Sonntag, 28. Juni 2026

Wenn Irrsinn Normalität wird

 

Das Irrrste, das ich in den Zeitungen kurz vor Kriegsende gelesen habe war die Zusammenkunft des „Olympischen Komitees für Österreich“ die sich mit der Lustbarkeitssteuer sowie dem Bau eines Nationalstadions beschäftigten. Aber gut, wenn der Vorsitzende Colloredo-Mannsdorf heisst weiß man welche Lackmarke da im Spiel war.

 


Auch so eine irre Geschichte kommt (angeblich) aus London, wo zwei invalide Boxer – einem fehlte das linke, dem anderen das rechte Bein – gegeneinander boxten. Der mit dem intakten linken Bein hat gewonnen.


Und es wär ja ned Österreich gewesen, wenn man sich nicht noch im Krieg darüber gestritten hätte, in welche Klasse die Vereine nach Wiederaufnahme des Spielbetriebs eingereiht werden sollten.

 


Ein bedrückendes Bild veröffentlichten die Zeitungen im Herbst 1918, nämlich die letzte Nationalmannschaft Österreichs vor dem Kriege. Vier Spieler waren gefallen, von weiteren weiß man nur, dass sie in Gefangenschaft geraten waren. Das Foto wurde anlässlich des Länderspiels gegen Ungarn veröffentlicht. Ich kann nur vermuten warum, aber es scheint so, als ob damit bewiesen werden sollte, dass mehr österreichische Fussballer an der Front stehen (und gefallen sind) als ungarische Spieler. Die Monarchie zerbrach langsam in Einzelstaaten.



Zum Vergleich mit dem oberen Bild die Mannschaft von 1918, die am 6. Oktober mit 0-3 verlor (Tekusch ist nicht gleich Tekusch vom oberen Bild):


Auch bei den Mannschaftsaufstellungen erkennt man den von den Zeitungen angesprochenen Unterschied: Ungarn hatte fast alle seine Stars mit dabei, da die nicht an die Front abgegangen sind wie man damals so schön sagte. Soll aber keine Entschuldigung sein.



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen