In einem intensiven Spiel gewannen wir mit 4-3. Die 1980 forderten uns über die volle Spielzeit, konnten aber nur drei gegen vier Tore erzielen. Jubel und 6 Punkte nach zwei Partien.
Samstag, 20. August 2022
Freitag, 19. August 2022
Derbytime in Favoriten
Heute gibt es eine absolute Premiere: Der Favoritner AC und der FC 1980 Wien stehen einander zum ersten Mal in einer Meisterschaft gegenüber. Ein neues Favoritner Derby sozusagen. Am Franz-Koci-Platz vulgo 1980 Wien Arena kreuzen sie ihre Klingen.
Knapp 70 Jahre Vereinsgeschichte trennen beide Vereine, der FC 1980 Wien wurde am 31. Jänner 1980 von einer Freundesgruppe gegründet und spielte lange in den Niederungen des Wiener Unterhauses. Seit 2009 sind sie am Kociplatz beheimatet, nachdem die IC Favoriten dort ausgezogen ist. Davor waren sie am Viktoriaplatz und am Verbandsplatz X, dem Nebenplatz des Horrstadions, auf dem auch der FC Ajax und die Ankerbrot spielten, beheimatet.
Der Aufstieg in die Wiener Stadtliga letzte Saison ist der grösste Erfolg in der Vereinsgeschichte.
Einige Male spielten wir schon gegen den FC 1980 in einem freundschaftlichen Testspiel, zuletzt am 1. Februar 2020 auf dem Kunstrasenplatz der Franz-Koci-Sportanlage.
Davor hatten wir 2016 ein Spiel auf dem FAVAC Platz gegen den FC 1980 Wien. Beide Spiele konnten wir relativ sicher gewinnen, soweit ich mich erinnere.
Heute ist also das erste meisterschaftsmässige Aufeinandertreffen und ich hoffe auf viele FAVAC-Fans am Kociplatz und ein nettes Fest auf den Rängen. Grillerei gibts auch.
Was die alten Zeitungen so schreiben....
Fussballhistorie:
Im „Illustrierten österreichischen Sportblatt“ wurde in der Rubrik „Fussballsportliche
Gedenktage“ geschrieben, dass das erste Mal, dass es in Wien Tornetze (die 1890
erstmals in Liverpool zur Verwendung kamen) beim Spiel Cricketer – AC Viktoria
am 8.3.1898 gab. Leider spielten die Cricketer an diesem Tag überhaupt nicht, sie spielten am 7.3.1898
Montag, 15. August 2022
Budapester Stadien
Im Mai 1899 berichtete das "Neue Wiener Tagblatt" von der geplanten Errichtung eines zweiten Sportplatzes in der Csömöri ut im heutigen 14. Budapester Bezirk. Diesen Sportplatz, in kleinerer Form, gibt es (soweit ich es herausfinden konnte) noch heute, dort hat der MTK seinen "Michael Lantos" Sportkomplex. Ebenso wie der erste Sportplatz in Budapest, auf dem Fussball gespielt wird, der Millenaris Rennbahn, 1896 zur Tausendjahrfeier Ungarns entstanden. Gleich daneben ist das ehemalige Nepstadion (heute: Ferenc Puskas Stadion) beheimatet.
Im Gegensatz dazu sind die ersten beiden Plätze in Wien, die Jesuitenwiese und der WAC Platz nicht mehr oder nicht mehr in der ursprünglichen Verwendung vorhanden. Ebenso wenig die Forstwiese bei der Schlachthausbrücke oder die Exercierfelder Schmelz bzw. Klosterneuburg. Auch der im Überschwemmungsgebiet gelegene Platz nähe Handelskai existiert schon lange nicht mehr.
