........weils so lustig ist: In der Saison 1936/37 wurde Helfort in der 2. Klasse Nord Meister. Damit war er berechtigt, in zwei Spielen gegen den Meister der 2. Klasse Süd, Simmeringer SC und dem Meister der Provinzmeisterschaft, Sturm Graz um den Einzug in die 1. Klasse (sprich 1. Bundesliga) zu kämpfen. Und wissts was: Sie hams vergeigt. Wie immer. Jetzt dürfts grinsen.
Freitag, 19. Juni 2026
Weiter geht es mit den Publikationen
Mit dem Erreichen der Ersten Klasse wurden die Rotschwarzen aus Favoriten immer prominenter und finden in den Sportblättern einige Erwähnungen. Sogar Fotos kommen hie und da vor. Hier mal etwas aus dem Jahre 1936:
Vermischtes
Knapp nach dem Krieg, es war noch arschkalt im März 1919 befassten sich die
Sportblätter damit, wie man das Schwimmen „volkstümlich“ machen könnte. Ich
hätt da a Idee: werfts einfach die ganzen Bsoffenen in die Donau und schauts,
was dabei rauskommt. Oder wo.
Japan, welches sich seit 1932 im Kriegszustand mit China befindet hat sich 1935
ernsthaft Chancen auf die Ausrichtung der Olympischen Spiele 1940 ausgerechnet.
Ich weiß ja nicht, wie das vor sich gehen soll aber auf den Inseln dort
glaubten sie fest daran. Leider haben sie keine Kirchen zum Glauben weswegen es
1940 keine Olympiade in Tokio gab.
In Porto gab es fast in der Innenstadt ein historisches Stadion namens „Lima“,
benannt nach einem portugiesischen Unternehmer, dessen Witwe den Platz 1923 an
den Verein Academico FC, gegründet 1911. Auf diesem Platz spielte die
österreichische Auswahl im Winter 1936. Das Stadion sah allerdings noch andere
Dinge wie Autorennen oder Radrennen. Von 1940 bis 1952 spielte auch der FC
Porto auf diesem Platz. Es wurde schließlich in den 60er Jahren abgetragen.
Zeitungssplitter Teil Irgendwas
Oberösterreich hatte 1935
immerhin schon ganze 31 Fussballvereine. 31. Eine Wahnsinnszahl, wenn man sie
mit Favoriten vergleicht, das in dieser Zeit weit über 60 Vereine beherbergt.
Aber immerhin treten dort einige Menschen spaßeshalber gegen den Ball, um ihn
in ein Tor zu befördern. Vorzugsweise in das des Gegners.
In den 30er
Jahren gab es hohen Besuch in der CSR (Tschechoslowakischen Republik, das
zweite S ist erst nach 1945 dazugekommen): Sparta Chicago kam nach Kladno. Ihr
fragt euch jetzt: „Hääh, Sparta Chicago? – Säuft der?“ Nein, das war der Verein
der Exiltschechen. Gabs wirklich. Er wurde – glaubt man der Historie – 1917
gegründet und existierte mit mehreren Zusammenschlüssen bis Anfang der 80er
Jahre. Österreichischen Fussballfans ist er vielleicht dadurch bekannt, dass er
1926 gegen die Wiener Hakoah, die eine US-Tournee absolvierten, spielte.
Zwischen 1927 und 1939 wurden sie zehnmal Meister. Lustigerweise werden in der
„ewigen Tabelle“ auf Wikipedia diese 10 Titel gezählt, in der darunter
folgenden Aufstellung sind es nur neun. Ja, Amis und Zahlen. https://en.wikipedia.org/wiki/Chicago_Sparta
Estland,
welches von 1710 an Teil des Russischen Reiches war erklärte am 24. Febraur
1918 seine Unabhängigkeit, welche zwei Jahre später von der Sowjetunion
anerkannt wurde. Im Zuge des Deutsch-Sowjetischen Nichtangriffspaktes am 23.
