Samstag, 23. August 2025

FC M Traiskirchen – Favoritner AC


 


…….oder noch einmal mit der Bimmelbahn in die Provinz.

 

Eigentlich unerwartet aber doch konnten wir die Reise mit der berühmten Aspangbahn antreten. Begonnen hat die lustige Reise wie immer am Wiener Hauptbahnhof, wo sich die Reisegruppe versammelte. Der Erwerb der Fahrkarten war wie immer lustig, viele Leute, kaputte Automaten und ja. Also Business as usual.

 


Die Bimmelbahn war diesmal ziemlich voll – Freitagabend fahren alle Bauern auf ihr Feld – trotzdem konnten wir uns bequem platzieren und waren bald am Bestimmungsbahnhof. Es folgte der elendslange Weg ins Stadion, wo wir unseren Platz einnahmen.

 


Gesangstechnisch waren wir wieder gut aufgelegt, das FAVAC – FAVAC hallte (sehr zum Mißfallen der eingeborenen Bevölkerung) über 7 Minuten in Dauerschleife über den Platz, aber auch die anderen Schlager freuten sich ausserordentlicher Beliebtheit. Die eingeborene Bevölkerung, vor allem der Platzsprecher bemühten sich nach Kräften durch überlaute Beschallung dagegenzuhalten, die jugendliche „Mariachiband“ trommelte manchmal irgend ein atonales Solo und ja.

 


Zum Spiel. Das Ergebnis ist ja bekannt und so erspare ich mir nähere Details über diesen nicht RLO-reifen Auftritt. In der ersten Halbzeit waren wir sogar ein wenig gut, bekamen aber zwei depperte Tore. Der „Höhepunkt“ war dann das Gegentor 45 Sekunden nach Wiederanpfiff. Der Rest ist Schweigen.

 


Das Positive an diesem Tag waren die Pommes und das Bier. Und eigentlich nette Leute (bis auf ein, zwei Fanatiker die du überall hast und die gerade in der Baumschule das Wort „Gsindl“ gelernt hatten). Die Kellnerin bat uns noch, nichts zu zerstören (Wir doch nicht) und ich hab ihr einfach gesagt, solange wir nicht gestreichelt und gefüttert werden wird das nicht passieren.

 


Die Rückfahrt mit der Bimmelbahn war eigentlich ereignislos, lediglich unser regulärer Zug war kaputt, es wurde aber umgehendst für Ersatz gesorgt und so konnten wir gemütlich in Richtung Reichs- und Residenzstadt gondeln. Am Hauptbahnhof begrüsste uns noch ein „Puff-Taxi“ (siehe Bild) – also alles normal.

 


NUR DER FAVAC! 

Samstag, 16. August 2025

Favoritner AC gegen Wiener Sportclub

 


Ostligaderby 1

 

......oder auch Favoritner AC gegen den Wiener Sportclub. Ein traditionelles Spiel, immerhin schon die dritte Saison in Folge in derselben Liga.


Es begann schon am Nachmittag, als ich mich aus Deutschwestungarn in Richtung Reichs- und Residenzstadt begab, dass sich dieser Tag als aussergewöhnlich herausstellen sollte. Von einem Helicopter gut geschützt ging es mit der Kolonialbahn in Richtung Wien. Via dem Eisenbahnknotenpunkt Kledering – ich habe ihn ja schon vorgestellt – war ich bald daheim und stand vor der Frage: was mach ma jetzt? Also in die Kennergasse 3 gefahren und zugesehen, wie man sich für das Spiel vorbereitet. Und es gibt einige Neuerungen: Der Platz ist aufgeräumt, es gibt einen VIP-Klub im Freien (die Räumlichkeiten werden derzeit saniert), zwei Kassen, eine Getränkehütte auf der wieder zur Stehplatztribüne umfunktionierten Gegengerade und viele Helferleins in gelben Westen.




Heute waren die Fans auf zwei Seiten positioniert und die Sache war gar nicht mal so schlecht. Die Gästefans positionierten sich überraschenderweise unter dem Kabinentrakt (und nicht auf der Gegentribüne) und waren recht gut aufgelegt. Der frühe Führungstreffer war da sicher nicht abträglich.