Quellen: ANNO, "Neues Wiener Tagblatt", 10.5.1899, Google Maps
Sonntag, 14. August 2022
Die Allerallererste Austria
Die älteste Austria
Am 17. Mai 1896 wurde der „Rasenspielclub Austria“ gegründet. In seiner
konstituierenden Sitzung bestimmten die Mitglieder folgende Positionen:
Vorsitzender: Alfred Hronek
Erster Obmann: Johann Schmelzer senior
Zweiter Obmann: Alfred Hronek
Kassier: Joseph Buchmann
Erster Kapitän: Johann Schmelzer junior
Zweiter Kapitän: Franz Andrä
Die Vereinsadresse damals war im 9. Wiener Gemeindebezirk, Nußdorfer Straße
78. Von 1896 bis 1898 absolvierte der Rasenspielclub Austria viele Wettspiele,
ehe er – zumindest was die Erwähnung in den Zeitungen betrifft – 1899 vollkommen
verschwand. Bereits Ende März 1898 hat sich dieses Zurückziehen angekündigt, da
in einer Austrittswelle viele Spieler den Verein verliessen. Wenn man den
Einträgen in sozialen Netzwerken glauben kann, so wurde der Verein 1904 in „Alpinverein
D‘ Hergottschnitzer“ umbenannt, den es noch heute gibt. Namen
alpiner Schutzhütten: Herrgottschnitzer-Haus, Gutensteiner Alpen (kreiter.info)
Somit gibt es den Rasenspielclub Austria in anderer Form noch heute. Der
Sportplatz war das „Exercierfeld Klosterneuburg“ in Klosterneuburg Weidling, wo
sie ihre Heimspiele austrugen.
Nachgewiesene Spiele:
11.10.1896: Wiener Fussballclub –
Rasenspielclub Austria 4-0
14.3.1897: Rasenspielclub
Training – Rasenspielclub Austria 8-0
28.3.1897: Sportclub Hungaria –
Rasenspielclub Austria 0-2
4.4.1897: Sportclub Hungaria –
Rasenspielclub Austria 1-3
25.4.1897: FC Vindobona –
Rasenspielclub Austria 2-4
23.5.1897: Rasenspielclub
Training – Rasenspielclub Austria 2-1
7.11.1897: Sportclub Hungaria –
Rasenspielclub Austria 4-2
28.11.1897: Rasenspielclub
Austria – Sportclub Hungaria (Ergebnis unbekannt)
5.12.1897: Rasenspielclub
Training – Rasenspielclub Austria (Ergebnis unbekannt)
8.12.1897: Vienna Cricket and
Football Club II. – Rasenspielclub Austria 4-1
17.4.1898: Vienna II. –
Rasenspielclub Austria 6-0
15.5.1898: Rasenspielclub Austria
– Vindobona 0-3
9.10.1898: Vienna –
Rasenspielclub Austria (Ergebnis unbekannt)
Insgesamt dürfte der
Rasensportclub Austria in seiner aktiven Zeit 13 nachgewiesene Spiele absolviert
haben, davon 3 gewonnen haben, bei 3 Spielen gibt es kein nachgewiesenes Ergebnis,
während der Rest der Spiele verloren wurde. Allerdings – und das ist im Gegensatz
zu vielen anderen jungen Vereinen gab es nur eine hohe Niederlage, nämlich jene
gegen den Rasenspielclub Training mit 0-8. Trotzdem stellte die Fussballsektion
des Rasenspielclubs Austria ihren Spielbetrieb Anfang 1899 ganz offenbar ein,
1904 folgte dann die beschriebene Umbenennung.
Quellen: ANNO "Neues Wiener Tagblatt", Google Suche
Samstag, 13. August 2022
Mit der 15. Runde beginnt unser Weg in diese Saison: Favoritner AC gegen Dinamo Helfort, eigentlich ein Klassiker. Beide Vereine, also der FAVAC und die originale Helfort sind im selben Jahr - 1910 - gegründet worden, beide kommen aus Arbeiterbezirken, einmal unser Favoriten und andererseits aus Ottakring. Und beide Vereine spielen seit 1921 auf ein und denselben Platz.
Das war es aber mit den Gemeinsamkeiten, am Rasen dominierte der FAVAC in der ersten Halbzeit klar und konnte viele schöne Spielzüge ausführen, Helfort hatte in dieser Phase nicht viel dagegenzusetzen. Nach der Pause - der FAVAC führte mittlerweile 3-0 - hatte das Schiedsrichtertrio seinen großen Auftritt, indem es die Partie unnötig verpfiff und den Spielfluss der Heimischen unterbrach. Helfort kam noch auf 2-3 heran, Trainer Kadir erhielt einen Platzverweis und so dauerte das Spiel insgesamt 97 Minuten, wobei der Schiri da wohl auch seine "Gedenkminuten" einberechnete. Wem oder was er gedachte ist nicht überliefert. Egal. Die ersten drei Punkte sind eingefahren. So kanns weitergehen.
