Dienstag, 16. Juli 2024

Lustiges aus der Zeitung

 

In der (bis 1918) Hauptstadt Montenegros, Cetinje wurde 1910 das erste Theater eröffnet. Das Premierestück, "Die Balkan Zarin" wurde vom Herrscher, Fürst Nikolaus selber verfasst. Die Fürstenvilla hieß im Volksmund "Biljarda" weil der Vorgänger von Fürst Nikolaus darin einen Billiardtisch gestellt hat, was für Montenegro und dem Balkan ein absolut ungewöhnliches Möbel war. Cetinje kommt übrigens als Begrifflichkeit vom alten Namen Montenegros: Zeta. 1878 wurde „Zeta“ oder Montenegro von den Türken unabhängig. In dieser Zeit wurde Cetinje zur modernen Hauptstadt mit westlichen Bauten, Straßen, Wasserleitungen etc. ausgebaut.



Quelle: ANNO

Cetinje – Wikipedia

Lustiges aus der Zeitung

 

Im Jahre 1910 gab es noch einen Türmer am Stephansdom, der unter anderem dazu da war, Feuer zu melden. Genau dies tat er am 15.7.1910, als in Floridsdorf ein Großfeuer in einem Holzlager entstand. Auf dem Gelände der Staatsbahnen entzündeten sich gelagerte Holzschwellen, die Feuerwehren konnten aber ein Übergreifen auf Werkstätten und Bürogebäude verhindern. Das Holz war nicht zu retten, der Schaden belief sich auf 150.000 Kronen. (1 Krone = ~5 Euro)


Quelle: ANNO

Montag, 15. Juli 2024

Lustiges aus der Zeitung

 

Weil die Christlichsozialen sich immer so über die angebliche Fehlpolitik bei den Krankenhäusern beschwert (die es natürlich tatsächlich gibt) ein Bericht aus dem Jahre 1910 – kurz nach dem Tod von Bgm. Karl Lueger (– ja genau der Antisemit): Damals beklagte man nicht nur die hohen Verpflegungskosten für Spitalspatienten, sondern auch den Mangel an Spitälern. Das Pikante daran: Damals war – im Gegensatz zu heute – der Bau von Krankenhäusern kein kommunaler Auftrag. Jeder baute, wie er wollte – oder eben nicht. Der Volksmund nannte das damals „Spitalsschande“. Wien hatte zu jener Zeit rund 2,1 Mio. Einwohner. Als große Krankenhäuser gab es damals:

Kaiserin-Elisabeth-Spital (abgerissen, heute an selbiger Stelle ein Pflegeheim)

Kaiser-Franz-Josef-Spital (Klink Favoriten)

Allgemeines Krankenhaus (alt)

Wilhelminenspital (Klinik Ottakring)

Lainzer Krankenhaus (Klinik Hietzing)

Krankenhaus Am Steinhof (Otto-Wagner-Spital)

Erzherzog-Rainer-Militärspital (Hanuschkrankenhaus)

Daneben gab es noch Privatspitäler (mit Öffentlichkeitsrecht) wie z.b. die „Barmherzigen Brüder“, das Evangelische Krankenhaus oder das Krankenhaus der israelitischen Kultusgemeinde. Und das 1905 eröffnete Sanatorium Hera für Angestellte des Magistrats der Stadt Wien, für welches sich die Sozialdemokraten immer so loben, das aber tatsächlich von Bürgermeister Karl Lueger ins Leben gerufen wurde.


Quelle: ANNO

Lustiges aus der Zeitung

 

Ihr erinnert Euch noch an die „Trieste“. Also den Dampfer, der auf der Überfahrt von Aden nach Bombay eine kleine Verspätung von einer knappen Woche hatte, weil irgendein Schaden aufgetreten ist. Gut. Erstens sehts ihr auf dem Bild den Dampfer, dann noch den Kapitän. Für seine Verspätung ist er vom Kaiser persönlich belobigt worden. Vielleicht sollt ich auch mal eine Woche zu spät zur Arbeit kommen – mal sehen wer mich dann lobt.