Der FAVAC hatte an sich kein schlechtes Passspiel, einige gute Chancen aber leider (noch) niemanden, der den Ball auch ins Netz befördern kann. Und so gewann der WSC mit 1-0 in der Kennergasse.

NUR DER FAVAC!



Freitag, 15. August 2025

Historie Anno 2002

 

2002

 


Es war einmal......

Ein Testspiel des Favoritner Athletik Clubs im Sommer 2002 und drei ULTRAS fuhren dorthin. Okay. Noch nicht weiter bemerkenswert, weil lang her und eigentlich wurscht. Das Bemerkenswerte war der erste Auftritt des neuen Transparentes, welches dort stolz präsentiert wurde, die endgeniale hölzerne Längstribüne (wie auf den Fotos erkennbar) und eine Ballisuche am Kantinendach. Ob die Holztribüne immer noch steht, weiß ich nicht, ist ja auch schon 23 Jahre her, aber wir hatten damals die Idee eine Schnipselchoreo zu machen. Listig wie wir sind, haben wir uns gedacht, wir könnten einige Zeitungen bekommen, die wir zerreißen und hochschmeissen können. Mhm guter Plan nur leider: alle Sonntagskronenzeitungen, Sonntagskuriere etc. waren nimmer da, man hat dort wohl alle „Gratiszeitungen“ frühmorgens abgestaubt. Oder erst gar keine hineingegeben, man weiß es nicht.

Kurz und gut, was machma? Gut.

Läuten wir halt an den Haustüren an und fragen, ob sie alte Zeitungen haben, die sie uns geben könnten. Wie gesagt, wir sind sehr listige Leute. Doch die Überraschung war, dass sie alle keine hergaben, weil sie die wohl im Winter verheizten. Irgendwie logisch, irgendwie aber auch nicht. Na ja. Auch die Nachschau – wie gesagt wir sind listig – in den Papiermistkübel hat nichts ergeben. Letztendlich haben wir uns entschlossen, eine „keine Choreographie“ Choreographie zu machen. Etwas vollkommen Neues, aber wir sind ja auch der FAVAC.



Wir ham das Match glaub ich ziemlich hoch gewonnen. Lustig war auch der verschossene Ball aufs Kantinendach, welcher mühselig per Leiter und so wieder arretiert wurde, sehr zum Gaudium des Publikums. Das war schwerer als es am Foto aussieht. Sommer. Sonntag. Fussball. Kantine. Leiter. Bier. Ihr wisst, was ich meine.



Der Tag war ja deswegen in Erinnerung, weil zeitgleich die Rapid gegen Irgendwen, ich glaube Arsenal London in Eisenstadt gespielt hat und es dort einige Ausschreitungen gegeben hat. Soweit ich mich erinnern kann (und die Erinnerung ist aus Gründen lückenhaft) wurde ein Griller umgestossen und so. Egal. War ein Riesenskandal damals. Heute würde man sagen: a normale Partie. Jedenfalls wurden auf der Heimfahrt die Bilder und Berichte staunend studiert.

NUR DER FAVAC!

Sonntag, 10. August 2025

Historie Anno 2008

 

2008

„Mit einem Augenzwinkern zu lesen.....“

Es war einmal ein Testspiel, irgendwo in Transdanubien bei einem Verein namens Hellas Kagran. Ein paar Favoritner fuhren dorthin, man wollte sich ja wie jedes Jahr die Mannschaft angucken und ein paar Bier trinken.

Hellas Kagran – das war noch vor dem jetzigen Obmann. Ein Grätzelverein, tief im 22. Bezirk verwurzelt, 1926 von Exilgriechen gegründet. Daher auch der Heilige Georg im Wappen, gilt er doch in der orthodoxen Kirche als Erzmärtyrer, der unter Kaiser Diokletian verfolgt und hingerichtet wurde. Dabei ist es noch gar nicht einmal sicher, ob dieser Georg eine tatsächliche historische Person ist. Im Normalfall wird er immer mit der Lanze und dem Georgs-Kreuz (heute das Wappen Englands) dargestellt.

