20. Februar 1860: Gründung des Buchhändlerverbandes Österreich. (Quelle: ANNO)
Favoriten war immer schon ein großartiger Bezirk. Da streitet ein Ehepaar
in der Leebgasse zuerst miteinander, dann mit den Nachbarn, es wird das Zimmer
angezündet, eine Nähmaschine zerdeppert, ein paar Watschen wechseln den
Besitzer, ein Messer wird gezückt und der Ehemann von der Polizei zunächst
verhaftet, danach jedoch wieder freigelassen. Was macht der gute Mann? Er geht
zur Kronenzeitung und zeigt ein Schreiben vor, nachdem er unschuldig ist – Zack
Artikel. Die Leut damals ham auch schon einen großen Schuß ghabt. (Quelle:
ANNO)
Wien ist nach dem Jahre 1900 enorm gewachsen. Am 12. November 1904 kam Floridsdorf (und die heutige Donaustadt) zu Wien. Eine Ausnahme war Strebersdorf, dass zunächst eine eigene Gemeinde blieb. 1078 erstmals urkundlich als „Stroblinstorf“ erwähnt (vermutlich von Strohmattenerzeugern bewohnt) war der Ort während der Zweiten Türkenbelagerung Schauplatz einer blutigen Schlacht, eher eines Gemetzels, in welchem die Truppen Karls von Lothringen über 12.000 Osmanen töteten. Im 19. Jahrhundert wurden Strebersdorf und Stammersdorf zu einer Kirchengemeinde zusammengelegt, 1845 baute man die Eisenbahn (Stockerauer Flügelbahn) rund um Strebersdorf ohne dort eine Station einzurichten. Bei der Eingemeindung von Floridsdorf musste die Gemeinde Teile ihrer Ortsfläche hergeben und verlor somit ihre wirtschaftliche Eigenständigkeit. Also 1910 die Gemeinde pleiteging, wurde sie per Verordnung vom 1.1.1911 nach Wien eingemeindet.
Der zehnte Wiener Gemeindebezirk existiert seit dem 27. September 1874. Er
war der erste Bezirk ausserhalb des Gürtels (Linienwalls) und wurde über die „Favoritenlinie“
und die Gleise der „Kaiserin-Elisabeth-Bahn“ (Südbahn) in Richtung Rothneusiedl
ausgebaut. Bis zum Zweiten Weltkrieg war die bebaute Fläche etwa auf die Höhe
des heutigen Verteilerkreises (Altes Landgut) erfolgt. Die südliche Seite des
Laaerbergs waren entweder Felder oder Ziegeleien. Erst in
Rothneusiedl/Oberlaa/Unterlaa begann erneut die Bebauung, diese drei Orte
wurden erst 1954 zu Wien geschlagen. Um die wenigen, meist in Elendsbaracken
lebenden Menschen („Ziaglbehm“) mit der Stadt zu verbinden, wurde 1910 eine
Petition eingereicht, wonach die Straßenbahnlinie 67, die bis dahin nur quasi
zum Verteilerkreis fuhr (die Umkehrschleife war etwa dort wo heute der Möbel
Ludwig situiert ist) bis nach Rothneusiedl zu verlängern wäre. Nach langem Hin-
und Her bekamen die Favoritner am 17. Dezember 1914 eine eingleisige Straßenbahn,
die Linie 167 bis nach Rothneusiedl. Sie fuhr von der Endstelle der Linie 67 in
der Lehmgasse den Laaerberg in südlicher Richtung bis eben Rothneusiedl. Nach
dem Zweiten Weltkrieg wurde die Linie sogar von Rothneusiedl bis zum Kärntner
Ring geführt, mit Eröffnung der WIG (sowie der Fertigstellung der Per-Albin-Hansson-Siedlung)
fuhr sie vom Kurzentrum Oberlaa bis zum Kärntner Ring. Als die U1 bis
Reumannplatz geführt wurde, änderte man erneut die Streckenführung und führte
die Line 67 U-förmig bis zum Otto-Probst-Platz. Am 2. September 2017 – die U1 ist
bis zum Kurzentrum Oberlaa (Therme Wien heisst der Schaß jetzt) verlängert
worden und somit die längste U-Bahn-Linie Wiens wurde der Betrieb auf der
Strecke Oberlaa – Reumannplatz eingestellt. Am 1. September 2019 wurde auch die
Reststrecke eingestellt und mit der neuen Linie 11 zusammengelegt.