Quelle: ANNO

Lustiges aus der Zeitung

 

Irgendwie hab ich das Gefühl, dass Leute mit dem Nachnamen Orban alle ein bisserl Gaga sind: Da gabs einen Bäckergehilfen in der Erlachgasse der einfach zu seiner Geliebten – ihr wissts eh, Halmaspielen und so – gegangen is, die ihm den Weisel geben wollte, weil er hocknstad war. Zufällig in Simmering beim Bahndamm. Also vermutlich irgendwo bei der Ostbahn. Was macht der Dolm: Er klettert auf die Gleis und wirft sich vor einen durchfahrenden Zug. Er wird zurückgerissen, büxt wieder aus und versuchts nochmal. A Trottl quasi. Die Polizei nimmt ihn mit und sperrt ihn in die Psych. Halt ich für eine gute Idee – also so grundsätzlich.


Quelle: ANNO

Sonntag, 14. Juli 2024

Lustiges aus der Zeitung

 

In der Leibnitzgasse 70 stand einmal ein altes Haus. Ziemlich verfallen und vermutlich auch ein wenig nass. Während die Bewohner gerade essen waren, krachte es gefährlich, ein Riß entstand und dann krachte ein Teil des Hausflures in den Keller. Rettung, Feuerwehr und Polizei waren sofort dort, konnten aber nicht mehr viel machen. Das Haus war kaputt, die Insassen alle wohlauf und ja – zwei Artikel für die „Illustrierte Kronenzeitung“.



Quelle: ANNO

Lustiges aus der Zeitung

 

IN DER ZEITUNGSREDAKTION

 

Journalist: „Chef, Chef, wir brauchen noch an Artikel fürs heutige Blattl!“

Chefredakteur: „Na dann schreib was rein“

Journalist: „Revolverattentat auf eine Kohlenkiste?“

Chefredakteur: „Passt, geht schon. Schreib!“

 

Hoffentlich hat die Kohlenkiste das Attentat überlebt.


Quelle: ANNO

Lustiges aus der Zeitung

Wer vor dem Ersten Weltkrieg in Wien elegante Kleider erstehen wollte, ging zum Warenhaus Max Bestermann in der Favoritenstraße 76. Das Warenhaus gibt es schon lange nicht mehr, es dürfte schon kurz nach dem Ersten Weltkrieg aufgelassen worden sein wie ein Bild aus dem Jahre 1935 verdeutlicht. Favoritenstraße 76/Huppgasse - Historische Fotos - Zeitensprünge Wien einst und jetzt (zeitenspruenge.at) Heute ist dort ein "hübscher" 70er Jahre Betonklotz mit einem Fitneßstudio namens JACKPOT drinnen. 


Quelle: ANNO


Lustiges aus der Zeitung

 

In der Bürgergasse 10 in Favoriten – diese wurde nach Gottfried August Bürger, dem Autor der Abenteuer von Münchhausen benannt – entleibte sich ein enttäuschter Liebhaber mit seiner Pistole selber. Die Adresse wird vielleicht einigen bekannt vorkommen, gegenüber befindet sich heute das „Cafe Reumann“.

Unaufmerksame Kinder gab es auch schon 1910. Tragisch, dass dieser Unfall in der Schleieergasse 5 tödlich endete. Der Bub war offenbar auf dem Weg in die Schule in der Hebbelgasse.


Quelle: ANNO

Lustiges aus der Zeitung

 

Es war einmal in Hessen. Dort, wo man so lustig „babbelt“ und die Eintracht spielt. Also in Frankfurt. Ich war ja nur dort und in Kassel. Da wollt mir doch glatt einer ein Wiener Schnitzel andrehen. Das Gschissendste, das ich jemals gsehn hab. Mit Tunke und Apfelmus. Wäh! Gut der wollt dann noch einen Wiener das Wiener Schnitzel erklären. Lustige Idee. Nein. Aber darüber wollt ich eigentlich gar nicht so schreiben, sondern über einen Vorfall in Friedberg. Eine kleine Kreisstadt, ihr wissts eh, das größte Dorf in der Umgebung bekommt ein Rathaus, eine Polizeistation, eine Schule und eine Bank. Friedberg also. Da kommen zwei – ich nenns mal Verbrecher – hin und haben eine Idee: wir rauben die Bank aus. Und als Ablenkung sprengen wir gleich mal das Rathaus in die Luft, den schiachn Kastn. Gesagt, Getan. Große Beute hams nicht gmacht, das Rathaus is eingstürzt und einer der beiden Verbrecher hatte die super Idee, sich selber wegzuräumen. Ja. Friedberg anno 1910 halt. Bombenstimmung dort.







Quelle: ANNO