Mittwoch, 10. Juni 2026

Karikaturen


 





Lustige Sportfotos


 




Ah, no was......

 Falls ihr euch wunderts, das manche Artikel plötzlich anders sind: ich werde immer wieder neue Erkenntnisse (oder das was mein altes Hirn vergessen hat) in diese Artikel einpflegen. Vor allem der Artikel mit den Vereinen vor 1914 bekommt immer wieder neue Fussballvereine dazu. 

Und damit der Artikel ned vollkommen sinnlos ist, möcht ich Euch noch auf ein Fussballereignis hinweisen, dass sich anlässlich der Polarexpedition eines gewissen Herrn Shackleton 1912 zugetragen hat: A Mätsch am Südpol. 



SC Favorit

Weil ma scho bei den Vereinsadressen san: Ihr alle kennts ja die "Mollardburg", jene Berufsschule für handwerkliche Berufe, welch zu irgend einem Jubiläum von Kaiser Franz Joseph gebaut und eröffnet wurde, oder? Zwischen der Mollardburg und der Feuerwache gibts heut noch ein Gebäude. Bis in die späten 20er Jahre befand sich dort - man glaubt es kaum - ein Fussballplatz. Auf den spielte der Verein "SC Favorit". Blöder Name, könnt ma ihn doch glatt in Sankt Favoriten vermuten. Aber nein, die Gumpendorfer (das dürften auch a paar spezielle Gestalten gwesen sein) nannten ihren Verein so. Erfolgreich war er ned, lang hats ihn auch nicht gegeben aber trotzdem. Dort war ein Fussballplatz. Mitten in Wien sozusagen. 

Dort gabs im März 1912 (das genaue Datum lests oben) ein Turnier. Mit dabei der "Egyertes Torna Osztaly (falsch gschrieben auch noch) aus Raab. Kennts ned? Raba ETO Györ aber schon, oder? Genau das sinds. Und auch die Poszonyi Ujvarosi waren dabei. Die ham auch den ersten Sportplatz des FAVAC eröffnet, damals am 2. Juni 1912. 1-1 unentschieden hamma damals gspielt, unser erstes internationales Mätsch. 




Bei diesem Foto sollte es sich um den SC Favorit Platz handeln, denn beim Südmarkplatz gibt es weit und breit keinen Kirchturm (im Hintergrund). 



Vereinsadressen

 Zeitungen waren jahrzehntelang das Internet für die Bevölkerung. Was man heute in diversen Sozialen Netzwerken lesen kann, fand damals auf Papier statt. Natürlich war das auch für die Vereine wichtig, konnten sie so alles was sie wollten, den Lesern kommunizieren. Oder man konnte dort hinschreiben (Telephon hatten nur die reichen Leute) um Fussballwettspiele auszumachen oder Spielerwechsel anzubahnen. Alle vom Verband zugelassenen Vereine mussten ja ihre Spieler in den Verbandschroniken eintragen lassen. Also gabs in den Zeitungen die Veröffentlichungen der Vereinsadressen. Im Jahre 1913 war Herr Louis Ott, wohnhaft 1100 Wien, Absberggasse 17 der zuständige Vereinssekretär. 


Falls übrigens jemand bei der Vereinsadresse von Rapid über die Tatsache stolpert, dass die Meiselstraße ja im 15. und nicht im 14. Bezirk ist, dem sei gesagt, dass bis zum 15. Oktober 1938 der damalige 14. Wiener Gemeindebezirk Rudolfsheim hieß. Die Fünf-Buchstaben-Partei änderte im Zuge der Gründung von Groß Wien mit seinen 26 Bezirken die Bezirkseinteilung massiv. Rudolfsheim verlor Penzing (dieses wurde mit Hütteldorf und Baumgarten zusammengelegt und der 14. Bezirk) und wurde Fünfhaus angeschlossen, Kaisermühlen kam vom 2. in den neu gegründeten 22. Bezirk, Liesing kam als 26. Bezirk zu Wien, Rothneusiedl, Oberlaa und Unterlaa wurden Teile von Favoriten und so weiter. Die heutigen Stadt/Landesgrenzen gelten seit dem 2. Juli 1954.

Schwechat wurde der 23. Bezirk, Mödling der 24. Bezirk und Klosterneuburg der 25. Bezirk. Heute sind alle drei Dörfer wieder bei de Gscherden. 