August 1939, der geheime Zusatzklauseln enthielt wurde Estland 1940 von der
UdSSR annektiert. Während ihrer ersten Unabhängigkeit wurde in Estland
natürlich auch Fußball gespielt. In den 30er Jahren absolvierten sie eine
Europatournee, welche sie nach Ungarn und in die CSR führte. Eine Anfrage an
den österreichischen Fußballverband blieb offenbar unbeantwortet bzw. wurde –
typisch österreichisch – ignoriert.
Der Bezirksteil mit dem größen
Gsindelanteil war nicht in Favoriten, Simmering oder Meidling zu vermuten, nein
es war Breitensee. Dort dürften sich seinerzeit ziemlich viele Raskachln
herumgetrieben haben.
Zum Schluß noch die ewig junge
Geschichte des „Vienna Cricket and Football Clubs“, welcher sich bis heute mit
der Vienna quasi duelliert, wer der erste österreichische Fussballverein denn
war/ist. Rechtlich gesehen ist es klar: Die Vienna ist einen Tag älter.
Betrachtet man aber die sportliche Historie so fällt auf, dass die Cricketer
(lt. Eigenangaben) seit 1892 dem runden Leder nachgejagt sind. Seit wann es die
Vienna tat – Hm. Aber man darf auch nicht vergessen, dass es in der
Kernölprovinzhauptstadt namens Graz auch schon so um 1893 Menschen gegeben hat,
die dem Fussball hinterherjagten. Irgend ein Uniprofessor hat einen Ball aus
Prag mitgenommen (wo schon seit 1887 Fussball gespielt wurde) und mit seinen
Studenten herumgespielt. Wie auch immer, die Geschichte der Cricketer ist nicht
unspannend.
Donnerstag, 18. Juni 2026
Rotschwarz in der Presse
In der Mitte der Dreißigerjahre war der FAVAC in seiner bisher stärksten Phase seines Bestehens und wurde in den Medien vermehrt genannt. Hier ein paar dieser Pressesplitter:
Seltsames und Eigenartiges
In Ägypten dürft es in den Dreißigerjahren auch ziemlich zugegangen sein. Erschießen doch glatt zwei Daviscupspieler einen Bankangestellten. Einfach so. Ob sie je wieder für Ägypten Tennis spielten, konnte nicht herausgefunden werden. Ich vermute, eher nicht. Aber was weiß man schon. Fremde Länder, seltsame Riten. Peng!
Der Profifussball in Österreich, also eigentlich nur in Wien war schon in den 30er Jahren schweineteuer. Österreich als armes Land gab jährlich 2 Millionen Schillinge (alt) aus, inflationsbereinigt wären das heute etwa 25 Millionen Euro. A Haufen Geld, damals wie heute. Nur warn die Österreicher damals international eine der stärksten Nationen und ned wie heute eher zweitklassig.
Wenn wir heute das Wort „Europapokal“ bzw auf gut wienerisch „Europacup“ hören denken wir sofort an epische Spiele zwischen Milan und Real oder Arsenal gegen Benfica. Irgendwas in dieser Richtung halt. In der Zwischenkriegszeit gab es auch einen „Europapokal“. Der wurde allerdings zwischen den Nationalmannschaften ausgefochten. Eine Art Europameisterschaft, nur nicht so benamst. Österreich nahm da regelmäßig teil. Ob Ungarn am 17. September 1933 nur deshalb mit 3-0 gegen die Schweiz gewonnen hat, weil der Schiedsrichter „Frankenstein“ hieß, hat uns die Chronik nicht verraten. Vielleicht warn die Magyaren aber nur einfach besser.
Das Passagierschiff „Carpathia“ erlangte im April 1912 traurige Berühmtheit, als es der sinkenden bzw. schon gesunkenen „Titanic“ zu Hilfe eilte und hunderte Überlebende aus dem Meer barg. Was nicht so bekannt ist ist, dass dieses Schiff vertraglich an die ungarische Krone gebunden war und mit einer teilweise ungarischen Mannschaft fuhr. Dort gab es viele gute Fussballer, die 1912 nach ihrer Rückkehr in Budapest ein Benefizspiel zugunsten der Opfer des Titanicunglücks veranstalteten.