Wie auch immer, es geht um Kagran.

1199 erstmals urkundlich als Chagaran erwähnt heisst es so viel wie „Wogenrand der Donau“. Zurück zu Hellas Kagran und dem Testspiel. Also standen dort einige Unverbesserliche am Bierstand um sich das Spiel – es war glaublich am Kunstrasenplatz – anzusehen und zu versuchen, nicht allzu nass zu werden. Es schiffte nämlich.

Und wir standen also da, ein paar Freunde aus Stadlau waren auch mit von der Partie, als eine nette Person kam. Wir waren schon einigermassen gut gelaunt, sprich das Bier hat gschmeckt und wir waren ziemlich blunznfett und so verstanden wir ihn nicht sofort. Irgendwann mal kam es uns, dass er aus Vorarlberg kam. Moment – Vorarlberg? Jenes mythische Land, welches durch einen Tunnel mit Österreich verbunden ist? Genau. Pfuh. Liegt nicht grad um die Ecke.


Langer Rede, kurzer Sinn: er wurde herzlichst aufgenommen, musste mit uns Favoritner Proleten mitsaufen und hängte sein Transparent bei uns auf. Ehrensache. Ja. Das war es mit der Geschichte. Wir hatten vorher mit SW Bregenz nur insoferne zu tun, als dass Goran Mladenovic 2005 volley vom FAVAC zum Bundeslegisten wechselte. Aber das ist eine andere Geschichte.

Diese handelt vom Erstkontakt mit der BNSB, mit Fogi und generell mit Vorarlberg auf fussballerischer Ebene. Tja. Ist auch schon a Zeiterl her.

Und das es bis heute hält ist Dir, lieber Fogi zu verdanken. Mensch und mittlerweile schon Legende, überall geschätzt und respektiert. Deine Leidenschaft für SWB und den Fussball – egal in welcher Liga, bei welchem Wetter und welchem Tabellenstand – heben dich über viele sogenannte „Capos“ hervor. Bleib so wie du bist.

Sonntag, 3. August 2025

Union Mauer in Vösendorf gegen Favoritner AC

 


Wenn die Mauer.

 

........bei de Gscherden spüt!

Oder auch anders ausgedrückt: Union Mauer gegen Favoritner AC in Vösendorf. Ja richtig. Vösendorf. Der eigene Platz ist nicht bespielbar, irgendwas mit Stroh oder einem anderen Bioprodukt – ich hab nicht ganz zugehört als der Sprecher dies gesagt hat – verhindert, dass wir im 23. Bezirk spielen konnten. Also eine Auswärtsfahrt in den Süden. Vösendorf halt.

Meinereiner stieg deshalb in Deutschwestungarn in den Kolonialzug Richtung Reichs- und Residenzstadt ein und erreichte den Wiener Hauptbahnhof ziemlich zeitig. Dort angekommen bewunderte ich noch ein Street-Basketballturnier auf dem Vorplatz (war gar ned so uninteressant), verpflegte mich noch und fuhr dann nach Meid-e-ling (der Heimat von Sebastian K.) um in die Badner Bahn einzusteigen. Allgemeiner Treffpunkt der Leute war auch dort und so gondelten wir in Richtung Vösendorf.


Danach noch ein Corteo durch ein nicht unhübsches Dörfchen – ich hab noch immer nicht ganz verstanden, warum die einen Arzt und einen gesonderten Frauenarzt haben (vielleicht sind die Damen dort – ach lassen wir das) dafür sahen wir einige echt alte, guterhaltene Häuser und erreichten den Platz am Ende des Feldes.

Der Platz war echt nett, eine große Tribüne mit allen Schikanen und einer Kantine mit einer ziemlich exklusiven Bierauswahl (Schladminger, Villacher, Starobrno) und relativ vielen Zusehern. Also platziert, Bier inhaliert und auf das Spiel gewartet.


Dieses begann wie eine Sommerpartie, beide Mannschaften fühlten sich auf dem zwar optisch gut aussehenden, trotzdem holprigen Rasen nicht allzu wohl und so waren echte Chancen ziemliche Mangelware. Folglich war der Pausenstand auch der Anfangsstand. Also 0-0.