Die Sache mit der österreichischen Meisterschaft

 Im Gebiet des heutigen Österreichs gab es ja immer wieder Versuche, eine Meisterschaft nach englischem Vorbild zu installieren. Waren es Anno 1896 die Deutschböhmen in Prag, die die erste böhmische/österreichische Meisterschaft starteten, so gab es Anno 1900 auf Veranlassung des „Österreichischen Tagblattes“ den sogenannten Tagblattpokal, welcher im Meisterschaftsmodus mit zwei Klassen ausgetragen wurde. Drei Meisterschaften wurden vollständig ausgetragen, bei denen der WAC alle drei gewinnen konnte, die vierte nicht zu Ende gespielt, weil sich einige teilnehmende Vereine benachteiligt fühlten. Vor allem die Vienna war da federführend für dieses Scheitern des Tagblattpokals. Anno 1906 wurde noch einmal versucht, eine Meisterschaft zu starten – sie scheiterte aus denselben Gründen wie der Tagblattpokal. Danach spielte man zwar Wettspiele, sie wurden aber nicht in eine Tabelle gepasst, da die Vereine ihre Wettspiele nach Lust und Gegner aussuchten, sodass einige Vereine nie gegeneinander spielten. Im Sommer 1911 war es dann (endlich) soweit und die Verbandsvereine einigten sich auf eine Meisterschaft. Die Vereine wurden nach ihrer (angeblichen) Spielstärke in mehrere Klassen eingeteilt (eine davon waren die Provinzvereine) und vom NoeFV administriert. Nachfolgend seht ihr diese Klasseneinteilung. Auch der FAVAC war damals dabei, er wurde in die II. Klasse C eingereiht.

 




In Ungarn begann die Fussballmeisterschaft 1901, der erste Meister war der BTC (Budapesti Torna Club, gegr. 1885) wurde aber – anders als die 1. Klasse in Österreich – während des Krieges 1914 – 1916 unterbrochen. Ebenso wurde die Saison 1944/45 abgebrochen, da in diese Zeit die Belagerung und Schlacht um Budapest stattfand. Auch während des ungarischen Volksaufstandes 1956 gab es keine ausgespielte Meisterschaft. Vor 1944 war das große Budapester Duell übrigens MTK gegen Ferencvaros. MTK holte sich damals 15 Titel, Ferencvaros ebenfalls 15. Ujpest folgte mit 5 Titeln, Csepel und BTC mit je zwei Titel. In der Saison 1943/44 wurde mit dem AC Nagyvaradi erstmals ein nichtbudapester Verein Meister. Dieser Verein schaffte es nach dem Krieg, als Oradea wieder bei Rumänien war das Kunststück, in Rumänien ebenfalls Meister zu werden. Er ist damit der einzige Verein der (ehemaligen) Donaumonarchie, der in zwei verschiedenen Landesmeisterschaften den Titel erringen konnte. Soweit ich weiß ist er das auch weltweit als Einziger. (Falls irgendjemand noch einen Verein kennt wäre ich dankbar.)

Wenn man von der österreichischen Meisterschaft spricht sollte man sich vor Augen führen, dass bis zum Zweiten Weltkrieg nur Wiener Mannschaften spielten (obwohl es durchaus gute Mannschaften aus der Provinz gab) und die ersten Meisterschaften von 1911/12 bis 1922/23 vom Niederösterreichischen Fussballverband ausgerichtet wurden (Rekordmeister: Rapid), danach von 1923/24 bis 1938 vom Wiener Fussballverband. Der erste Wiener Meister wurde der Amateur Sport Verein (ab 1926 Austria Wien). 1924 wurde auch das Profitum in Österreich eingeführt, der erste Profimeister 1924/25 war der SC Hakoah Wien. Den gibt es aus Gründen, die im Ursprung der Fünf-Buchstaben-Partei und des „Anschlusses Österreichs“ liegen. Daneben gab es auch eine Provinz/Amateurmeisterschaft, an der auch Wiener Vereine teilnahmen. Post SV wurde einmal Amateurmeister. Wenn mich nicht alles täuscht (ich war zu faul in meinem Archiv nachzuschaun) war der GAK der Rekordsieger. 


Sieht man sich die Liste weiter oben an findet man auch heute noch durchaus bekannte Fussballvereine, die heute ganz woanders spielen. Cracovia Krakau zum Beispiel. Oder die damals in Galizien gelegenen Vereine Pogon (Lemberg, in seiner Tradition wurde Pogon Stettin gegründet) oder Czarni Lemberg (genauso wie Pogon Stettin heute als Czarni Jaszlo aktiv). 



Montag, 8. Juni 2026

Vom berühmtesten rotschwarzen Verein Wiens vor dem Ersten Weltkrieg

Der Wiener Athletik Club, kurz WAC genannt wurde im November 1896 mit den Vereinsfarben Rot und Schwarz gegründet, die Fussballsektion nahm am 14. November 1897 ihren Spielbetrieb auf. Von Anfang an war er einer der drei großen Fussballvereine neben den Cricketern und der Vienna. Den von 1900 bis 1904 ausgetragenen "Tagblattpokal" (1903/04 wurde nicht fertig gespielt) konnte er sich dreimal in Folge sichern. Leider erkennt der ÖFB diese Meisterschaft nicht an (die Länderspiele lustigerweise schon) und so kann sich Rapid Wien als ersten Meister von Österreich/Wien feiern lassen. 


