Sonntag, 14. Juli 2024

Lustiges aus der Zeitung

 

In der Bürgergasse 10 in Favoriten – diese wurde nach Gottfried August Bürger, dem Autor der Abenteuer von Münchhausen benannt – entleibte sich ein enttäuschter Liebhaber mit seiner Pistole selber. Die Adresse wird vielleicht einigen bekannt vorkommen, gegenüber befindet sich heute das „Cafe Reumann“.

Unaufmerksame Kinder gab es auch schon 1910. Tragisch, dass dieser Unfall in der Schleieergasse 5 tödlich endete. Der Bub war offenbar auf dem Weg in die Schule in der Hebbelgasse.


Quelle: ANNO

Lustiges aus der Zeitung

 

Es war einmal in Hessen. Dort, wo man so lustig „babbelt“ und die Eintracht spielt. Also in Frankfurt. Ich war ja nur dort und in Kassel. Da wollt mir doch glatt einer ein Wiener Schnitzel andrehen. Das Gschissendste, das ich jemals gsehn hab. Mit Tunke und Apfelmus. Wäh! Gut der wollt dann noch einen Wiener das Wiener Schnitzel erklären. Lustige Idee. Nein. Aber darüber wollt ich eigentlich gar nicht so schreiben, sondern über einen Vorfall in Friedberg. Eine kleine Kreisstadt, ihr wissts eh, das größte Dorf in der Umgebung bekommt ein Rathaus, eine Polizeistation, eine Schule und eine Bank. Friedberg also. Da kommen zwei – ich nenns mal Verbrecher – hin und haben eine Idee: wir rauben die Bank aus. Und als Ablenkung sprengen wir gleich mal das Rathaus in die Luft, den schiachn Kastn. Gesagt, Getan. Große Beute hams nicht gmacht, das Rathaus is eingstürzt und einer der beiden Verbrecher hatte die super Idee, sich selber wegzuräumen. Ja. Friedberg anno 1910 halt. Bombenstimmung dort.







Quelle: ANNO

Samstag, 13. Juli 2024

Lustiges aus der Zeitung

 

Auch in Floridsdorf gabs 1910 schon einen „Verein der Musikfreunde.“ Und nein ich will Flo´dorf nicht bashen. Wenn man bedenkt, dass z.b. Favoriten seit 27.9.1874 ein eigener Bezirk war und erst 1902 den ersten Lesesaal bekam (das Hotel Favorita) und Floridsdorf erst am 12.11.1904 zu Wien kam und 1910 ebenfalls einen Lesesaal hatte dann ist das umso erstaunlicher, als dass es in Flo´dorf ja noch nicht jene Strukturen wie auf der anderen Donauseite gab. Das sieht man bis heute am Öffiverkehr, vor allem an den Straßenbahnen. Als der Bezirk eingemeindet wurde, gab es auch noch nicht so viele Donaubrücken, weswegen der Anschluß an das Straßenbahnnetz in Wien schwieriger war. Und dann war Flo´dorf bis 1938 flächenmäßig halb so groß wie Wien über der Donau. Die Nazis trennten am 15.10.1938 Flo´dorf von der Donaustadt.


Quelle: ANNO

Lustiges aus der Zeitung

 

Manche Leute hatten früher ziemlich „kreative“ Ideen, um sich selber ums Eck zu bringen: So tragisch alles ist (in Wien gab es in den 1910er Jahren durchschnittlich 400 Selbstmorde, heute sind es 15) aber wer kommt auf die Idee, sich einen Strick um den Hals zu binden um sich zu ertränken? Eben. Passanten konnten ihn daran hindern und er wurde in den „Guglhupf“ gesperrt.

Der zweite Selbsmord ist (leider) gelungen. Da hat sich ein junger Mann in die „Anserpanier“ gekleidet, um sich vor den Schnellzug zu werfen. Der Zug erfasste ihn und er „blieb sofort tot“. (Lustige Formulierung). Warum die Ober- und Unterbekleidung am Gendarmerieposten ausgestellt wurde, weiß ich nicht, ich könnte mir vorstellen, dass sie nicht mehr in so ganz gutem Zustand ist.

Übrigens ist heut die absolut „beliebteste“ Suizidmethode das Erhängen (42%), gefolgt vom Erschiessen und Vergiften.



Quelle: ANNO

Suizidbericht_2023.pdf

Lustiges aus der Zeitung

 

Stellts Euch vor, ihr seids auf einem Dampfschiff als Küchenmaat beschäftigt, legts Euch ins Bett – Zack vom Tiger gfressn. Soll angeblich passiert sein. Der Tiger dürft übrigens ein „Seetiger“ gwesen sein weil er gwusst hat, wie man Kabinentüren öffnet. Schlaues Viecherl.




Quelle: ANNO

Endgültiger Testspielkalender


 Quelle: Nicht ANNO

Lustiges aus der Zeitung

 

Das ist Mary Scott. Schauspielerin. Sie wurde im Juni 1910 von Fischern tot in einem Koffer im Comer See gefunden. Ihr Lebensgefährte, Porter Charlton ist auch verschwunden. Ein verdächtiger Russe war es offenbar doch nicht. Die Geschichte ist nur insofern lustig, als dass anfangs ein Bild des Koffers als Aufmacher gebracht wurde. Ihr Leben dürfte interessant gewesen sein. Als sie mit der erzielten Einigung ihrer Ehescheidung nicht zufrieden war, schoß sie auf ihren Rechtsanwalt wurde aber freigesprochen.







Quelle: ANNO

Lustiges aus der Zeitung

 

Karma ist immer schon eine Bitch gewesen. Da bringt ein Mann seine Frau, die ein Haus besitzt, um, verscharrt sie im Hinterhof, wo sie einige Monate später Handwerker ausgraben um danach zu feiern. Am Heimweg ist der Mörder dann selber besoffen eingeschlafen und erfroren.


Quelle: ANNO

Nichtlustiges aus der Zeitung

 

Was in der Zeitung vom Juni 1910 halblustig beschrieben wurde – ein Attentat auf den damaligen bosnischen Landesschef Baron Varesanin in Sarajevo – hat eine weitreichende Folge, die ein Auslöser des Ersten Weltkrieges geworden ist. Der Attentäter, der fünfmal danebenschoss – auch a Leistung – und sich dann selbst richtete wurde zum Vorbild der Attentäter auf den Thronfolger Franz Ferdinand fast genau vier Jahre später. Es wird von Zeitzeugen berichtet, dass Gavrilo Princip vor dem Mord an Franz Ferdinand regelmäßig das Grab von Bogdan Karajic besuchte, um sich Mut für seine Tat zu holen. Karajic ist in einem „anonymen“ Grab ausserhalb des Sarajevoer Friedhofes begraben worden.



Quelle: ANNO

Lustiges aus der Zeitung

 

 Begräbnisse waren in der ungarischen Reichshälfte offenbar immer eine aufregende Veranstaltung: In Leutschau (heute Levoca) ist ein Fremder verstorben. Der Pfarrer wollte ihn nicht am Friedhof haben – keiner weiß warum – und so musste die Gendarmerie ausrücken, weil das halbe Dorf randalierte. Als das alles nichts  half und die Leute sich weiterhin ungebührlich benahmen haben die Gendarmen dem Bestatter eine Freude gemacht und in die Menge geschossen. Bumm-Zack. Weitere Begräbnisse waren gesichert. Ob die dann auch so „interessant“ wurden verschweigt die Chronik.


Quelle: ANNO