Stellt Euch heute folgendes vor: ein österreichischer Fussballverein, ihr
könnt euren Lieblingsverein selbstständig einsetzen, spielt gegen den
französischen Meister. Klare Sache denkt man sich und wettet, wie hoch man
verliert. 1933 war das nicht ganz so. Da fuhr die Wacker Wien eben mal mit der
Bahn nach Paris und spielte dort gegen den Hauptstadtverein „Racing de Paris“.
Also angekommen, aus der Bahn gestiegen, zum Stadion gestiefelt und gleich
gespielt. Heute vollkommen undenkbar, damals so üblich. Und die Wacker gewinnt
mal eben 3-2 gegen die Franzosen, die vollkommen konsterniert waren. Hm. Ihr
fragt euch, ob das ein Gschichtl ist oder stimmt ? – Es stimmt tatsächlich,
nämlich am 21. Jänner 1933. Vor 5.000 Zusehern.
Ebenfalls in diese Zeit fiel der Auswärtssieg des WAS (später Austria Wien)
in Leipzig. Selbes Procedere, höherer Sieg. Sindelar traf zweimal, Molzer
einmal. „Tschau Kakau“!
Und da aller guten Dinge drei sind und dies die Umleitung zu meinem
eigentlichen Artikel ist, kommt noch ein Spiel der Vienna am 5.2.1933 in Lille
dazu. Die Döblinger hatten ja zuvor eine Tournee in England gemacht und dachten
sich auf der Heimreise, die ebenfalls per Bahn und Schiff absolviert wurde, „warum
spieln wir nicht noch a Mätsch in Frankreich“ und stiegen in Lille aus. Dort
spielten sie gegen „Olympique Lilloise“ heute OSC Lille. Nach einer umkämpften
ersten Halbzeit, in der die Döblinger mit 1-0 in Führung gingen, hatte dann der
Schiedsrichter seinen „großen“ Auftritt und annulierte zwei weitere Treffer für
die Vienna. Hat nix gholfen, Lille konnte nicht einnetzen. Schlechte
Schiedsrichterleistungen sind auch damals häufig vorgekommen.




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