Sonntag, 7. Juni 2026

Nochwas, bevor es zum Fussball geht

 

Was hat eine Frauenleiche in Hütteldorf mit Modespionage zu tun? Richtig: Gar nichts, ausser dass beide Artikel in derselben Zeitung vom 6.2.1933 gestanden sind. Während erstere eines von vielen Selbstmordopfern der damaligen Zeit war, ist die Gschicht mit der Modespionage schon eher erheiternd.


Ein Deutschamerikaner, wie extra betont wird (die Nennung von Staatsangehörigkeiten sind also keine Modeeerscheinung heutiger Zeit) hat in Paris Konfektionsentwürfe verschiedener – heute würde man sagen – Modedesigner einfach gfladert und an Textilhänder verscherbelt. Perfide würde man sagen und da das in Frankreich passiert ist, natürlich typisch deutsch. Oder so. Jedenfalls wars ein verdammter Ausländer wie die Briten zu sagen pflegten.


Aber auch im Fernen Osten hatten da so einige Leute ihre Problemchen. Die Holländer, pardon Niederländer zum Beispiel. Sie hatten ja dort eine große Kolonie, Niederländisch-Indien genannt (heute Indonesien), die sie recht streng regierten. Das stieß überraschenderweise auf den Widerstand der Einheimischen, die sich 1933 dagegen auflehnten, sprich es kam zum Aufstand. Den Aufständischen gelang es sogar, einen holländischen Panzerkreuzer „De zeven Provencien“ zu kapern und damit herumzuschippern. Dieser Panzerkreuzer, 1910 auf Kiel gelegt war das damals artilleristisch am stärksten bewaffnete Kriegsschiff der Königlich Niederländischen Marine. Mit ihrer Hauptbewaffnung von zwei 28 cm Kruppgeschützen konnte sie schon jede Menge Schaden anrichten. Es ging aber alles gut, das Schiff wurde schlußendlich geentert und wieder in den Dienst der Königlich Niederländischen Marine gestellt. Was mit den Meuterern passiert ist, verschweigt die Chronik. Kugel oder Strick würde ich vermuten.





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