Im Mai 1901 dürfte Fradi einige Male eine auf die Batterie bekommen haben. In der Meisterschaft gingen sie gegen den späteren ersten ungarischen Meister BTC (Budapesti Torna Club 1885, Fussballsektion 1926 eingestellt und in den 1990ern wieder reaktiviert) mit 0-8 unter:
Sonntag, 5. Juli 2026
Humoristisches und Chronistisches
Felix Schmal war einer der
Pioniere des Fussballs und seiner Chroniken. Mitbegründer des Fussballclubs „Training
1896“ widmete er sich auch den Aufzeichnungen von Fussballergebnissen und
Mannschaften der sogenannten Fussballurzeit. Er war aber auch humoristisch
aktiv und verfasste im Mai 1901 einen kleinen Artikel, wo er aus dem Jahre 2000
die Fussballereignisse 1901 betrachtete. Ziemlich amüsant.
Ein durchaus interessantes Spiel fand im Frühjahr 1901 statt: Die Vienna
empfing den Akademischen Sport Club Graz auf der Hohen Warte:
Samstag, 4. Juli 2026
Österreich gegen Ungarn
Am 25. März 1901 gewann der "Vienna Cricket and Football Club" gegen Ferencvaros Budapest mit 9-0. Der WAC siegte gegen Müegyetemi Budapest mit 6-0. Danke, Bitte!
Fussballverwirrungen und komische Vereine
Die Wiener Zeitungen berichteten
im Jahre 1901 von der Generalversammlung des 1. Münchner Fussball Vereins 1896.
Weiß zwar nicht, wen das Interessieren soll aber die Blätter müssen schließlich
befüllt werden. Überhaupt ist der Verein lustig, weil er erst 1899 gegründet
wurde, berief sich aber auf die Nachfolge von „Terra Pila“, dem vermutlich
tatsächlich ersten Münchner Fussballverein. Er war einer von 86 Vereinen, die
den DFB gegründet haben stellte den Fussballbetrieb aber schon 1910 wieder ein.
1. Münchner
FC 1896 – Wikipedia
Die Slavia aus Prag, einer der
Teilnehmer des Challenge Cups und Endspielgegner des WAC (der den Cup gewann)
veröffentlichte auch seinen Spielkalender.
Ein für mich etwas verwirrender
Artikel stand 1901 im Tagblatt: Dort wurde ein Spielbericht zwischen dem WAC
und einem „Grazer Akademischen Sport Klub“ beschrieben, den die Wiener gewannen. Dabei könnte es sich um den (geistigen) Vorläufer des GAK handeln.
Es gab in Wien offenbar eine
Handelsschule mit Namen „Allina“. Sie war in der Himmelpfortgasse ansässig und
Teil des Himmelpfortklosters. Diese hatten eine Fussballmannschaft, die sich im
März 1901 mit der „Olympia“ vereinigte.
Handelsschule
Allina – Wien Geschichte Wiki
Und dann gabs noch einen (für
mich mysteriösen) Fussballverein, auf den mich ein Freund aufmerksam gemacht
hat: FC Ostmark. Laut Internet 1902 gegründet habe ich einen Zeitungssplitter
vom 23.3.1901 gefunden, wo er gegen den Erdberger SC auf der Simmeringer Had
gespielt hat. Ein Ergebnis ist nicht überliefert (oder ich habs überlesen),
doch ich frage mich, ob dieser Erste FC Ostmark in irgend einem Zusammenhang
mit dem 1910 gegründeten FC Ostmark, der sich wiederum 1925 zum BAC fusionierte
steht. Ich wers vermutlich irgendwann mal erfahren.
Pferde gegen Autos
Eine irre Werbung für Autos fand
ich im Tagblatt 1901: ich hab den „Gäg“ dahinter nicht so ganz verstanden aber
wenn ich die Werbung wörtlich nehme, konnte man seine alten Klepper in der
Fabrik abgeben (die wurden dann geschlachtet) und bekam dafür ein Auto.
Vollkommen Banane.
Fussballnotizen
Um wieder mehr auf den Fussball anstelle von halblustigen Zeitungsmeldungen
zu kommen hier einige für mich interessante Zeitungsnotizen – es is mir übrigens
powidl obs euch interessiert:
Das „Neue Wiener Tagblatt“ zeigte im Jänner 1901 die Gründung des
ungarischen Fussballverbandes (Magyar Labdarugo Szövetseg)
an und gibt dafür den 19. Jänner 1901 an. Der erste Präsident war Geza Jasz,
seine Stellvertreter waren Franz Gillemot und Dr. Arpad von Füzessery, der
Kassier Franz Gabonar und der Verbandssekretär Herr Franz Horvath.
Auch spannend ist die Ankündigung des Hietzinger
Sport Clubs,
welcher im Jänner 1901 nicht nur die Aufnahme des Trainings, sondern auch den
Erwerb eines eigenen Fussballplatzes in der Nähe des (damaligen) Tivolis nahe
der Stadtbahnstation Schönbrunn anzeigte. Heut ist dort ein Busparkplatz. Den
Namen des neuen Obmanns muss man sich auch auf der Zunge zergehen lassen: Themistokles Ritter von Metaxa! Prost. Den zweiten HAC-Platz
gibt es übrigens heute noch, dort spielt der ASV 13 seine Spiele. Der
Kabinentrakt aus den 20er Jahren im späten Jugendstil ist denkmalgeschützt.
Das dreijährige Vereinsbestehen zeigte der F.u.A.C „Viktoria“ am 19. März
1901 in einer Notiz an. Messerscharf darf kombiniert werden, dass die „Viktoria“
demnach am 19. März 1898 gegründet wurde. Mit der heutigen Viktoria Wien haben
sie nichts zu tun, da sie sich am 24. November 1911 mit den Cricketern
fusionierten.