Nach der Pause nahm das Spiel wieder Fahrt auf, einige gute Chancen auf beiden Seiten wurde das Tor verwehrt und als schon alle mit einem leistungsgerechten 0-0 rechneten, schlugen die „Hausherren“ zu und erzielten in Minute 90 den „Lucky Punch“. Schaß.

Ein kleiner Absatz noch zu den Fans: Mauer hatte ja eigentlich immer ein gmiadliches Publikum aber der Auswurf, der diesmal dort war, spottete jeder Beschreibung. Pöbeleien und Beschimpfungen, als wären die gerade aus dem Kanal gekrochen waren an der Tagesordnung. Braucht ka Sau. Also zumindest ned wir. Ich denke wir werden uns für diese Gastfreundschaft beim Rückspiel milieubedingt freundlich revanchieren.


Eine kleine lustige Episode gibt es auch noch zu vermerken: Auf der Gegentribüne waren ein gutes Dutzend Fans hinter den Transparenten von ASK Vösendorf (sic!) begannen Anfang zweiter Halbzeit einen „Fav-AC – Fav-AC“ Wechselgesang, der sehr gefiel. Also uns, die Bobos aus Mauer waren angepisst. Siehe oben.  Im Nachgang stellte sich heraus, dass es eine Gruppe aus Regensburg war, die nach dem LASK-Match zu „uns“ kamen. Regensburg und den LASK verbindet offenbar - so wurde uns gesagt - eine Fanfreundschaft. Persönlich dachte ich immer, dass sie mit BW Linz befreundet sind aber nunjo. Sie werdens besser wissen. Also hamma sie – wenns wieder mal in der Gegend sind – eingeladen bei uns vorbeizuschauen. Tja. Wart mers halt ab.


Die Retourfahrt war bis Wien ereignislos, erst am Hauptbahnhof der übliche Bahöö, der sich um die Uhrzeit einstellte. Irgendwelche Ruachler wollten dauernd Tschik – NEEEIIIN – oder a paar Cent, dazu die Mistküblstierler, die mit Grillzangen nach Blechdosen suchten (dieses Pfandsystem war wirklich eine „super“ Idee) verkürzten die Wartezeit auf den Kolonialzug. Der kam dann auch und brachte mich mitten ins Unwetter. In Nezider ausgestiegen mussten wir – dank ungarischem Fahrer kein Problem – auf dem Radweg Richtung Szeleskut fahren, weil die Straße vom Bahnhof weg ein bisserl überschwemmt war. Wir schafften es aber, ohne weggespült zu werden.



NUR DER FAVAC !

Sonntag, 27. Juli 2025

Lustiges vom Land

 


Der Eine oder die Andere oder Das irgendwas kennt vielleicht die Stadt Gmunden. Ist in Oberösterreich, richtig. An einem See und für Keramik bekannt. Diese lustigen grünen Streifen und Muster auf glasierten weißen Ton. Eine alte Stadt, ursprünglich von Fischern gegründet. Hat immerhin seit 1300 eine Kirche, seit wann es den Dorfwirtn und das Lagerhaus gibt ist nicht bekannt. Nun hat diese Gemeinde es in die Schlagzeilen geschafft. Irgendwelche Schlaumeier haben nämlich 24 der 29 Ortstafeln ein bisserl falsch platziert. Die waren wohl vorher im Dorfwirtn und danach lustig aufgelegt. Klingt jetzt mal saulustig is es aber nicht, wenn dahinter gleich mal Radargeräte installiert sind. Weil die dann a bisserl falsch messen, also einen 40er wenn eigentlich noch ein 100er erlaubt ist. Oder der Nachbar, der eigentlich Grund in Gmund hat, den aber laut Ortstafel noch ausserhalb hat. Is ja für einen etwaigen Verkauf in dieser Tourismusgegend ned so ganz unwichtig. Egal. 

Lests einfach selber:   

Ortstafeln in Gmunden könnten ungültig sein - ooe.ORF.at

Fussball wird dort übrigens auch gespielt. Der SV Gmundner Milch - kein Witz - wird von Andi Heraf trainiert und spielt Landesliga West.



