Samstag, 26. Juli 2025

Der wöchentliche Mauerwürg-Post

 


Das Magazin "Mein Wien" - Ausgabe Margareten hat kürzlich etwas Interessantes zum leidigen Thema Mauerwürg geschrieben. An der Adresse Margaretenstraße 114 - 118/Arbeitergasse 34/Brandmayergasse 36 steht ein der "MEK 2020 Immogesellschaft gehörendes Gebäude. Dieses wurde nun zwangsverwaltet, weil der Geschäftsführer dieser dem Mauerwerk-Netzwerk angehörenden Firma, Mustafa AlNimr wohl in Zahlungsschwierigkeiten geraten ist. Eine seiner anderen Firmen, die "Mauerwerk Donaufelderstraße 10 GmbH" wurde ein Insolvenzverfahren eingeleitet. Aber lest selber. 

"Mauerwerk": Wie ein Unternehmen fünf Adressen in Margareten verkommen ließ - Margareten






Hier die Insolvenz"historie" jener Mauerwerk Donaufelderstraße 10 GmbH (über MEK 2020 konnte ich auf Anhieb nichts finden):




Montag, 21. Juli 2025

Der „Weltreise“-Bericht

 


Der FAVAC spielt international. Und zwar in Sopron. Eine Auslandspartie im Sommer. Noch dazu Ungarn. Da muss man natürlich hin. Mit der Bahn geht es normalerweise recht gut, gibt es doch üblicherweise eine direkte Verbindung – sowohl von Deutsch-Westungarn aus als auch aus der Reichs- und Residenzstadt.

Normalerweise.

Meine Weltreise begann in Szeleskut auch Breitenbrunn genannt. Ist übrigens eine wortwörtliche Übersetzung (nicht so wie bei Sopron). Rein in die Bimmelbahn und weiter nach Wulkaprodersdorf. Dachte man sich halt so. Aber nein, der Zug fuhr nur bis zum Bahnhof Eisenstadt, geneigten Krawallblätterlesern durch eine Bombendrohung bekannt.


Ein netter kleiner Bahnhof mit immerhin drei Bahnsteigen. Die Gastwirtschaft ist normalerweise echt genial, leider war sie diesmal zu. Warum auch immer. Also wartete man dort auf den Zug, der mich eine Station weiter nach Wulkaprodersdorf (Vulkapordany) bringen sollte. Von dort ging es mit einem weiteren Umstieg nach Sopron. Am GySEV Bahnhof besichtigte ich noch die über hundert Jahre alte Dampflok, die seit ewigen Zeiten dort steht.

Von Wien aus fuhren die anderen Fans auch nach Wulkaprodersdorf und durften dort ebenfalls umsteigen. Es ist ja echt schräg, dass die GySEV jetzt statt einem durchgehenden Zug nach Deutschkreuz zwei Züge hat, die in Wulkaprodersdorf stehen blieben. Da dürften irgendwelche Lokführer schlimm gewesen und zwangsweise dazu verdonnert worden sein den ganzen Tag sinnlos drei Stationen hin- und herzufahren. Aber gut.

Man war dann also in Sopron, der heimlichen Hauptstadt des Burgenlandes. Ein bischen den Bahnhof erkundet, ein paar Bier inhaliert und darauf gewartet, dass sich alle ULTRAS versammelten. Interessanterweise konnte man am Bahnhof nur mehr mit Forint zahlen, früher undenkbar. Da wollten die Leute lieber Euro als ihre wertlosen Lappen. Egal. Man hat – „vollkommen überraschend“ – Forint dabei.

Die Bedienung hat sich jedenfalls einen gegrinst, als man mehrmals bestellte und wir spielten das lustige Spiel: „Ich zahle mit einem Schein, bekomme Scheine und Münzen, bestelle noch mal und retourniere die erhaltenen Scheine und Münzen wieder“. Jedenfalls hatte ich danach nur noch Scheine in der Hand. Die Münzen kannst eh nur zum Anmäuerln verwenden. Vor allem die 5 Forint Münzen, die wertloser sind als unsere 1 Cent Münzen.

Mit 15 Mann ging es dann in Richtung Stadion, welches am anderen Ende der Stadt ist. Für einen Sonntagnachmittag war es gespenstisch ruhig, kaum Leute auf der Straße, die Lokale fast alle zu und so mussten wir unsere Flüssigverpflegung bei der Tankstelle bzw. beim Tabakladen holen. Im Stadion, welches sperrangelweit offen war gab es folgerichtig – nichts. Immerhin haben sie eine Toilette aufgesperrt. Sehr nett.


Es waren vielleicht 100 Menschen im Stadion, davon gut und gerne 40 aus Wien. Für einen Verein, der normalerweise einen recht zufriedenstellenden Zuschauerschnitt hat auch sehr verwunderlich. Aber wie uns die Ungarn erzählten liegt das daran, dass sie sich mit diesem SC Sopron nicht identifizieren können, der von einem Fidesz-Youtubestar gesponsert wird oder wurde. Es ist wie so oft ein Politikum, weil sich zwei Fidesz-Funktionäre nicht einigen können. Eigentlich traurig, wenn man bedenkt, dass zwischen 2004 und 2006 hier Europacup gespielt wurde.

