sopron zu Ungarn kommen sollte. Mit Hilfe von „ganz leichtem“ Wahlbetrug fiel
die Abstimmung zugunsten Ungarns aus. Dem Vernehmen nach soll es bis heute
gehen, das Tote wahlberechtigt sind.
Wer übrigens wissen will, woher der Herr Orban seine superdupertollen Ideen her hat, muss nur in den ungarischen Blättern aus den 30er Jahren stöbern. Dort wurde im August 1931 der Umfang der Zeitungen (also wieviele Seiten sie haben dürfen) per Gesetz geregelt. Man könnte ja sonst dort was reinschreiben, was der Herr Reichsverweser (Miklos Horthy de Nagybanya) nicht lesen will. Erinnert an noch wen.
Noch so eine witzige Idee des Herrn Reichsverwesers konnte man in der Zeitung lesen: Um Ungarn monoethisch zu machen, mussten/durften/konnten alle ungarischen Staatsbürger mit nichtungarischem Namen diese ändern. Er musste nur ministeriell bestätigt werden. Was das Ganze für einen tieferen Sinn hatte weiß der Geier. Auch einige bekannte Fussballer bzw. deren Eltern nannten sich um. So wurde aus Franz Petzold Ferenc Puskas und aus Norbert Kaltenbrunner Nandor Hidegkuti. Wer das nicht wollte, wurde ausgebürgert. Wenn er das Land verlassen musste, durfte er nicht mehr als 150 Pengö mitnehmen. Da der Pengö („klingende Münze“) bei Abschaffung quasi keinen Wert mehr hatte kann man das nicht seriös umrechnen. Die Währung wurde von 1. Jänner 1927 bis 31. Juli 1946 verwendet. Ihr folgte der noch heute gültige Forint (ung. für „Florentiner“) . Bei Währungsumstellung war 1 Forint 400 Milliarden Trilliarden Pengö wert. (So schaut die Zahl aus: 400.000.000.000.000.000.000.000.000.000).






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