Samstag, 26. Juli 2025

Der wöchentliche Mauerwürg-Post

 


Das Magazin "Mein Wien" - Ausgabe Margareten hat kürzlich etwas Interessantes zum leidigen Thema Mauerwürg geschrieben. An der Adresse Margaretenstraße 114 - 118/Arbeitergasse 34/Brandmayergasse 36 steht ein der "MEK 2020 Immogesellschaft gehörendes Gebäude. Dieses wurde nun zwangsverwaltet, weil der Geschäftsführer dieser dem Mauerwerk-Netzwerk angehörenden Firma, Mustafa AlNimr wohl in Zahlungsschwierigkeiten geraten ist. Eine seiner anderen Firmen, die "Mauerwerk Donaufelderstraße 10 GmbH" wurde ein Insolvenzverfahren eingeleitet. Aber lest selber. 

"Mauerwerk": Wie ein Unternehmen fünf Adressen in Margareten verkommen ließ - Margareten






Hier die Insolvenz"historie" jener Mauerwerk Donaufelderstraße 10 GmbH (über MEK 2020 konnte ich auf Anhieb nichts finden):




Montag, 21. Juli 2025

Der „Weltreise“-Bericht

 


Der FAVAC spielt international. Und zwar in Sopron. Eine Auslandspartie im Sommer. Noch dazu Ungarn. Da muss man natürlich hin. Mit der Bahn geht es normalerweise recht gut, gibt es doch üblicherweise eine direkte Verbindung – sowohl von Deutsch-Westungarn aus als auch aus der Reichs- und Residenzstadt.

Normalerweise.

Meine Weltreise begann in Szeleskut auch Breitenbrunn genannt. Ist übrigens eine wortwörtliche Übersetzung (nicht so wie bei Sopron). Rein in die Bimmelbahn und weiter nach Wulkaprodersdorf. Dachte man sich halt so. Aber nein, der Zug fuhr nur bis zum Bahnhof Eisenstadt, geneigten Krawallblätterlesern durch eine Bombendrohung bekannt.


Ein netter kleiner Bahnhof mit immerhin drei Bahnsteigen. Die Gastwirtschaft ist normalerweise echt genial, leider war sie diesmal zu. Warum auch immer. Also wartete man dort auf den Zug, der mich eine Station weiter nach Wulkaprodersdorf (Vulkapordany) bringen sollte. Von dort ging es mit einem weiteren Umstieg nach Sopron. Am GySEV Bahnhof besichtigte ich noch die über hundert Jahre alte Dampflok, die seit ewigen Zeiten dort steht.

Von Wien aus fuhren die anderen Fans auch nach Wulkaprodersdorf und durften dort ebenfalls umsteigen. Es ist ja echt schräg, dass die GySEV jetzt statt einem durchgehenden Zug nach Deutschkreuz zwei Züge hat, die in Wulkaprodersdorf stehen blieben. Da dürften irgendwelche Lokführer schlimm gewesen und zwangsweise dazu verdonnert worden sein den ganzen Tag sinnlos drei Stationen hin- und herzufahren. Aber gut.

Man war dann also in Sopron, der heimlichen Hauptstadt des Burgenlandes. Ein bischen den Bahnhof erkundet, ein paar Bier inhaliert und darauf gewartet, dass sich alle ULTRAS versammelten. Interessanterweise konnte man am Bahnhof nur mehr mit Forint zahlen, früher undenkbar. Da wollten die Leute lieber Euro als ihre wertlosen Lappen. Egal. Man hat – „vollkommen überraschend“ – Forint dabei.

Die Bedienung hat sich jedenfalls einen gegrinst, als man mehrmals bestellte und wir spielten das lustige Spiel: „Ich zahle mit einem Schein, bekomme Scheine und Münzen, bestelle noch mal und retourniere die erhaltenen Scheine und Münzen wieder“. Jedenfalls hatte ich danach nur noch Scheine in der Hand. Die Münzen kannst eh nur zum Anmäuerln verwenden. Vor allem die 5 Forint Münzen, die wertloser sind als unsere 1 Cent Münzen.

