Der WAC war im Frühjahr und Sommer 1903 eines der großen
Gesprächsthemen im Wiener Fussball. Erstens weil er das erste „Double“ in der
österreichischen Fussballgeschichte, also den Gewinn der Meisterschaft (Neuer
Wiener Tagblattpokal) und des Challenge Cups (also des internationalen Cups)
geschafft hat.
In den Zeitungen gab es aber auch Aufregung um ein Spiel im
Tagblattpokal zwischen eben dem WAC und der Graphia, welches als Farce
betrachtet wurde. Nicht wegen des Ergebnisses von 8-0 für den WAC, sondern
wegen der Umstände. Die Graphia, die keine Chance mehr auf den Titelgewinn
hatte und gute Verhältnisse mit dem WAC pflegte rechnete mit einem lockeren
Trainingsspiel, welches der WAC aber nicht so sah und mit Volldampf loslegte.
Das beleidigte die Graphia und sie ermöglichten dem WAC absichtliche Chancen,
die dieser dann aber wiederum absichtlich verschoss. In der zweiten Halbzeit
verließen sowohl der Capitan als auch der Torhüter des WAC das Feld und machten
das Spiel vollends zur Farce. Ein Tor schoss die Graphia trotzdem nicht.
Im Challenge Cup Finale wiederum, wo der WAC gegen den „Cesky
Atletik und Fussball Club“ antreten sollte war es so, dass die Prager einfach
nicht erschienen. Einen Grund konnte ich nicht herausfinden, was blieb war,
dass der WAC den Cup kampflos gewann. Ich vermute, dass es darum ging, dass die
deutschsprachigen Vereine in einer gewissen unguten Konkurrenz zu den
tschechischen Vereinen in Österreich-Ungarn standen und deswegen dieses Finale
seitens des Cesky A und FC abgelehnt wurde. Einige Zeit vorher hat der
(deutsche) Fussballclub Favorit Prag ein Spiel gegen die Slavia ausgetragen und
wurde vom deutschen und österreichischen Verband für alle Spiele gegen
deutschsprachige Mannschaften in Österreich-Ungarn und dem Deutschen Reich
gesperrt, was quasi einem Spielverbot gleichkam, da auch die tschechischen
Vereine nicht gegen sie spielten.
Nichtsdestotrotz ließ sich der WAC wegen beider Gewinne groß
feiern, immerhin ging der WT-Pokal endgültig in seinen Besitz (der WAC gewann
die Meisterschaft dreimal) und wurde zu einer der wichtigsten Trophäen des
Vereines in dieser Zeit. Mit dem Gewinn beider Trophäen hat sich der WAC
endgültig zum besten Wiener Verein gekürt, der sogar die Cricketer und die
Vienna spielend in den Schatten stellte. Auch sein Fussballplatz war der wohl
beste in der österreichischen Reichshälfte mit einem Fassungsvermögen von etwa
25.000 Zusehern. Leider konnte der WAC seine Dominanz in der folgenden
Meisterschaft nicht beweisen, da diese – auf Betreiben der Vienna – nicht zu
Ende gespielt wurde.