Eine liebevolle Betrachtung der Jesuitenwiese mit den Augen eines
Fussbalenthusiasten Anno 1901:
Eine kurze Statistik des Wiener Athletik Sport Clubs aus dem Jahre 1900 über die absolvierten Wettspiele ist durchaus interessant. Der WAC war in diesem Jahr die wohl erfolgreichste Wiener Mannschaft.
Freitag, 3. Juli 2026
Vermischtes aus Wien
1905 gab es in Floridsdorf Bezirksratswahlen. Der damals jüngste Wiener Bezirk hielt die erste Wahl als Teil Wiens ab. Für die Sozialdemokraten wurde am 31.3.1905 Anton Schlinger für den 4. Wahlkörper (es galt damals noch das Kurienwahlrecht, welches 1907 geändert wurde) aufgestellt, für den 3. Wahlkörper trat ein gewisser Karl Seitz an. Während letzterer bereits im Reichsrat saß, wurde Schlinger als erster Sozialdemokrat für Floridsdorf gewählt. Heute ist der Schlingerhof (erbaut 1924 - 26) nach ihm benannt.
Ein eigentlich recht cooler Name für ein Restaurant ist der "Rote Igel". Wie genau der Wirt auf diesen Namen gekommen ist, ist nicht überliefert. Sicher hingegen ist, dass das Haus, in dem sich das Restaurant befand 1905 abgerissen wurde.
Die Eisenbahn ist immer schon ein Teufelswerk gewesen. Ja genau, ein Teufelswerk. Hat "die Eisenbahn" doch glatt einen 60jährigen Favoritner überfahren und getötet. Abartig. Dieses verbrecherische Verkehrsmittel gehört sofort abgeschafft.
Apropos......
........Favoriten: Da gab es in der Zwischenkriegszeit so ein Spiel zwischen der Hertha Wien und dem Wiener Amateursportverein, der wegen Randalen - frei nach Gustl Starek (Wenns ned kickn könnts, hauts eine) abgebrochen wurde. Aber lest den Text selber:
Humor und Geschmack
Einen eigenen Humor betreffs
„Wildunfällen“ hatten die Zeitungen damals auch irgendwie, vor allem wenn die
Opfer Gendarmeriebeamte waren. Die beiden waren auf Patrouillengang irgendwo in
der Pampa und kamen nicht zurück. Am nächsten Tag schaute man nach – nur keine
Eile, wird scho nix passiert sein – und findet 7 erschossene Wölfe, ein paar
Knochen und vier Stiefel, in denen noch die Beine steckten. Jo. Klingt ein
bischen nach „Krokodil erschiesst Papagei“ aber gut. Ist ja auch die
Kronenzeitung.
Feigenkaffee soll köstlich
schmecken. So wie die Frau auf dem Bild, die geradezu auffordert NUR noch
Feigenkaffee zu trinken. Die schaut echt glücklich aus.
In der Wiener Stumpergasse gab es
im März 1905 einen Brand. Ein Haus brannte ziemlich ab, ein Mensch starb,
nämlich Josef Pospischil. Am Bild sieht man ihm VOR dem Brand. Gsund hat er da
aber auch nimmer ausgsehn wie ich finde….
Also ich weiß nicht, wer der Herr
Dattler war – is ma auch wurscht – aba an schenan Schnauzer hat er scho ghabt,
gell?
Bevor in Favoriten das Ding mit
den Messern begann hatte das dortige Publikum eine andere Belustigung: Sie
warfen bei Demonstrationen und Versammlungen Steine auf die Polizei. Auch a
Idee.
Das analoge Internet geht weiter
Das Bild einer adeligen Verlobung, die Namen sind wurscht,
weil eh sinnlos, hat mich ein bisserl verstört. Dort schauen die beiden
Personen ein wenig „sehr blöd aus der Wäsch“ wie man so schön sagt. Hoffentlich
ist das nur eine schlecht gelungene Zeichnung.
Ein Bericht über den ältesten (Süd)Tiroler ist auch in der
Kronenzeitung von damals zu finden. Er erreichte das damals (und heute)
biblische Alter von 104 Jahren, 7 Monaten und 8 Tagen. Er verstarb an der
Grippe.
Ebenfalls sehr wertvoll war der Tipp zur Schwammerlzucht. Ein
ziemlich langer Artikel beschäftigte sich 1905 mit diesem Thema. Kurz
zusammengefasst: Du nimmst Pferdescheisse, lässt sie solange trocknen, bis sie
nicht mehr riecht, bautst dir ein Kisterl, gibst die Pferdescheisse rein und
fügst dann die Sporen der Schwammerln dazu. Dann noch ein bisserl Sonne, viel
Nass und die pferdegedüngten Schwammerln sprießen. Oder auch nicht. Die
Nachbarn dürfen halt keinen guten Geruchssinn haben.
In den „guten alten Tagen“ hat man eine lustige Art gehabt,
mit Messerstechern umzugehen. Am Beispiel eines Gastwirtes, der von einem
rausgeworfenen Gast einen Stich oberhalb des rechten Auges erhalten hat, können
wir sehen was passierte: ein paar Gäste eilten dem Täter hinterher, holten ihn
ein und verpassten ihm sechs Messerstiche. Das Interessante daran war: wieso
zum Teufel hatten die alle ebenfalls Messer mit dabei? Die „Gute alte Zeit“
dürfte doch nicht ganz so gut gewesen sein, wie man dem dritten Artikel
entnehmen kann, wo die dauernden Messerstechereien in Wien beklagt wurden.







