Die Hauptttribüne ist ein mächtiges Ding – sogar mit Dach – und lag leider genau sonnenseitig, sodass wir uns ganz hinauf stellen mussten. Dafür war die Akustik nicht übel. Von den Heimfans war nicht viel zu sehen, lediglich zwei Veteranen der City Boys waren da und unterhielten sich mit uns. Warum das so war, siehe oben.

Das Stadion an der Kaposztas utca, zu Deutsch „Krautgasse“ ist ein sehr altes. Schon mein Papa hat dort (allerdings Handball) gespielt. Bis zu den 90ern war es einfach ein Platz mit Stehplatztribünen, einem kleinen Vereinshäuschen und etwas 60 VIP Sitzplätzen. Bis zur Jahrtausendwende wurden die Tribünen nach und nach modernisiert, die Stehplätze hinter dem Tor verschwanden und die große Tribüne (2015 überdacht) entstand. In dieser Zeit erhielt es dann den offiziellen Namen: Varosi Stadion, was so viel wie „Städtisches Stadion“ bedeutet.

Sopron hat noch zwei weitere Fussballplätze: Jenen von SVSE an der Sport Utca (Sportgasse) gleich oberhalb des GySEV-Bahnhofs und jenen von SFAC (Soproni Football es Atletikai Club) am Anger reti Sporttelep. Aber das ist eine andere Geschichte die ich ein anderes Mal erzählen werde.

Vor dem Spiel habe ich dann noch Simon Tibi meine Reverenz erwiesen und einen Schal dort gelassen. Die Geschichte rund um den Trainer von Sopron habe ich ja schon geschildert. Einige Vereinsfunktionäre bedankten sich dann für diese – für mich selbstverständliche – Geste. Nett. Respekt.


Jau das Spiel. Zum Vergessen, der FAVAC kam mit dem großen Rasenplatz (100 x 70m) überhaupt nicht zurecht und konnte kaum ins Spiel finden. Sopron, die auch in der ungarischen dritten Liga spielen gewannen zurecht und verdient mit 3-0. Man kann jetzt natürlich über die sehr schlechten Schiedsrichter schimpfen, ursächlich schuld an der Niederlage waren sie aber nicht. Bei uns hat nichts zusammengepasst, keine erkennbaren Stürmer, die Abwehr auf Urlaub lediglich das Mittelfeld passte gut zusammen. Man merkt halt, dass es eine neu zustammengestellte (fast hätte ich gesagt zusammengewürfelte) Mannschaft ist. Da gibt es noch viele Punkte, die man abschleifen muss. Aber immerhin – wir spielten international.

Ja dann ging es wieder einmal darum Getränke und Futter zu finden. Ein erster Ansteuerungspunkt entpuppte sich als Nullnummer, weil der „junge Kellner“ vollkommen überfordert war und lieber mit seinen beiden Freunden plauderte. Dann fanden wir am Varkerület (Burgring oder wie es dort heisst Grabenrunde) ein gutes Lokal, welches normalerweise um diese Uhrzeit bummvoll war, diesmal aber quasi leer. Auch die anderen Bars entlang des Varkerület waren gähnend leer. Sehr komisch. Irgendwie waren auch am Nachmittag kaum Leute in Sopron unterwegs, Touristen sah ich keine aber auch die Einheimischen ließen sich nicht blicken.

Gut nachdem wir gefuttert haben ging es wieder zum Bahnhof und wir erreichten ihn pünktlich genug um in den Zug nach – Ratet mal – genau Wulkaprodersdorf einsteigen zu können. Mit diesem zuckelten wir dann über die Grenze nach Österreich, warteten in Baumgarten (Sopronkertes), der heimlichen Perle des Burgenlandes auf einen Gegenzug (weil man die Hauptstrecke nach Sopron immer noch nicht zweigleisig ausgestattet hat), stiegen in Wulkaprodersdorf dann in den Zug nach Wien und kamen kurz vor Mitternacht in der Reichs- und Residenzstadt an. Lustig wars. Und das Wichtigste: wir haben keinen „verloren“. Dazu muss man sagen, dass unser Schalkefan auch nicht dabei war.

Danke an Pöli und die Anderen für die Gastfreundschaft und die nette Begleitung, hoffentlich sehen wir uns bald mal wieder.

 

NUR DER FAVAC!

Samstag, 19. Juli 2025

Wir testen in Sopron

Das Highlight der heurigen Testspiele im Sommer ist sicher das Spiel gegen den SC Sopron. Der Verein, 1921 als  Soproni SESoproni Sport Egyesület gegründet, was so viel wie Soproner Sport Einheit heisst, hat schon einige Namen gehabt. Postas, Tavközles (Fernmelder) oder MATAV Sopron. Den größten Erfolg hatten sie 2005, als sie in Györ den ungarischen Rekordmeister Ferencvaros im Cupfinale mit 5-1 wegputzten. 


Ein tragisches Ereignis im ungarischen Fussball ist auch mit dem Verein verbunden: der (damalige) Trainer Tibor Simon (Simon Tibi) wurde 2002 in Budapest in einem Lokal von mehreren offiziell unbekannten Personen ermordet. Dieser Mord beschäftigte die ungarische Presse wochenlang, da die Hintergründe nie aufgeklärt wurden. Simon, der Spieler bei Fradi war bekam damals posthum eine ungeheure Popularität, so wurde er bei einem Spiel Fradi – Kispest (welches Fradi 4-1 gewann) auf der Anzeigentafel an der Üllöi ut viermal als Torschütze geführt. Im Stadion von Sopron erinnert eine Gedenktafel an diesen Trainer. Bei Ferencvaros ist eine ähnliche Tafel angebracht.