Ajax (Amsterdam) hat sich in den Dreissigerjahren um 300.000 Gulden (die alte holländische Währung) ein neues, kleines, intimes Stadion für 23.000 Zuseher gebaut. Auch nett. Intim ist immer gut. Ob in der Öffentlichkeit bleibt abzuwarten.
Originelles und so....
Eine originelle Idee hatte der WAC anno 1934: Nachdem sie bei
einem Wettspiel einen unberechtigten Spieler eingesetzt hatten und mit 1.000
Schilligen (die alte Währung Österreichs von 1924 bis 2001) bestraft wurden
wollten sie, dass nicht der Verein, sondern der Teammanager den Betrag zahlen
sollte und wiesen den ÖFV an, den ausstehenden Betrag bei diesem einzufordern.
Komischerweise lehnte der ÖFV ab – der Verein musste zahlen. Ob er das Geld vom
Manager zurückforderte, verschweigt die Chronik.
Der ehemalige Südsternplatz hiess in den 30er Jahren
„Nicolsonplatz“ (nach der ersten Benennung des FC Wien): am 25. Augsut 1934
vermeldeten die Sportblätter stolz die Neurenovierung dieses Platzes.
Wisst ihr, was „a Nurmi“ is? Nein? Bitte hier ist er: Pavo
Nurmi, der wohl beste finnische Langstreckenläufer dieser Zeit. Er schurlte und
schurlte und schurlte – a Nurmi halt.
Die Wiener lieben ihren abfälligen Humor. Der berühmte
„Wiener Schmäh“ hatte manchmal mehr mit Schmäen als mit Humor zu tun. Vor allem
in den Karikaturen nahm man sich kein Blatt vor den Mund, wenn es darum ging,
den Gegner zu verhöhnen.
Im Sommer 1934 gab es eine Frauenolympiade, genannt
„Frauenwettspiele“ in London. Hier einige „Fräuleins“, die daran teilnahmen:
Die Cups und so.....
Ich hab ja schon ein bisserl was über die Vienna geschrieben.
Also wie sie immer wieder quengelte, weil das Leben nicht so spielt wie sie
wollten. Vor allem beim Fussball nicht. Jetzt habe ich erneut etwas im
„Sport-Telegraf“ von 1934 gefunden. Die Sache war so: Für den Mitropacup durfte
jedes Land ja nur eine gewisse Anzahl an Mannschaften nennen. Meistens zwei
plus den aktuellen Titelträger. Der war in diesem Fall der Wiener Amateur Sport
Verein (Austria Wien für Unwissende). Dazu noch zwei weitere Vereine. Einer
dieser Vereine war Rapid, der dritte wurde durch ein Qualifikationsturnier
zwischen Vienna, FAC und WAC ausgetragen. Interessanterweise gewann der FAC
dieses Turnier. Er durfte also am Mitropacup 1934 teilnehmen und wurde in der
ersten Runde dem FTC (Ferencvarosi Torna Egylet – Franzenstädter Turn Einheit)
zugelost, ging in Budapest mit 0-8 unter und verlor in Wien 1-2. Gut. Also
schlecht. Nun hat sich die Vienna eingebildet, dass sie für den Mitropacup
geeigneter sei, weil sie sicher nicht so schwach gespielt hätte. Eh. Für den
Turniersieg im Qualiturnier hats dann aber doch ned greicht. Irgendwie die
Prinzessin auf der Erbse. Oder a alte Jungfer.
Interessant waren auch die Auslosungen zur Fussball WM in
Italien sowie die Auslosung von Cup und Mitropacup.
Die Salzburger Fussballmeisterschaft 1926 ergab folgende
Spielergebnisse. Der Meister war erneut der Salzburger AK 1914.

















































