Sonntag, 7. Juni 2026

So jetzt endlich Fussball

 

Stellt Euch heute folgendes vor: ein österreichischer Fussballverein, ihr könnt euren Lieblingsverein selbstständig einsetzen, spielt gegen den französischen Meister. Klare Sache denkt man sich und wettet, wie hoch man verliert. 1933 war das nicht ganz so. Da fuhr die Wacker Wien eben mal mit der Bahn nach Paris und spielte dort gegen den Hauptstadtverein „Racing de Paris“. Also angekommen, aus der Bahn gestiegen, zum Stadion gestiefelt und gleich gespielt. Heute vollkommen undenkbar, damals so üblich. Und die Wacker gewinnt mal eben 3-2 gegen die Franzosen, die vollkommen konsterniert waren. Hm. Ihr fragt euch, ob das ein Gschichtl ist oder stimmt ? – Es stimmt tatsächlich, nämlich am 21. Jänner 1933. Vor 5.000 Zusehern.



Ebenfalls in diese Zeit fiel der Auswärtssieg des WAS (später Austria Wien) in Leipzig. Selbes Procedere, höherer Sieg. Sindelar traf zweimal, Molzer einmal. „Tschau Kakau“!


Und da aller guten Dinge drei sind und dies die Umleitung zu meinem eigentlichen Artikel ist, kommt noch ein Spiel der Vienna am 5.2.1933 in Lille dazu. Die Döblinger hatten ja zuvor eine Tournee in England gemacht und dachten sich auf der Heimreise, die ebenfalls per Bahn und Schiff absolviert wurde, „warum spieln wir nicht noch a Mätsch in Frankreich“ und stiegen in Lille aus. Dort spielten sie gegen „Olympique Lilloise“ heute OSC Lille. Nach einer umkämpften ersten Halbzeit, in der die Döblinger mit 1-0 in Führung gingen, hatte dann der Schiedsrichter seinen „großen“ Auftritt und annulierte zwei weitere Treffer für die Vienna. Hat nix gholfen, Lille konnte nicht einnetzen. Schlechte Schiedsrichterleistungen sind auch damals häufig vorgekommen.




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