Mit 15 Mann ging es dann in Richtung Stadion, welches am anderen Ende der Stadt ist. Für einen Sonntagnachmittag war es gespenstisch ruhig, kaum Leute auf der Straße, die Lokale fast alle zu und so mussten wir unsere Flüssigverpflegung bei der Tankstelle bzw. beim Tabakladen holen. Im Stadion, welches sperrangelweit offen war gab es folgerichtig – nichts. Immerhin haben sie eine Toilette aufgesperrt. Sehr nett.


Es waren vielleicht 100 Menschen im Stadion, davon gut und gerne 40 aus Wien. Für einen Verein, der normalerweise einen recht zufriedenstellenden Zuschauerschnitt hat auch sehr verwunderlich. Aber wie uns die Ungarn erzählten liegt das daran, dass sie sich mit diesem SC Sopron nicht identifizieren können, der von einem Fidesz-Youtubestar gesponsert wird oder wurde. Es ist wie so oft ein Politikum, weil sich zwei Fidesz-Funktionäre nicht einigen können. Eigentlich traurig, wenn man bedenkt, dass zwischen 2004 und 2006 hier Europacup gespielt wurde.

Die Hauptttribüne ist ein mächtiges Ding – sogar mit Dach – und lag leider genau sonnenseitig, sodass wir uns ganz hinauf stellen mussten. Dafür war die Akustik nicht übel. Von den Heimfans war nicht viel zu sehen, lediglich zwei Veteranen der City Boys waren da und unterhielten sich mit uns. Warum das so war, siehe oben.

Das Stadion an der Kaposztas utca, zu Deutsch „Krautgasse“ ist ein sehr altes. Schon mein Papa hat dort (allerdings Handball) gespielt. Bis zu den 90ern war es einfach ein Platz mit Stehplatztribünen, einem kleinen Vereinshäuschen und etwas 60 VIP Sitzplätzen. Bis zur Jahrtausendwende wurden die Tribünen nach und nach modernisiert, die Stehplätze hinter dem Tor verschwanden und die große Tribüne (2015 überdacht) entstand. In dieser Zeit erhielt es dann den offiziellen Namen: Varosi Stadion, was so viel wie „Städtisches Stadion“ bedeutet.

Sopron hat noch zwei weitere Fussballplätze: Jenen von SVSE an der Sport Utca (Sportgasse) gleich oberhalb des GySEV-Bahnhofs und jenen von SFAC (Soproni Football es Atletikai Club) am Anger reti Sporttelep. Aber das ist eine andere Geschichte die ich ein anderes Mal erzählen werde.

Vor dem Spiel habe ich dann noch Simon Tibi meine Reverenz erwiesen und einen Schal dort gelassen. Die Geschichte rund um den Trainer von Sopron habe ich ja schon geschildert. Einige Vereinsfunktionäre bedankten sich dann für diese – für mich selbstverständliche – Geste. Nett. Respekt.


Jau das Spiel. Zum Vergessen, der FAVAC kam mit dem großen Rasenplatz (100 x 70m) überhaupt nicht zurecht und konnte kaum ins Spiel finden. Sopron, die auch in der ungarischen dritten Liga spielen gewannen zurecht und verdient mit 3-0. Man kann jetzt natürlich über die sehr schlechten Schiedsrichter schimpfen, ursächlich schuld an der Niederlage waren sie aber nicht. Bei uns hat nichts zusammengepasst, keine erkennbaren Stürmer, die Abwehr auf Urlaub lediglich das Mittelfeld passte gut zusammen. Man merkt halt, dass es eine neu zustammengestellte (fast hätte ich gesagt zusammengewürfelte) Mannschaft ist. Da gibt es noch viele Punkte, die man abschleifen muss. Aber immerhin – wir spielten international.

