Dienstag, 16. Juli 2024
Lustiges aus der Zeitung
Auch a lustige Gschicht: Sitzt in einem Cafe so friedlich vor einer
Melange, kommt der Typ mit dem du gestern gstritten hast rein, beginnt mit seim
Taschnfeitl auf Dich einzustechen, rennt wieder weg. Du lehnst in der Eckn,
kommt a Unbekannter und drückt dir an Revolver in die Hand. „Probier ma den aus“,
denkst dir, schiesst die beiden Burschen, mit denen du am Tisch sitzt halt in
die Hand – funktioniert, perfekt. Der andere Typ (also der mim Messer) hat sich
mittlerweile auch a Puffn besorgt und jetzt schiessts lustig im Cafe
aufeinander. Klingt sonderbar, dürft sich aber tatsächlich so zugetragen haben.
Quelle: ANNO
Lustiges aus der Zeitung
Fundstück: Promovierung von vier
Frauen als Doktor der Medizin. In Österreich durften Frauen mit Beschluss vom
3. September 1900 Medizin studieren. Dies verzögerte sich jedoch durch die
Tatsache, dass man dafür eine (Voll)Matura benötigte, was erst 1901 geschah.
1904 schließlich schloss die erste Medizinerin (Gabriele Possanner von
Ehrenthal), die an einer österreichischen, sprich an der Wiener Universität
eingeschrieben war das Medizinstudium ab. Als bezahlte Spitalsärztinnen durften
Frauen erst 1907 arbeiten (seit 1901 als Gastärztinnen). Die erste war Bianca
Bienenfeld.
Lustiges aus der Zeitung
Eine interessante Geschichte ist auch jene um den Neubau der evangelischen
Kirche im damaligen Znaim. Bereits um 1570 gab es Lutheraner in der Stadt, die im
Zuge der Gegenreformation wieder vertrieben wurden. Um 1855 bildete sich eine
kleine lutheranische Gemeinde, die schließlich 1910 eine Kirche bauen ließ.
Diese Kirche war bis 1995 im Besitz der Evangelischen Kirche A.B. ehe sie der
tschechisch-slowakisch orthodoxen Kirche übergeben wurde.
Quelle: ANNO
Lustiges aus der Zeitung
Wenn jemand Selbstmord begeht,ist das eine Tragödie. Wie „originell“ manche
Menschen sich vom Leben in den Tod befördern, zeigt ein Beispiel aus Mako
(Ungarn): zwei alte Herren, die unheilbar krank sind, beschliessen zu sterben.
Sie hängen sich Säcke mit Steinen um den Hals um danach in den Brunnen des
örtlichen Hirten zu springen. Ja. Kann man machen, klingt halt umständlich.
Quelle: ANNO
Lustiges aus der Zeitung
In der (bis 1918) Hauptstadt
Montenegros, Cetinje wurde 1910 das erste Theater eröffnet. Das Premierestück,
"Die Balkan Zarin" wurde vom Herrscher, Fürst Nikolaus selber
verfasst. Die Fürstenvilla hieß im Volksmund "Biljarda" weil der
Vorgänger von Fürst Nikolaus darin einen Billiardtisch gestellt hat, was für
Montenegro und dem Balkan ein absolut ungewöhnliches Möbel war. Cetinje kommt
übrigens als Begrifflichkeit vom alten Namen Montenegros: Zeta. 1878
wurde „Zeta“ oder Montenegro von den Türken unabhängig. In dieser Zeit wurde
Cetinje zur modernen Hauptstadt mit westlichen Bauten, Straßen, Wasserleitungen
etc. ausgebaut.
Quelle: ANNO
Lustiges aus der Zeitung
Im Jahre 1910 gab es noch einen
Türmer am Stephansdom, der unter anderem dazu da war, Feuer zu melden. Genau
dies tat er am 15.7.1910, als in Floridsdorf ein Großfeuer in einem Holzlager
entstand. Auf dem Gelände der Staatsbahnen entzündeten sich gelagerte
Holzschwellen, die Feuerwehren konnten aber ein Übergreifen auf Werkstätten und
Bürogebäude verhindern. Das Holz war nicht zu retten, der Schaden belief sich
auf 150.000 Kronen. (1 Krone = ~5 Euro)
Quelle: ANNO
Montag, 15. Juli 2024
Lustiges aus der Zeitung
Weil die Christlichsozialen sich immer so über die angebliche Fehlpolitik
bei den Krankenhäusern beschwert (die es natürlich tatsächlich gibt) ein
Bericht aus dem Jahre 1910 – kurz nach dem Tod von Bgm. Karl Lueger (– ja genau
der Antisemit): Damals beklagte man nicht nur die hohen Verpflegungskosten für
Spitalspatienten, sondern auch den Mangel an Spitälern. Das Pikante daran:
Damals war – im Gegensatz zu heute – der Bau von Krankenhäusern kein kommunaler
Auftrag. Jeder baute, wie er wollte – oder eben nicht. Der Volksmund nannte das
damals „Spitalsschande“. Wien hatte zu jener Zeit rund 2,1 Mio. Einwohner. Als
große Krankenhäuser gab es damals:
Kaiserin-Elisabeth-Spital (abgerissen, heute an selbiger Stelle ein Pflegeheim)
Kaiser-Franz-Josef-Spital (Klink Favoriten)
Allgemeines Krankenhaus (alt)
Wilhelminenspital (Klinik Ottakring)
Lainzer Krankenhaus (Klinik Hietzing)
Krankenhaus Am Steinhof (Otto-Wagner-Spital)
Erzherzog-Rainer-Militärspital (Hanuschkrankenhaus)
Daneben gab es noch Privatspitäler (mit Öffentlichkeitsrecht) wie z.b. die „Barmherzigen
Brüder“, das Evangelische Krankenhaus oder das Krankenhaus der israelitischen
Kultusgemeinde. Und das 1905 eröffnete Sanatorium Hera für Angestellte des
Magistrats der Stadt Wien, für welches sich die Sozialdemokraten immer so
loben, das aber tatsächlich von Bürgermeister Karl Lueger ins Leben gerufen
wurde.
Quelle: ANNO
Lustiges aus der Zeitung
Ihr erinnert Euch noch an die „Trieste“. Also den Dampfer, der auf der
Überfahrt von Aden nach Bombay eine kleine Verspätung von einer knappen Woche
hatte, weil irgendein Schaden aufgetreten ist. Gut. Erstens sehts ihr auf dem
Bild den Dampfer, dann noch den Kapitän. Für seine Verspätung ist er vom Kaiser
persönlich belobigt worden. Vielleicht sollt ich auch mal eine Woche zu spät
zur Arbeit kommen – mal sehen wer mich dann lobt.
Quelle: ANNO
Lustiges aus der Zeitung
Irgendwie hab ich das Gefühl, dass Leute mit dem Nachnamen Orban alle ein
bisserl Gaga sind: Da gabs einen Bäckergehilfen in der Erlachgasse der einfach
zu seiner Geliebten – ihr wissts eh, Halmaspielen und so – gegangen is, die ihm
den Weisel geben wollte, weil er hocknstad war. Zufällig in Simmering beim
Bahndamm. Also vermutlich irgendwo bei der Ostbahn. Was macht der Dolm: Er
klettert auf die Gleis und wirft sich vor einen durchfahrenden Zug. Er wird
zurückgerissen, büxt wieder aus und versuchts nochmal. A Trottl quasi. Die
Polizei nimmt ihn mit und sperrt ihn in die Psych. Halt ich für eine gute Idee –
also so grundsätzlich.
Quelle: ANNO