Ihr Alle kennts die Stadtbahn. Manche sind noch damit gefahren, andere
benutzen nur noch deren Trasse, die heute von der U4 und U6 befahren wird. Als
der Kaiser Ende des 19. Jahrhunderts den Bau dieser Stadtbahn – er wollte keine
Untergrundbahn in Wien haben (so wie Budapest sie 1896 bekommen hatte – die älteste
U-Bahn auf dem Europäischen Kontinent) – wurde dieses Bauvorhaben von der kaiserlich-königlichen
Staatsbahn umgesetzt. Otto Wagner spendierte seine Bahnhöfe dazu. Als sie 1898
fertig wurde, betrieb die Staatsbahn die Stadtbahn mit Dampflokomotiven. Das
führte zu ständigem Streit mit der Stadt Wien, die alle anderen Verkehrsmittel
in Wien betrieb und bis 1907 die Streckenführung diesseits der Donau elektrifiziert
hatte. Floridsdorf kam 1910 dazu. Das lag daran, dass es damals wenige Brücken
über die Donau gab und diese erst mit Gleisen versehen werden mussten. Als die
Elektrifizierung 1910 (vorläufig) beendet war, wollte man die Stadtbahn
ebenfalls mit Elektrizität betreiben. Dazu hätte man auch die Waggons der Wiener
Tramwaygesellschaft (heute Wiener Linien) verwenden können, denn sowohl
Staatsbahn als auch die Tramwaygesellschaft verwenden dieselbe Spurbreite. Die
kuk Staatsbahnen jedoch weigerten sich beharrlich, die Stadtbahn zu
elektrifizeren. Dies passierte erst nach langen Streitereien im Jahre 1926. Die
Kosten für die Elektrifizierung, immerhin 30 Millionen Kronen hätte die Stadt
Wien übernommen.
Wie stell ich mir so eine Lotterie vor? "Die heutige Ziehung ergab: Fingerknochen, Unterschenkel, Kiefer, Rippe, Rippe, Zehe" ? (Quelle: ANNO)
Ein älterer Herr (und Gusch!) beim Hendlfüttern. War der Zeitung eine Illustration wert. Der Typ hat übrigens eine "Hühnerkomödie (?)" geschrieben. (Quelle: ANNO)
IM KAUFHAUS
Verkäuferin: „Was darfs denn sein, mein Herr?“
Kunde: „Ich hätte gerne das fesche Hemd da!“
Verkäuferin: „Sehr gerne. Darf es sonst noch etwas sein?“
Kunde: „Wenns schon dabei sind, packens ma bitte das Flugzeug auch noch
ein!“
(Quelle: ANNO)
Der Balkan war auch immer für eine witzige Begebenheit gut: Stellts Euch
vor, ihr seids irgendwo – in dem Fall wars in Serbien – der Thronfolger, also
der Prinz, streitets mit dem Polizeichef und bekommts dann vom
Ministerpräsidenten die Ansag: „Ich weiß ja, dass ihr mal unser König werdets
aber könnts euch bitte jetzt amal a Zeiterl aus Serbien schleichen?“ (Quelle:
ANNO)
In Döbling sind früher auch a paar Lustige unterwegs gwesen sein. Stellts
Euch vor, ihr geht’s fröhlich vor Euch her pfeifend auf der Straße, kommt euch
einer entgegen, sagt „Servus“ und schmiert Euch eine. Ihr hauts zruck und er
zieht einen Revolver um den ihr euch dann solange lustig raufts, bis er
abdrückt. Soll tatsächlich passiert sein.