In der Wiener Presse stellte der WAC im Frühjahr stolz seine Wettspielbilanz seit Bestehen aus und machte damit Werbung für den Verein. Warum sie das nötig hatten ist leicht erklärt: Im Herbst 1910 verließen fast die Hälfte der Spieler den WAC und gründeten den WAF, den Wiener Assoziations Fussballverein. Daher diese Werbemaßnahme des WACs. Er besitzt (bis heute) den ältesten bestehenden Fussballplatz (der heute nicht mehr genutzt wird) und spielte im Frühjahr 1911 zum ersten Mal gegen die "Abtrünnigen" des WAF. Und dieses Spiel ging in die Geschichtsbücher ein (also falls es jemals welche geben sollte), denn der WAF schlug den WAC auf eigenem Platz mit 12-1. Richtig gelesen: 12-1. Welche Erbitterung die Rotschwarzen danach ergriff kann man sich vorstellen. 


Ehrenpräsident des WAC wurde im Jahre 1911 seine Durchlaucht Max Egon Fürst zu Fürstenberg. Eigentlich ein komischer Name, denn woher soll ein Fürst sonst kommen? Natürlich vom Fürstenberg. Egal. Wird wohl irgend ein Nest in Böhmen gewesen sein, ich hab nicht nachgeschaut weils mich genauso interessiert wie Bauerngolf in Gramatneusiedl. 



Lustiges aus der KuK Monarchie

Wisst ihr eigentlich, was "Schwedische Gymnastik" ist? Vermutlich nix Schweinisches, wie ihr wieder angenommen habt sondern irgend eine komische Form von Gymnastik. 1911 wurde diese Gymnastik angeboten:  


Vielleicht hat man diese "schwedische Gymnastik" ja auch mit diesen komischen Mützen gemacht, die ausschauen, als ob man sich an kaputtn Fussball aufgsetzt hätt. Also ich wär damit nicht aus dem Haus gegangen, da hätt mich wohl jeder entgegenkommende Passant abgwatscht. Dürfte damals aber der letzte Schrei gewesen sein:


Im Apollotheater fand damals übrigens auch eine große Revue mit dem Namen "Hurra wir leben noch!" statt, der ein sogenanntes "lebendes Bild" voranging. Diese Art von Amüsement war damals hochbeliebt, junge Herren stellten historische Bilder nach. Frauen waren nicht erlaubt, die Frauenrollen wurden damals von jungen, femininen Männern übernommen. Spekulationen warum überlass ich eurer schmutzigen Fantasie:


Das Bild sieht übrigens so aus. Jetzt dürfts schweinigln:



Olympische Spiele vor dem 1. Weltkrieg

Im Sommer 1912 fanden die Olympischen Spiele in Stockholm, genauer gesagt in Djurgarden statt. Vom 29. Juni bis 4, Juli spielten dort 11 Mannschaften um den von der britischen Football Association gestifteten Pokal. Sieger wurde erwartungsgemäß England (Großbritannien), die Dänemark mit 4-2 schlugen. Beeindruckend an diesen Spielen war das neu gebaute Stadion, welches für damalige Zeiten ein Meilenstein war. Djurgarden oder auf deutsch "Tiergarten" ist eine Insel im Stockholmer Schärengebiet. Bekannt ist die Insel für sein Stadion, den Tiergarten und natürlich für Djurgardens IF 1891. Auch das Skansen, in dem sich die berühmte "Wasa" befindet ist dort situiert. Das Olympiastadion, lange von Djurgardens IF genutzt war nicht nur Schauplatz der Olympiade 1912 sondern auch - man höre und staune - der Reitbewerbe der Olympiade 1956. Diese fand in Melbourne statt. Wenn ihr euch jetzt fragt: "Hä? Is der ein bisserl deppert? Melbourne is in Australien!" - sage ich "Richtig, ABER: aufgrund der strengen Quarantänebestimmung konnten die Hafermotoren nicht nach Australien einreisen, ergo wurde ein Ersatzort gesucht." In Stockholm wurde er gefunden. Klingt komisch, ist aber so. 


Bei diesem Turnier gab es das zweithöchste je erzielte Endergebnis, damals schlug die Deutsche Nationalmannschaft jene von Rußland mit 16-0. Die beiden Mannschaften wurden vor Spielbeginn noch für die Ewigkeit abgelichtet:




Makkabi Krakau

 Im Jahre 1913 vermeldeten die Blätter, also eigentlich das Österreichische (Illustrierte) Sportblatt stolz, dass der Fussballverein Makkabi Krakau, 1909 gegründet, sein eigenes Sportzentrum mit Fussballplatz bekommen hat. Er stand in dauernder Rivalität zum anderen jüdischen Verein, Jutrzenka und spielte in der Krakauer Meisterschaft, die er 1921 gewinnen konnte. Als Allsportenverein waren vor allem seine Wasserballer von 1928 bis 1932 fünfmal Landesmeister. Nach der deutschen Invasion wurde der Verein verboten.