Megölt magyar sportolók - volt, akit egy előre kiásott gödör mellett vártak - ORIGO

Sopron hat auch eine lange Fantradition: die erste aktive Gruppe startete 1991 mit den Ultras Gladiators. Zwei Jahre später entstanden die City Boys Sopron, eine der respektiertesten Fangruppen in Ungarn. Ihre Nachfolger waren die Brigade Sopron, die heute in dem Zusammenschluss ULTRAS SOPRON aufgegangen ist. Trotzdem findet man ab und an noch die alten Transparente am Zaun. Die Jungen gründeten 1997 die Claret Boys, 2002 folgten die Scorpions. Und noch eines hatte Sopron lange: die Sopron City Amazones, eine weibliche Fangruppierung. Ob sie noch aktiv ist weiß ich aber nicht.


Mit dem FAVAC verbindet Sopron die lange Tradition des City Boys Turniers, welches einige Jahre lang das größte Fanturnier Ungarns war. Dort trafen sich neben den beiden Gruppen aus Opole (Odra) und Bytom (Polonia) auch Gruppen aus Szeged, Mako, Zalaergszeg, Tamasi (die eine Filiale der URB Kispest sind) und eben der FAVAC und als zweite Gruppe die Ultras Stadlau. Bei einem dieser Turniere konnten nicht nur neue „Freunde“ gefunden werden – Hajra Szeged – sondern ging auch ein Mitreisender quasi verloren. Stichwort: Pedro!


Ultras aus Sopron (Brigade bzw. Scorpions) waren öfter mal am FAVAC Platz, einmal gemeinsam mit den Freunden aus Stadlau am Stadlauplatz, wo ein legendäres Gruppenfoto entstand und eben auch einmal bei der ebenfalls legendären Auswärtstestspielfahrt nach Graz – remember Pinkelstopp vor dem Landesgericht.


Tja und morgen simma wieder dort!

 

NUR DER FAVAC!

Freitag, 18. Juli 2025

Das Sommertheater hat jetzt seinen Spielplan.....

 


Der neue Spielplan ist jetzt offiziell da und wir dürfen uns darauf freuen. Ein Spiel mehr, einmal pausieren - wer will das denn nicht? Richtig. Wir alle. Aber der ÖFB hat jetzt so entschieden und damit dürfen wir in der heissen Jahreszeit einmal öfters daheim grillen und können dafür in den kühleren Zeiten einmal länger auf den Fussballplatz. Ist doch auch etwas Nettes. Ein weiteres "Goodie" ist, dass wir jetzt zuerst daheim gegen den Wiener Sportclub spielen und im Frühjahr das neue Stadion geniessen dürfen. Und wir dürfen noch einmal mit der Bimmelbahn nach Traiskirchen, ehe Anfang 2026 die Strecke erneuert (sprich: abgerissen) wird. Auch etwas Feines. 

Ja und dann haben wir Fans uns noch mit den Vereinsverantwortlichen zusammengesetzt und das Eine oder Andre besprochen. Genaueres erfährt der geneigte FAVAC-Fan dann am Platz oder in Film, Funk und Presse. 

Der Verein wird ja heuer 115 Jahre alt und aus diesem Grunde gibt es für Jedermann die Jahreskarte um - genau - 115 Euro. Also: Kommet, Kaufet und Supportet Favoritens ältesten bestehenden Verein. 


NUR DER FAVAC!


Samstag, 12. Juli 2025

Sommertheater Teil 8

 

Sommertheater Teil irgendwas.....

......oder welche „Experten“ in den Verbänden sitzen.

TWL ist ja jetzt wieder in der RLO. Als 17. Verein. Soweit gut für den FAVAC, bleiben wir doch in der Liga. Nur – wie ist es dazu gekommen?

Bekanntlich hat die Paritätische Kommission der RLO am 12. Juni 2025 verfügt, dass der Verein TWL aufgrund eines anhängigen Verfahrens am HG Wien auf den letzten Tabellenplatz relegiert wird und damit absteigt.

Nun kann man auf der FB-Seite von Dr. Florian Höllwarth (der der Anwalt von TWL ist – und ein guter noch dazu) nachlesen, warum dies nicht richtig war: Facebook

In den Regularien der Verbände steht, dass ein Verein, gegen den ein Insolvenzverfahren eröffnet und dessen Zahlungsunfähigkeit (rechtskräftig) entschieden wurde, aus dem laufenden Bewerb zu nehmen ist. Das Schlüsselwort dabei ist „rechtskräftig“. Da der Verein TWL aber einen Rekurs gegen diesen Beschluss des HG Wien eingelegt hat, ist die Rechtskraft noch nicht erwachsen. Für Otto Normalbürger: "TWL is no ned pleite. Und damit ned aus dem Bewerb zu nehmen."

Jetzt frag ich mich halt, welche Spezialisten in den Verbänden sitzen, die das ned erkannt haben. Haben die denn Niemanden, der sich mit Insolvenzverfahren auskennt bzw. überhaupt lesen kann?

