Dienstag, 26. Juli 2022

Sonntag, 24. Juli 2022

Aus der Serie "Lustige Begebenheiten"

 Düsseldorferinnen aufgepasst: Wenn du vom Fenster aus mit deiner Flinte Spatzen schiessen willst, und dabei versehentlich die Nachbarin beim Wäscheaufhängen umnagelst, ist das ein Unfall. 



Quelle: Neues Wiener Tagblatt, Juli 1896

Freitag, 22. Juli 2022

Historisches

 

Die älteste Austria

 

Am 17. Mai 1896 wurde der „Rasenspielclub Austria“ gegründet. In seiner konstituierenden Sitzung bestimmten die Mitglieder folgende Positionen:

Vorsitzender: Alfred Hronek

Erster Obmann: Johann Schmelzer senior

Zweiter Obmann: Alfred Hronek

Kassier: Joseph Buchmann

Erster Kapitän: Johann Schmelzer junior

Zweiter Kapitän: Franz Andrä

Die Vereinsadresse damals war im 9. Wiener Gemeindebezirk, Nußdorfer Straße 78. Die Spiele wurden (zumindest ab 1900) in Klosterneuburg ausgetragen.




Interessanterweise findet man heute noch Spuren dieses Rasensportclubs - und zwar in den Alpenvereinsseiten. Namen alpiner Schutzhütten: Herrgottschnitzer-Haus, Gutensteiner Alpen (kreiter.info)

    "Herrgottschnitzer-Haus
    828 m, auf dem Wandeck der Hohen Wand mit den Talorten Dreistetten und Waldegg.


    1896 fand sich im 9. Wiener Stadtbezirk eine kleine Gruppe zusammen, die sich zuerst Rasenspiel-Club Austria nannte. Schon bald nach der Gründung verdrängte das Bergsteigen und Wandern den Rasensport völlig. 1904 wurde der Vereinsname geändert und es entstand die Alpine Gesellschaft "D'Herrgottschnitzer"."




Quellen: ANNO (Neues Wiener Tagblatt), Facebook (Wiener Fussballgschichten des 20. Jahrhunderts)

Donnerstag, 21. Juli 2022

Die Ziaglbehm

 

Favoriten ist die Heimat der Ziaglbehm. Im 19. Jahrhundert, als die Stadt wuchs, brauchte man Baumaterial. Ein gewisser Heinrich Drasche (aber auch andere kleinere Fabrikanten) produzierte dieses Baumaterial. Ziegel eben. Und um möglichst viel Gewinn zu machen, holte er sich aus der heutigen Tschechei (die Slowakei war ja ungarisches Kronland) billige Arbeiter. Unter heute unvorstellbaren Bedingungen lebten und arbeiteten diese Menschen, bekamen eigenes Geld bezahlt, mit dem sie nur in den eigenen Geschäften auf dem Gelände der Ziegelfabrik einkaufen konnten und waren überhaupt nur wenig wert. „Hackler“ kommt aus dieser Zeit, das waren jene Menschen, die den Lehm herausgehackt haben, ehe sie – nachdem die „Sandler“, meist Tagelöhner – die Formen mit Sand bestreut hatten (also gesandelt haben) – in den großen Brennereien zu Ziegeln gebrannt wurden. Heinrich Drasche wurde für „seine“ Ziegel geadelt und durfte den kaiserlichen Doppeladler zuwischen seinen Anfangsbuchstaben A und D in die Ziegel brennen. Die „Kaiserziegel“ entstanden, die von 1870 bis 1910 produziert wurden. Drasche selber errichtete sich den Heinrichshof und weitere Bauten, erwarb Ziegelwerke in der gesamten Monarchie, 15 Kohlebergwerke und war überhaupt einer der reichsten Unternehmer Wiens.

Der junge Viktor Adler, später Gründer der Ersten Republik, war der Erste, der die Zustände in Drasches Ziegelwerke anprangerte, erst danach änderten sich die Lebensbedingungen, Favoriten wuchs zum bis heute bevölkerungsstärksten Bezirk an.

Und diese „Ziaglbehm“ waren es auch, die in den 1890er Jahren mit dem Fussballspielen begannen, auf Gstetten oder Marktplätzen wie der Steinmetzwiese. Dutzende Spitzenfussballer der Nachkriegszeit erlernten dort das Spielen und bekamen die Chance, aus ihrem engen Umfeld zu entweichen. Zwei davon, Pepi Uridil von Rapid und der unvergessene Matthias Sindelar brachten es zu Kultstatus.

Viele Vereine entstanden in Favoriten. Der Bezirk wurde zur Kornkammer des Fussballs, wie es Friedrich Torberg nannte, obgleich die ältesten Fussballvereine Wiens aus dem bürgerlichen Milieu entsprangen. Die bekanntesten Vereine waren Rudolfshügel, die Hertha, Slovan (obgleich nicht in Favoriten gegründet), der FC Wien, der FAVAC und viele andere, die wir schon lange vergessen haben.

Heute verbindet man die Austria mit Favoriten und seiner Geschichte, obgleich die Wurzeln der Austria im bürgerlichen Milieu im Prater und Hietzing entstanden sind und sie diese Wurzeln bis heute nicht wirklich abgestreift hat. Aber sie ist halt ein Bundesligaverein, der 1973 den ehemaligen „Tschechischen Herz Platz“ der Slovan übernommen hat.

 

(3) Arbeiterproteste - Gegen eingemauertes Ziegel-Elend - Wiener Zeitung Online

DocPlayer (mitteninhernals.at)

Victor Adler und die Ziegelarbeiter › SPÖ Favoriten (spoe.wien)

Hintergrundtext (orf.at)

Sonntag, 17. Juli 2022

Ganz alte Berichte

 im "Neuen Wiener Tagblatt" mit "Neuem Wiener Abendblatt" gibt es seit 18. März 1896 Sportberichte. Diese sind meiste Pferderennen, Traben, Fechten, Rudersport - aber auch schon Rasenspiele, wobei es sich da nicht nur um Fussball, sondern auch um Tennis handelte. Hier die drei ältesten Fussballberichte dieses Blattes (soweit ich es herausfinden konnte):

NWT 25.3.1896
NWT 28.3.1896
NWT 3.4.1896

Quellen: ANNO, "Neues Wiener Tagblatt" mit "Neuem Wiener Abendblatt"


Aus der Serie "Lustige Bilder":


Quelle: Kronenzeitung

 

Samstag, 16. Juli 2022

Frauenfussball

 

Zur Frauen EM

Österreichs Frauen sind ja nicht so unerfolgreich bei Turnieren. Dieses Jahr sind sie ins Viertelfinale eingezogen, 2017 sogar ins Halbfinale. Tolle Erfolge einer in neuerer Zeit – professionell geführten Sportart.

Doch es gab schon lange Frauenfussball. Bereits zur Jahrhundertwende 1899/1900 gab es erste Frauenfussballerinnen, die gemeinsam mit den Buben/Männern spielten. Das waren noch keine echten Vereine, sie zählten zu den vielen, damals vorhandenen „wilden“ Vereinen, die ohne behördliche Anmeldungen und ohne Meisterschaft gegeneinander antraten.

In ihrem Buch „Eine Klasse für sich“ haben Matthias Marschik und Helge Faller sich damit beschäftigt. Die Umstände der damaligen Gesellschaft machen es allerdings schwierig, hier gesicherte Informationen und Beiträge zu finden, da Frauensport noch in den Anfängen steckte und von der Männerwelt meist eher spöttisch behandelt wurde. Man sprach Frauen damals schlichtweg die Fähigkeit, sich sportlich zu betätigen, ab.

Zwar gab es schon Sportarten, in denen Frauen brillierten – Tennis zum Beispiel – aber die sogenannten Männersportarten (und dazu gehörte vor allem Fussball) wurden ihnen schlichtweg nicht zugestanden.

Erst der Ausbruch des Ersten Weltkrieges verhänderte das Bild der Frau in der Gesellschaft grundlegend. Da die Männer an der Front waren, mussten die Frauen deren Arbeit übernehmen – zu einem geringeren Lohn, da man sie für nicht so leistungsfähig hielt wie die Männer – aber trotzdem. Der Typus der Arbeiterin war geboren.

Dieser gesellschaftliche Wandel fand auch im Sport seinen Niederschlag, jetzt betrieben Frauen auch die „Männersportarten“ mit großem Erfolg. Leichtathletik, Schwimmen, Rudern, Fussball und andere Sportarten wurden von ihnen gepflegt.

In Großbritannien zum Beispiel gab es während des Ersten Weltkrieges regelrechte Meisterschaften, der erste Frauenfussballverein, die „British Ladies“ sind sogar so alt wie der älteste österreichische Fussballverein, die Vienna. Beide wurden 1894 gegründet. Die britische Frauenrechtsaktivistin Netty Honeyball war die treibende Kraft hinter der Gründung der „British Ladies“. Dem ersten Fussballspiel der British Ladies (Nordengland gegen Südengland) wohnten am 23. März 1895 über 10.000 Zuseher bei. Auch das Endergebnis von 7-1 entsprach sicher dem Geschmack des Publikums.




Die Chronik berichtet darüber hinaus, dass bereits seit 1863 Frauen an englischen Schulen diese Sportart betrieben.

Frauenfußball – Wikipedia

Wie schon erwähnt half der Erste Weltkrieg ironischerweise bei der Verbreitung des Frauenfussballs, bald hatte jedes Dorf seine eigene Mannschaft und bis in die Zwanzigerjahre gab es einen regelrechten Boom, der sich auch auf Österreich ausdehnte.

Das „Neue Wiener Tagblatt“ schrieb im Dezember 1923 die Gründung eines Frauenfussballvereines aus, der DFC Diana wurde gegründet. Zum ersten Training – der Übungsleiter war der in Wien sehr bekannte Spieler Ferdinand Swatosch – meldeten sich 43 Mädchen und Frauen an. Im Jänner 1924 begann das Training, das aus einem zweiwöchigen Theoriekurs (abgehalten im Hotel Metropol am Morzinplatz, später zu trauriger Berühmtheit als Gestapohauptquartier gelangt) bestand, ehe sie am Rudolfshügelplatz ihre ersten praktischen Übungsstunden abhielten.

Schon zuvor – so liest man in der „Illustrierten Kronen Zeitung“ vom 23. September 1923 – gab es angeblich am 15. September 1923 am Tschechischen Herz Platz ein Frauenfussballspiel, wobei ich persönlich glaube, dass das Datum zwar richtig, der Platz allerdings falsch ist, da die Eröffnung des Tschechischen Herz Platzes (später Verbandsplatz X, Horrstadion, heute Generali Arena) erst am 22. August 1925 war. Von daher glaube ich, dass das erste Spiel am zweiten Hertha Wien Platz war, da die Slovan zu jener Zeit noch in Altmannsdorf am alten Wacker Wien Platz spielte. In Zeitungsnotizen konnte man immer wieder nachlesen, dass Frauenfussballspiele dort im Rahmen von Turnieren als Unterhaltungsveranstaltung stattfanden. Der Artikel in der Zeitung legt nahe, dass diese Spiele 1924 und 1925 zum Gaudium der Zuschauer ausgetragen wurden. 1936 wurde daraus schliesslich der Favoritner DFC Hertha gegründet, der an der ersten Meisterschaft teilnahm.





Weitere Frauenfussballspiele wurden in den Sommermonaten 1924 noch auf dem Rudolfshügelplatz, dem Ostmarkplatz und eben bei der Hertha ausgetragen, ehe sich der Verein – Ferdinand Swatosch wechselte nach Deutschland – langsam auflöste. Erster Damenfußballklub Diana – Wien Geschichte Wiki


Immerhin konnte der DFC Diana auch im Ausland bei Olympique in Paris antreten und so die Farben Österreichs im Ausland vertreten. Das Spiel fand am 20.6.1924 statt. Zwar dauerte es noch elf Jahre, ehe mit der Gründung der „Damen Fussball Union“ 1935 ein eigener Verband geschaffen wurde, der Bewerbsspiele organisierte, doch der Vormarsch des Frauenfussballs war nicht mehr aufzuhalten.

Auch das Verbot des ÖFB 1957, Frauenfussballvereine zu betreiben konnte nicht verhindern, dass ab 1972 Frauenfussballmeisterschaften (die vom ÖFB erst 1982 anerkannt wurden) gab. Der erste Frauenfussballmeister war übrigens der Favoritner AC vor dem USC Landhaus, DFC Ostbahn XI, SV Kagran, Antonshof und dem Gersthofer SV. Gespielt wurde im Wiener Fussballverband.

Mit der Übernahme des Frauenfussballs in den ÖFB 1982 begann der professionelle Fussballbetrieb in zwei Bundesligen, darunter gibt es regionale Spielklassen. RekordmeisterInnen sind – nimmt man die vom WFV und ÖFB ausgetragenen Meisterschaften der SV Neulengbach und der UFC Landhaus mit je 12 Titeln, wobei Landhaus seine ersten Titel noch im WFV errang. Union Kleinmünchen mit 8 und SKN Sankt Pölten mit 7 Titeln folgen, aus der „Urzeit“ der Meisterschaft steht der DFC Austria (der nichts mit Austria Wien zu tun hat) mit zwei Titeln (1936, 1937) zu Buche.  ÖFB Frauen-Bundesliga – Wikipedia

Die ersten Frauennationalmannschaftsspiele reichen international bis in das Jahr 1920 zurück, als England gegen Frankreich antrat und 2-1 gewann. Österreich trat 1936 international an, wobei es sich um Vereinsspiele handelte. Das erste fand am 15. Dezember 1936 in Bratislava statt, der 1. Ottakringer DFC kreuzte die Klingen mit dem DFK Bratislava, Ergebnis 3-3.

Eine Nationalmannschaft der Frauen gibt es seit 1990. Liste der ersten Frauenfußball-Länderspiele – Wikipedia

 

Quellen:

Matthias Marschik, Helge Fellner – Eine Klasse für sich, Wien 2020, Verlagshaus Hernals

Illustrierte Kronen Zeitung, ANNO

Neues Wiener Tagblatt, ANNO

Allgemeine Sport Zeitung, ANNO

Freitag, 15. Juli 2022

Favoritner Vereine

 Im "Wiener Sport am Montag" findet man auch einen Artikel zum MSV 81:




Favoritner Vereine


 Im "Wiener Sport am Montag" findet man auch einen Artikel zum SV Wienerfeld:




Favoritner Vereine

 FC Eintracht Wertheim Strassl - ein zusammengewürfelter Verein: