Samstag, 2. Mai 2026

Favoritner AC gegen SV Donau

 

Neunzehnhundertzehn.......

 

....Neunzehnhundertzehn, Neunzehn, Neunzehn, Neunzehnhundertzehn!

 


Es war ein Duell der Mannschaften mit vielen Parallelen: zum einen ist da mal das Gründungsdatum, 1910. Sowohl der FAVAC als auch die SV Donau (bzw. der Vorgänger Olympia) sind in diesem Jahr entstanden. Die einen in Favoriten, die anderen (zunächst) in der Leopoldstadt. Beide Mannschaften spielen auf dem zweiten Fussballplatz ihres Vereinsbestehens, der FAVAC hatte ja bis 1915 die Steinmetzwiese als Heimplatz, ehe er nach Jahren der Entbehrung 1921 die Kennergasse bezog. Die SV Donau (bzw. Olympia) begann im Zweiten Bezirk (etwa auf Höhe des heutigen Elektra- pardon Rapid Akademieplatzes) mit dem Kicken, ehe sie 1926 nach einem Zusammenschluß mit dem Kaisermühlener AC auf den heutigen Platz kamen. Der übrigens auch 1921 errichtet wurde. Dem Vernehmen nach hat man bis heute gewisse Probleme mit den uralten Bäumen rund um den Platz, das kann aber auch ein blödes Gerücht sein.

Und dann sind da noch die Farben: beide haben Schwarz mit einer Zusatzfarbe gewählt, der Favoritner AC das hübsche Rot, die SV Donau das Königsblau. Böse Zungen könnten behaupten, es wäre wie AC Milan gegen Inter Milano. Ist es natürlich nicht, denn WIR verstehen  uns.



Der Fussballabend am Tag der Arbeit begann schon bei der Anreise. Zunächst kämpfte man sich durch eine Menschenmenge in die Untergrundbahn die bummvoll war und als man ausstieg, hörte man schon die Gesänge der Gästefans. Natürlich wurden die Gesänge höflichst erwidert und spätestens jetzt war allen Favoritnern klar: „Heit wird a Mätsch gspüt!“ Die Wiederholung dieser akustischen Ankündigung wurde auf der Straße perfekt erledigt. Jetzt wissens alle. Punkt.

Also auf den Platz gekommen und schon die erste feine Überraschung: Ein sehr rühriger Belgier (Belgische Pommes, wir wollen belgische Pommes) hat uns edle Kopfbedeckungen organisiert und so waren wir gut behütet für diese entscheidende Partie.



Die Jungs vom SV Donau platzierten sich neben uns und so versprach es ein toller Fussballabend mit viel Gesang und Getränk. Perfekt. So muss Fussball gehen, Rivalität ja, Respekt ja, Hass NEIN. Wir lieben schließlich alle das schönste Spiel der Welt.

Also nachdem wir die üblichen „blöden“ Fotos gemeinsam gemacht haben, ging es ans Spielen. Von Beginn weg war es sichtbar, dass der Favoritner AC die Punkte dringendst braucht. Unterstützt wurde die Partie von den lautstarken Gesängen der beiden Fangruppen, die sich auch auf den größten gemeinsamen Nenner einigen konnten: NEUNZEHNHUNDERTZEHN.



Die SV Donau erwischte den besseren Beginn und ging nach 17 Minuten in Führung. Schaß, dachte sich der gelernte Favoritner, des wird hoat. Aber ned unmöglich, denn in der 24. Minute glich Faris Kavaz zum 1-1 aus. Alles wieder auf Null gestellt, um es so zu sagen. Zehn Minuten später grätschte dann der Donautormann den Stürmer um – es gab Elfmeter, der wiederum von Faris Kavaz verwandelt wurde. Na das war schon besser. Donau drängte auf den Ausgleich, doch kurz vor der Pause fiel dann das vielumjubelte 3-1 durch Patryk Ciez. Und dann war Pause.



In der Pause wurde der für uns unglaubliche Spielstand ein wenig erörtert, einerseits sind wir natürlich froh über diese Führung, andererseits könnts halt gegen einen anderen Gegner sein, den wir ned mögen. Tja.

Nach der Pause ging das lustige Supporten beider Mannschaften weiter, der FAVAC spielte jetzt etwas auf Konter, was einige Male fast schief gegangen wäre, hätten wir nicht Patryk Ciez, der in der 60. Minute das vielumjubelte 4-1 schoss. Wahnsinn. Ein perfekter Abend für ihn. Es kam aber noch besser: Trainer Herbert Gager tauschte in der 73. Minute Kenny – wie heisst der nochmal – Schincariol ein, der sich dreizehn Minuten später, nämlich in der 86. mit dem 5-1 dafür bedankte. Jetzt ist bei uns nur noch Jubel.




Nach Abpfiff gab es noch mehr als verdiente „Herbert Gager“ Rufe für unseren Trainer, der in seiner Amtszeit Unglaubliches geschafft hat. Aus einem spielerischen Sauhaufen formte er ein Team, das an guten Tagen Jeden schlagen kann. Hätten wir ihn nur schon von Anfang der Meisterschaft an gehabt – wo wären wir jetzt tabellarisch?

Der Rest war nur noch feiern.

 


NUR DER FAVAC!

P.S.: Ein riesiges Dankeschön geht nach Kaisermühlen, Burschen ihr wart großartig und wir hoffen, dass wir noch viele weitere gemeinsame Spiele erleben. Top. Danke.



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