Ein wenig etwas zu unserem Gegner:
Der SV "Dinamo" Helfort wurde wie schon erwähnt 1910 gegründet, über seine Namensschöpfung herrscht einiges Rätselraten. Eine Geschichte drehte sich darum, dass das im Deutsch-Französischen Krieg unneinehmbare französische Fort "Belfort" der Namensgeber ist, wobei unklar ist, wie das B in ein H umgewandelt wurde, eine weitere vermutet einen der Gründer, Alois Helfert als den eigentlichen Namensgeber. Wie auch immer, lustig sind beide Geschichten. Helfort übernahm 1921 den SC Transvaal Platz in der Kendlerstrasse, auf dem er noch immer spielt. Einmal, in der Saison 1945/46 war die Helfort erstklassig, mehrmals zweit- und drittklassig, nun sind sie in der Wiener Stadtliga verankert.
Hier noch ein Bild der Mannschaft von 1912 nach einem Freundschaftsspiel mit dem Szombathely FC.
Quelle: ANNO "Illustrierte österreichische Sportzeitung"
Freitag, 12. August 2022
Das erste in Zeitungen vermerkte Niederösterreichische Derby
Am 12. April 1899 vermerkte das "Neue Wiener Tagblatt" ein niederösterreichisches Derby (im heutigen Sinne gemeint, damals war Wien ja noch die Hauptstadt von Niederösterreich), nämlich zwischen der Badener Sektion der Vienna 2. Mannschaft und dem Mödlinger Fussballclub in Baden. Das Spiel ging mit 4-2 an die Badener.
Quelle: ANNO, "Neues Wiener Tagblatt"
Alte österreichische Vereine
Fussballvereine vor 1900 (wird weiter ergänzt, manche Daten sind
tatsächliche Gründungsdaten, andere beziehen sich auf die erstmalige Nennung des
Vereinsnamens in der Zeitung):
1894:
First Vienna FC (22.8.1894)
Vienna Cricket and Football Club (23.8.1894)
1896:
Badner Gymnasium
Schwechater Fussballklub
Rasenspiel Club Austria (17.5.1896)
Wiener Club für sportliche Spiele „Olympia“ 1896 – aufgelöst 24.4.1898
Wiener Fussballclub Vindobona 1896 – fusioniert 1899 mit Training
Deutschösterreichischer Turnverein – aufgelöst am
17.9.1898, siehe unten
Rasenspiel Club „Training“ (9.1.1896) Fusion mit
Vindobona am 19.3.1899
Akademisch-Technischer Radfahrklub Graz
Deutscher Fussballclub Prag
Prager Fussballclub „Regatta“,
beide vermutlich schon vor 1892 fussballerisch aktiv und damit die damals ältesten Vereine Österreichs(-Ungarns). Bei der Regatta werden in der Vereinschronik fussballerische Aktivitäten in den 1880er Jahren angegeben, weiterführende Unterlagen konnte ich nicht finden.
1897:
Deutscher Fussballclub Wien (1.3.1897) – aufgelöst April 1898
Hungaria Wien (5.3.1897) – 1898 aufgelöst und in Victoria Wien
aufgegangen
Germania Wien (14.2.1897)
Fussballclub deutscher Hochschüler in Wien
(22.4.1897)
Erster Wiener Neustädter Fussballclub (26.5.1897)
Schwechater Turnverein (1897)
Wiener Athletik Club (9.10.1897), offiziell 24.10.1897
Budapesti Torna Club (24.1.1897)
1898:
Victoria Wien (29.1.1898)
Erster Wiener Arbeitersport Club (5.5.1898)
Fussballclub Vorwärts Wien (1898)
Dt-Österr. Spielvereinigung (18.9.1898) –
aufgelöst am 24.9.1898
Wiener Fussballclub von 1898 (24.9.1898), direkter
Nachfolger der Spielvereinigung (Umbenennung)
Sport und Geselligkeitsverein „Union“ (4.10.1898)
Sportfreunde Wien (10.10. 1898)
FC Baden (1898)
Sportclub „Columbia“ (?) (1898)
1899:
Mödlinger FC (4.3.1899)
Währinger Bicycle Club (5.3.1899)
Wiener Herrenfahrer (?)
Grazer FC (12.3.1899)
Fussballclub Reichenberg (12.3.1899)