Die Liga verkommt damit zum Kasperltheater und wenn man es nüchtern betrachtet, sind jetzt mit dem FAVAC, der Slovan HAC und der ASV 13 drei Vereine in Ligen, in die sie nicht hingehören. FAVAC wäre demnach Stadtliga, Slovan 2. Landesliga und ASV 13 vermutlich Stadtliga. Von dem Gwürgs mit Mauerwürg will ich gar nicht anfangen, denn da würde es noch weitere Vereine treffen.

Ich verstehe es, wenn es immer mehr Menschen und Vereine gibt, die lieber DSG oder Kleinfeld spielen wollen. Beide Ligen sind dem Verband ja ein Dorn im Auge, weil sie erstens Spieler/Mannschaften und zweitens Plätze wegnehmen. Bei solchen Entscheidungen, wie sie oben getroffen wurden verstehe ich die Entscheidung dieser Vereine/Spieler. Wer tut sich so etwas an und zahlt eine Lawine, damit er in letzter Instanz nur zum Narren gehalten wird? Mit sportlicher Fairneß und „Professionalismus“ hat das nichts zu tun. Eher mit der Tschaunerbühne.

Spannend bleibt noch, ob dem Rekurs stattgegeben wird oder nicht und wenn nein, wie der Verband dann entscheidet. Ich bin mir sicher, dass diese RLO Saison nicht sportlich entschieden wird.

Kommentar auf FB von Mario Riemel:

Mario Riemel

Ich finde es sehr interessant, dass hier immer wieder der WFV und die RLO genannt werden und als Schuldige angesehen werden.
Das Chaos haben schon die Vereine selbst zu verantworten. Der WFV und auch die RLO hätten es auch lieber, wenn alles normal abläuft und die Auf- und Abstiegssituation sportlichen geklärt wird. Das Chaos in diesem Jahr haben zwei Vereine zu verantworten. Das ist zum einen TWL Elektra mit einem Insolvenzverfahren, dass nicht hätte sein müssen, wenn eh so viel Geld da ist. Dann lass ich es doch gar nicht soweit kommen, dass so ein Chaos entsteht. Da stehen schon die Vereinsverantwortlichen in der Pflicht und die Paritätische Kommission hat einfach eine Bestimmung des ÖFB - Österreichischer Fußball-Bund umgesetzt. Das der ÖFB seine eigenen Bestimmungen jetzt anders auslegt ist für mich persönlich verwunderlich, aber auch ist die Entscheidung so zu akzeptieren und die Paritätische Kommission wird alles jetzt daran setzen um die Aufhebung des Beschlusses jetzt auch so umzusetzen. Der zweite Verein der zum Chaos beigetragen hat, war der FC Mauerwerk. Man hätte den Zahlungsverpflichtungen schon weitaus früher nachkommen können, nicht erst im letzten Moment und das sich auch der WFV an Bestimmungen und Statuten halten muss, kann man auch nicht einfach so vom Tisch wischen. Es gibt aber scheinbar immer wieder Leute, die diesen Verein retten wollen und alles tun um ihm unter die Arme zu greifen. Mal schauen wie diese Posse weiter geht.
Aber den WFV oder die RLO hier als Schuldige dieses Chaos zu sehen ist doch etwas sehr oberflächlich. Man muss schon das große Ganze sehen und auch die Hintergründe kennen um urteilen zu können. Sorry aber gegen diese Vorwürfe wehre ich mich persönlich, weil hier einzig und alleine die Vereine in der Verantwortung sind und nicht die Verbände!

Freitag, 11. Juli 2025

Sommertheater Teil 7

 

Das Sommertheater……..

…….geht weiter. Wir erinnern uns ja an den in Konkurs gegangenen Verein SC Team Wiener Linien – Elektra, welcher aus der RLO „rausgeflogen“ ist und in die 2. Landesliga relegiert wurde. Wurde ist der richtige Ausdruck denn der Österreichische Fussballbund hat in seiner großen Weisheit (ich sage dazu umgangsprachlich Tritschler) die drei RLO Verbände überstimmt und festgesetzt, dass TWL jetzt doch in der RLO antreten darf. Damit ist die NW Akademie mal gerettet, die Frage ist, wie der ganze Verein denn finanziert werden soll. Aber gut, die Pleite ist ja noch bestehen und wird bis zu einem Urteil des HG Wiens nicht geändert. Dort wird als letzter Eintrag der Rekurs vom 23.6.2025 geführt.

Für den FAVAC ändert sich nichts, denn die RLO wird heuer mit 17 Vereinen gespielt. Voll „lustig“.

Der neue Präsident des ÖFB, Fussballbegeisterten (Haha) als Josef Pröll bekannt hat damit bewiesen, dass es ihm nicht um Fussball sondern nur um das Halten alter Seilschaften geht. Denn einen Verein, dessen Präsident wegen Geldwäsche angezeigt und dessen Bank wegen Unregelmässigkeiten aus dem Geldverkehrswesen ausgeschlossen wurde zu belohnen kann auch nur jemandem einfallen, der aus der tiefsten Provinz kommt und sich beim Fussball überhaupt nicht auskennt.

Also heisst das für uns, dass die alte Auslosung für den Gogosch ist und wir uns auf eine vollkommen neue freuen dürfen. Dass die Saison schon am 1.8.2025 beginnt und man vielleicht schon Vorbereitungen getroffen hat ist scheissegal.

Da Huaba woars.......



Der nachfolgende Artikel hat seinen Ursprung in den mir zur Verfügung stehenden Medienberichten (siehe Anhang) sowie einer blühenden Fantasie und darf deshalb als rein fiktiv (das is nicht das Schweinische) betrachtet werden.

 

Wer ist Manfred Huber*?

 

In der RLO gab es ja Ende Juni ein Erdbeben als der Verein SC Team Wiener Linien – Elektra aus dem Bewerb ausgeschlossen wurde. Ein Konkursverfahren gegen den Verein beim Handelsgericht Wien, wo festgestellt wurde, dass er zahlungsunfähig ist war der Grund. Doch warum ist das so und was hat die EURAM Bank damit zu tun?

Der SC Team Wiener Linien – Elektra hat ganz viele klingende Sponsoren. Einer davon ist die EURAM Bank. Mit vollem Namen heisst sie „European American Investment Bank“ und wurde 1999 in Wien gegründet. Schwerpunkt der Bank ist das Investmentbanking und Private Banking sowie Anlageberatung und Portfolio-Management. Damit ist sie national und international tätig. Ihr CEO (früher sagte man Geschäftsführer) ist Manfred Huber. Dieser Manfred Huber ist seit 2007 auch Präsident des Vereines. Seine Frau (?) ist Obmann im Verein, damit alles in der Familie bleibt.

Gut, dieser Präsident führt eine Privatbank, die so privat ist, dass es nicht einmal der FMI (Finanzmarktaufsicht) gelungen ist herauszufinden, wer diese „Privaten“ sind die das Geld investieren. Manfred Huber hat laut Medienberichten 11,77% Anteile und ist der einzige, explizit aufscheinende Aktionär in Österreich. Und damit im Besitz der „Carte de cul“, also der Arschkarte.

Bereits in den Jahren 2012 und 2014 gab es einigen Wirbel um die Bank, einmal wurde erfolglos gegen die Bank wegen Untreue und Bilanzfälschung ermittelt (2012), ein anderes Mal klagte die Bank gegen den slowakischen Staat – und scheiterte (2014).

Dann war es lange ruhig und erst im Jahre 2024 musste die FMI (ist immer noch die Finanzmarktaufsicht) mehrfach intervenieren und der Bank Neugeschäfte wegen des Verdachtes der Geldwäsche untersagen. Ein ziemlich heikles Thema. Im September wurde die Bank aufgefordert, ihr Kapital aufzustocken und eine a.o. Hauptversammlung abzuhalten. Zweck dessen war, endlich Kenntnis der Aktionäre zu bekommen. Es dürft nicht erfolgt sein, denn am 16. Oktober 2024 wurde der Bank der Geschäftsbetrieb untersagt. Damit war die Bank handlungsunfähig.

Falls irgendwer ein Konto unter der (alten) Bankleitzahl 19340 hat: Herzlichen Glückwunsch, sie sind einer von bisher 757 Kunden, die geschädigt wurden.

Tja und nachdem die Bank zahlungsunfähig ist, ist natürlich auch der Verein TWL in finanziellen Nöten und kam es dazu, dass am HG Wien (Handelsgericht Wien für Unbegabte) am 6.6.2025 unter der schon mehrmals erwähnten Aktenzahl 5 Se 142/25d ein Konkurseröffnungsverfahren geführt wird. Lapidarer Beschluss: „Das Insolvenzverfahren wird mangels Kostendeckung nicht eröffnet. Der Schuldner ist zahlungsunfähig!“

https://www.boersianer.at/artikel/geldwaeschepraevention-euram-bank-hart-sanktioniert

https://finanzbusiness.de/nachrichten/banken/article17556776.ece

https://www.profil.at/wirtschaft/euram-bank-luftdichte-geheimhaltung/402244044

https://geschaeftsbericht-2020.eurambank.com/de/

https://de.wikipedia.org/wiki/Euram_Bank

https://vereine.oefb.at/TWLElektra/Verein/Funktionaere/

 

*) Name von der Redaktion nicht geändert

Männerfussball im Ersten Weltkrieg

 Weil es zum Thema Frauenfussball und die Entwicklung des Sportes passt habe ich mich ein wenig damit beschäftigt, warum in den Jahren des 1. Weltkrieges und danach der Frauensport sich so entwickelt hat – mit allen Rückschritten in den Jahrzehnten danach:

341 englische Profifussballer konnte ich ausfindig machen, die im Ersten Weltkrieg gefallen sind. Der erste gefallene Profi war Larett Roebuck von Huddersfield Town, der am 4. August 1914 mobilisiert und nach Frankreich geschickt wurde. Dort fiel er am 18. Oktober 1914 während der Kämpfe um Beauchamps-Ligny, wo sein Bataillon einen Angriff auf feindliche Stellungen unternahm. Seine Kompanie verlor bei diesem Angriff 40 Männer. https://www.westernfrontassociation.com/world-war-i-articles/the-first-footballer-killed-in-1914-larrett-roebuck-of-huddersfield-town/

https://footballandthefirstworldwar.org/footballers-killed-first-world-war/

https://footballandthefirstworldwar.org/chelsea-players-first-world-war/

https://footballandthefirstworldwar.org/footballers-served-in-the-first-world-war-database/

