Mittwoch, 10. Juni 2026

Vereinsadressen

 Zeitungen waren jahrzehntelang das Internet für die Bevölkerung. Was man heute in diversen Sozialen Netzwerken lesen kann, fand damals auf Papier statt. Natürlich war das auch für die Vereine wichtig, konnten sie so alles was sie wollten, den Lesern kommunizieren. Oder man konnte dort hinschreiben (Telephon hatten nur die reichen Leute) um Fussballwettspiele auszumachen oder Spielerwechsel anzubahnen. Alle vom Verband zugelassenen Vereine mussten ja ihre Spieler in den Verbandschroniken eintragen lassen. Also gabs in den Zeitungen die Veröffentlichungen der Vereinsadressen. Im Jahre 1913 war Herr Louis Ott, wohnhaft 1100 Wien, Absberggasse 17 der zuständige Vereinssekretär. 


Falls übrigens jemand bei der Vereinsadresse von Rapid über die Tatsache stolpert, dass die Meiselstraße ja im 15. und nicht im 14. Bezirk ist, dem sei gesagt, dass bis zum 15. Oktober 1938 der damalige 14. Wiener Gemeindebezirk Rudolfsheim hieß. Die Fünf-Buchstaben-Partei änderte im Zuge der Gründung von Groß Wien mit seinen 26 Bezirken die Bezirkseinteilung massiv. Rudolfsheim verlor Penzing (dieses wurde mit Hütteldorf und Baumgarten zusammengelegt und der 14. Bezirk) und wurde Fünfhaus angeschlossen, Kaisermühlen kam vom 2. in den neu gegründeten 22. Bezirk, Liesing kam als 26. Bezirk zu Wien, Rothneusiedl, Oberlaa und Unterlaa wurden Teile von Favoriten und so weiter. Die heutigen Stadt/Landesgrenzen gelten seit dem 2. Juli 1954.

Schwechat wurde der 23. Bezirk, Mödling der 24. Bezirk und Klosterneuburg der 25. Bezirk. Heute sind alle drei Dörfer wieder bei de Gscherden. 


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