Nicht mit eingerechnet sind die vielen Amateurfussballer, die in den vielen Schlachten des Ersten Weltkrieges ihr Leben gelassen haben. Das dürften tausende sein, war es doch bis 1916 durchaus üblich, britische Regimenter mit Soldaten aus denselben Dörfern, denselben Fabriken und auch Vereinen zu bilden. Diese „Pals“ (was soviel wie Kumpels heisst) wurden vor allem bei der Vernichtungsschlacht an der Somme eingesetzt, die am ersten Tag der Offensive (dem 1. Juli 1916) Verluste von fast 60.000 Soldaten (davon rund 20.000 Gefallene) kostete. Eine der am öftesten erzählten Geschichten zu diesem Angriff ist jene, wonach ein Tommy nach dem Überklettern des „Horizonts“ (so wurde der Grabenrand genannt) einen Fussball ins Niemandsland kickte, weil er glaubte, dass das 7tägige Trommelfeuer die Stellungen der Deutschen vernichtet hätte. Ein tödlicher Fehler, denn die Abwehr der Deutschen war vollkommen intakt und so marschierten die Briten vollbepackt in das Feuer der Maschinengewehre. Sie fielen wie die Fliegen. Es war der größte Tagesverlust der British Army in ihrer Geschichte. Schlußendlich kostete der Krieg 900.000 Briten das Leben (im Vergleich dazu fielen im 2. Weltkrieg „nur“ rund 330.000 Briten). Die anderen Kriegsteilnehmer waren danach an Körper und Geist zerrüttet. Eine verlorene Generation.

Für Österreich habe ich interessanterweise keine entsprechende Liste gefunden, hier müsste man im HGM die Verlustlisten der KuK Armee nach bekannten Namen durchforsten. Die Vereine selber haben offenbar kaum Aufzeichnungen bzw. sind diese schon lange verschollen. Auch bei der Übersiedlung des WFV Archives vom Stadion nach Hirschstetten soll einige „verloren“ gegangen sein. Ein prominentes Opfer des Schlachtens war der Torjäger des WAF, Johann „Hans“ Schwarz. Er spielte bei der Vienna, dem WAF mit dem er 1914 Meister und Torschützenkönig wurde und dem Hamburger FC. Er musste zu Kriegsbeginn 1914 einrücken und wurde zwei Monate nach Kriegsausbruch am russischen Kriegsschauplatz in der Schlacht von Komarow/Galizien (heute Ukraine) von einer Kugel tödlich getroffen. https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Schwarz_(Fu%C3%9Fballspieler,_1891)

https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_von_Komar%C3%B3w

 

Wenn sich jemand privat das „Vergnügen“ antun will und Kaderlisten seines Vereines von 1914 hat dann kann er hier nachsuchen. 4,6 mio Gefallene beider Weltkriege sind hier großteils digitalisiert: https://www.familia-austria.at/index.php/manibus-unitis/verlustlisten-1-weltkrieg/1320-erfassung-der-oesterreichisch-ungarischen-verlustlisten-i-weltkrieg

Ausserhalb des Wiener Fussballs bietet das GAK Archiv einiges zum Nachlesen: http://gakarchiv.at/content/gak_1914-1918.pdf Nach anderen Quellen sind insgesamt 16 Spieler des GAK im Krieg gefallen, neun weitere an den Folgen von Krankheiten, hauptsächlich an der Spanischen Grippe. Sie alle werden in der Chronik vermerkt.  https://geschichtegak.jimdofree.com/dramatisches/1-weltkrieg/

Interessanterweise gab es in Österreich während des Ersten Weltkrieges eine „Kriegsmeisterschaft“, welche durchgehend ausgetragen wurde. Nichtsdestotrotz mussten viele Profis einrücken. Der Verbandskapitän Hugo Meisl zum Beispiel diente als Hauptmann, später Major an der Isonzofront.

Eine interessante Fußnote aus österreichisch-deutscher Sicht ist die Tatsache, dass der heute erfolgreichste polnische Verein, Legia Warschau im März 1916 aus Mitgliedern der Polnischen Legion (daher auch der erste Name Drużyna Sportowa Legia ) entstanden ist. Das erste Stadtduell mit Polonia Warschau fand 1917 statt.

Für Deutschland ist es noch schwieriger, da es dort ja keinen professionellen Fussball gab. So ist vom FC Askania 1900 Aschersleben überliefert, dass 100 Spieler am Ersten Weltkrieg teilnahmen, 21 von ihnen fielen. Während des Weltkrieges gab es keine deutsche Meisterschaft. Erst 1920 fand sie wieder statt.

Auf der Seite des FC Askania findet man ihre Namen: https://www.qr-erinnerung.de/de/kriegsgr%C3%A4ber/aschersleben/sportlerdenkmal-fc-ascania-i-weltkrieg.html

Bekannt ist auch, dass mehrere Spieler der SpVgg Fürth, von Hertha BSC und dem 1. FC Nürnberg im Ersten Weltkrieg gefallen sind – insgesamt sollen es 50 bekannte Sportler gewesen sein, eine komplette Aufstellung wie sie die Briten haben fand ich aber nicht. Bei Hertha BSC weiß man von 36 gefallenen Spielern in den Schlachten des 1. Weltkrieges. https://www.tagesspiegel.de/sport/wo-die-vergessenen-herthaner-begraben-sind-5800522.html Der vermutlich letzte deutsche Spieler – er kam von Hertha – der im Ersten Weltkrieg gefallen ist war Bruno Gnieser, der am 9. November 1918, kurz vor dem Waffenstillstand starb. Er könnte aus dem Roman „Im Westen nichts Neues“ von Erich Maria Remarque entsprungen sein.

https://www.gedenktafeln-in-berlin.de/gedenktafeln/detail/erste-deutsche-fussballmeisterschaft/3090

 

Für Italien gilt ähnliches wie für Österreich und Deutschland, ich konnte keine wie immer geartete Auflistung finden. Der bekannteste Spieler war sicher Virgilio Fossati, Kapitän von Inter Mailand. Er war Kapitän in der Gründungssaison von Inter 1908/1909 und rückte zu Beginn der italienischen Kriegserklärung im Rang eines Hauptmannes in die italienische Armee ein. Bei den Kämpfen um Monfalcone fiel er am 29. Juni 1916. Sein Leichnam wurde nie geborgen. https://it.wikipedia.org/wiki/Virgilio_Fossati

 

Betreffend Ungarn muss ich noch ein wenig recherchieren, es gilt als gesichert, dass eine große Anzahl an Profispielern im Krieg gefallen sind, genaue Zahlen habe ich jedoch nicht, obwohl die ungarischen Archive weit genauer sind als jene der Österreicher oder Deutschen.

Bewußt habe ich hier die ausführliche Geschichte über den Weihnachtsfrieden 1914 zwischen Deutschen und Briten ausgelassen, der schon genügend besprochen und filmisch dargestellt wurde. Drei Tage lang ruhten damals die Waffen und es soll auch ein Fussballspiel zwischen Briten und Deutschen gegeben haben, welches die Deutschen mit 3-2 gewannen. Inwieweit diese Erzählungen tatsächlich stimmen kann ich nicht sagen. Sie sind allerdings die offizielle Geschichtsschreibung.

Ebenfalls eine Tatsache waren die vielen Fussballspiele zwischen verschiedenen Truppenteilen während des Krieges. Quasi jede Nation erlaubte es, dass Soldaten in Ruhestellung sich mit dem Fussballspielen beschäftigten.

Ebenfalls eine Tatsache sind die Geschichten über Fussballspiele, die in russischen Gefangenenlagern ausgetragen wurden. Diese für Rußland damals noch neue Sportart, 1914 gab es gerade mal eine Handvoll Vereine, wurde durch diesen Umstand populär. Russland dessen ältester der 1909 von Arbeitern in der Nähe von Moskau gegründete (und noch heute existierende) FC Znamya Truda Orekhovo-Zuyevo ist, war der Anfang. Heute spielt er unter dem Namen FC Znamya Truda in der geteilten 2. Russischen Liga. Der bekannteste noch aus dieser Zeit stammende Verein ist ZSKA Moskau, welcher am 27. August 1911 gegründet wurde. Leider gibt es keine Aufzeichnungen über gefallene russische Fussballspieler (mehr), die Wirren der Russischen Revolution haben den Archiven nicht besonders gut getan. Dazu kommt, dass die gesamtrussische bzw. sowjetische Meisterschaft erst 1936 eingeführt wurde.

 

Betreffend tschechischer Spieler, die im Ersten Weltkrieg gefallen sind gibt es – da Böhmen und Mähren österreichische und die heutige Slowakei ungarische Reichshälfte waren – keine abrufbaren Informationen. Zu bedenken ist auch, dass tschechische Namen in der gesamten KuK Monarchie bei Fussballvereinen auftauchten. Es könnte also schwierig werden, aus den Verlustlisten die (heutige) Nationalität zu entnehmen.

 

Was das südslawische Gebiet, welches teilweise unter österreichischer, teilweise unter ungarischer Krone versammelt war (Bosnien war annektiert) wird es auch schwierig, da muss ich auch noch weiter Recherche betreiben.

 

Was den türkischen Fussball betrifft gibt es auch wenig Informationen. Bereits vor der Jahrhundertwende 1899/1900 gab es mehrere Vereine, die eine inoffizielle Meisterschaft austrugen. Der älteste Verein ist der 1877 gegründete (FC Clios) FC Hermes. Heute kennt man ihn (nach seinem Umzug und der Umbenennung) als AEK Athen. Ähnliches passierte mit dem in Izmir 1890 gegründeten Orpheus MSC, der heute als Panonios Athen firmiert. Beide wurden von in Konstantinopel (heute Istanbul) lebenden Engländern gegründet. Der nächstälteste, rein türkische Verein war der FC Smyrna, welcher 1895 ins Leben gerufen wurde. Bis 1914 werden 34 türkische Vereine in der Chronik aufgelistet. Es ist daher auszugehen, dass auch einige türkische Fussballer im Ersten Weltkrieg den Tod gefunden haben. Vor allem die Schlachten bei Gallipolli sowie im Kaukasus waren für die osmanische Armee verheerend.

https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_Turkish_sports_clubs_by_foundation_dates#:~:text=F.C.%20Smyrna%20was%20the%20first,%C4%B0zmir%20team%20won%20every%20match.

Dienstag, 8. Juli 2025

Die Frauen EM und der Frauenfussball

  

Es ist Frauenfussball EM in der Schweiz. Ja, genau Frauen spielen auch Fussball. Im Vorfeld gab es einige Häme, weil die Schweizer „Frauen-Nati“ in einem eigentlich geheim gespielten Testspiel 1-7 gegen die U 15 des FC Luzerns verloren haben. Der Topstar Alicia Lehmann hatte noch vor der EM vollmundig gefordert, dass man Profifussballerinnen genauso viel zahlen soll wie den Männern. Mit diesem Spiel hat sich diese Diskussion unvorteilhaft entwickelt.

 

Warum das so ist, wissen ohnehin alle. Männerfussball ist eine milliardenschwere Industrie, fussballspielende Frauen werden belächelt. Im 20. Jahrhundert war Frauenfussball in weiten Teilen Europas verboten, so erlaubte der ÖFB erst 1982 die Gründung einer Frauenfussballliga. Dass es schon 1972 eine erste (vom ÖFB konsequenterweise abgelehnte) Fussballmeisterschaft gab, die vom Wiener Verband ausgerichtet wurde – der FAVAC gewann diese erste Meisterschaft (nach dem Krieg) zählt beim allmächtigen Verband nichts.

 

Es zählt auch nichts dass es von 1935 bis zum Einmarsch der Nazis in Österreich 1938 eine Frauenprofiliga gab. Ebensowenig, dass der erste österreichische Frauenfussballverein der FC Diana bereits 1923 (nach anderen Quellen 1924) gegründet wurde. Und zwar auf typisch österreichische Art: Das „Neue Wiener Tagblatt“ hat in seiner Sportausgabe zur Bildung eines Frauenfussballvereines aufgerufen, damals bekannte Wiener Spieler wie Ferdl Swatosch konnten als Trainer gefunden werden und man trainierte am Rudolfshügelplatz. Das erste Bewerbsspiel fand am Hertha Wien Platz statt.

 


Frauenfussball ist aber noch viel älter: das erste überlieferte Spiel zweier Frauenmannschaften datiert mit 7. Mai 1881 (kein Schreibfehler), wo im Hibernian Park die „Nationalmannschaften“ von Schottland und England zusammentrafen. Vor 5.000 Zuschauern gewannen die Schottinnen mit 3-0. Die Chronik überliefert allerdings keine Bewertung der Partie, bei der die Spielerinnen noch in Korsetts antreten mussten.

 


Im Spätherbst 1894 war es dann soweit, Lady Florence Dixie und Nettie Honeyball gründeten den „British Ladies Football Club“, welcher im Crouch End im Norden Londons seine Spiele austrug. Am 23. März 1895 verfolgten dort 10.000 Zuseher die erste Partie. Dabei spielte die „Nordstaffel“ gegen die „Südstaffel“ und gewann mit 7-1 (sic!).

 


Während des Ersten Weltkrieges meldeten sich ganze Fussballvereine freiwillig an die Front und so traten Frauen in die Fußstapfen der Männer. Bis 1921 gab es 150 Frauenfussballvereine in Großbritannien, manche Spiele wurden vor bis zu 45.000 Zusehern ausgetragen, ehe der Männerfussball wieder in den Vordergrund trat. Am 5. Dezember 1921 verbot der Britische Fußball Verband schließlich die Frauenspiele. Daraufhin gründeten die Frauen am 10. Dezember 1921 die „English Ladies Football Assiociation”, den ältesten Frauenfussballverband der Welt.

 


 Eine Liste der Frauenfussballvereine in England gibt es hier: Gallery of Women's Football Teams

 

Interessanterweise ist es gar nicht so einfach, den ältesten existierenden Frauenfussballverein auf der britischen Insel herauszufinden. Die englische Frauennationalmannschaft jedenfalls spielte ihr erstes noch inoffizielles Spiel am 2.6.1971 in Trapani (Sizilien) gegen Italien und verlor 0-7. Das erste von der FA gezählte Spiel war am 18.11.1972 in Grenock gegen Schottland (3-2).  

 

Zurück zu Österreich: Wie schon geschrieben wurde der erste Frauenfussballverein, der FC Diana 1923 ins Leben gerufen. Im Wien-Wiki wird 1924 angegeben womit vermutlich das erste Fussballspiel gemeint ist. Dieser Verein, eigentlich ein Promotiongag des „Neuen Wiener Tagblattes“ existierte nicht allzu lange. 1935 gründeten einige sportbegeisterte Frauen die DFU (Damen Fussball Union) und zogen eine Profiliga auf. Die Nazis mit ihrem kruden Frauenbild verboten diese nach dem Anschluss. Nach dem 2. Weltkrieg startete der Frauenfussball im Jahre 1948 und trug inoffizielle, vom ÖFB nicht anerkannte Wettspiele aus. Eine erste Fussballiga 1967 war genauso inoffiziell wie die 1972 vom Wiener Fussballverband organisierte Meisterschaft. Erst 1982 erlaubte der ÖFB offiziell eine Frauenmeisterschaft.

 

Die österreichische Frauennationalmannschaft wurde 1990 gegründet. Ihren größten Erfolg feierten sie 2017 mit dem Erreichen des Semifinales der Europameisterschaft. Vier Jahre später erreichten sie das Viertelfinale.

 

Aktuell konnte ich vier reine Frauenfussballvereine ausmachen: DFC Heidenreichstein 1981, FC Südburgenland 2012, Union Landhaus 1968 (ältester existierender Verein) – er hat allerdings eine Kooperation mit dem FAC und Altera Porta 2010. Der ASK Erlaa hat eine mittlerweile eigenständige Frauenabteilung (gegr. 1997). 

 (Artikel wird laufend ergänzt)

Kicking Down Barriers - The story of women's football in England

Frauenfußball-Historie: "Es ist noch nie gelungen, Frauen Fußball spielen zu lassen"

Frauenfußball – Wien Geschichte Wiki