Ja dann ging es wieder einmal darum Getränke und Futter zu finden. Ein erster Ansteuerungspunkt entpuppte sich als Nullnummer, weil der „junge Kellner“ vollkommen überfordert war und lieber mit seinen beiden Freunden plauderte. Dann fanden wir am Varkerület (Burgring oder wie es dort heisst Grabenrunde) ein gutes Lokal, welches normalerweise um diese Uhrzeit bummvoll war, diesmal aber quasi leer. Auch die anderen Bars entlang des Varkerület waren gähnend leer. Sehr komisch. Irgendwie waren auch am Nachmittag kaum Leute in Sopron unterwegs, Touristen sah ich keine aber auch die Einheimischen ließen sich nicht blicken.

Gut nachdem wir gefuttert haben ging es wieder zum Bahnhof und wir erreichten ihn pünktlich genug um in den Zug nach – Ratet mal – genau Wulkaprodersdorf einsteigen zu können. Mit diesem zuckelten wir dann über die Grenze nach Österreich, warteten in Baumgarten (Sopronkertes), der heimlichen Perle des Burgenlandes auf einen Gegenzug (weil man die Hauptstrecke nach Sopron immer noch nicht zweigleisig ausgestattet hat), stiegen in Wulkaprodersdorf dann in den Zug nach Wien und kamen kurz vor Mitternacht in der Reichs- und Residenzstadt an. Lustig wars. Und das Wichtigste: wir haben keinen „verloren“. Dazu muss man sagen, dass unser Schalkefan auch nicht dabei war.

Danke an Pöli und die Anderen für die Gastfreundschaft und die nette Begleitung, hoffentlich sehen wir uns bald mal wieder.

 

NUR DER FAVAC!

Samstag, 19. Juli 2025

Wir testen in Sopron

Das Highlight der heurigen Testspiele im Sommer ist sicher das Spiel gegen den SC Sopron. Der Verein, 1921 als  Soproni SESoproni Sport Egyesület gegründet, was so viel wie Soproner Sport Einheit heisst, hat schon einige Namen gehabt. Postas, Tavközles (Fernmelder) oder MATAV Sopron. Den größten Erfolg hatten sie 2005, als sie in Györ den ungarischen Rekordmeister Ferencvaros im Cupfinale mit 5-1 wegputzten. 


Ein tragisches Ereignis im ungarischen Fussball ist auch mit dem Verein verbunden: der (damalige) Trainer Tibor Simon (Simon Tibi) wurde 2002 in Budapest in einem Lokal von mehreren offiziell unbekannten Personen ermordet. Dieser Mord beschäftigte die ungarische Presse wochenlang, da die Hintergründe nie aufgeklärt wurden. Simon, der Spieler bei Fradi war bekam damals posthum eine ungeheure Popularität, so wurde er bei einem Spiel Fradi – Kispest (welches Fradi 4-1 gewann) auf der Anzeigentafel an der Üllöi ut viermal als Torschütze geführt. Im Stadion von Sopron erinnert eine Gedenktafel an diesen Trainer. Bei Ferencvaros ist eine ähnliche Tafel angebracht.

Megölt magyar sportolók - volt, akit egy előre kiásott gödör mellett vártak - ORIGO

Sopron hat auch eine lange Fantradition: die erste aktive Gruppe startete 1991 mit den Ultras Gladiators. Zwei Jahre später entstanden die City Boys Sopron, eine der respektiertesten Fangruppen in Ungarn. Ihre Nachfolger waren die Brigade Sopron, die heute in dem Zusammenschluss ULTRAS SOPRON aufgegangen ist. Trotzdem findet man ab und an noch die alten Transparente am Zaun. Die Jungen gründeten 1997 die Claret Boys, 2002 folgten die Scorpions. Und noch eines hatte Sopron lange: die Sopron City Amazones, eine weibliche Fangruppierung. Ob sie noch aktiv ist weiß ich aber nicht.


Mit dem FAVAC verbindet Sopron die lange Tradition des City Boys Turniers, welches einige Jahre lang das größte Fanturnier Ungarns war. Dort trafen sich neben den beiden Gruppen aus Opole (Odra) und Bytom (Polonia) auch Gruppen aus Szeged, Mako, Zalaergszeg, Tamasi (die eine Filiale der URB Kispest sind) und eben der FAVAC und als zweite Gruppe die Ultras Stadlau. Bei einem dieser Turniere konnten nicht nur neue „Freunde“ gefunden werden – Hajra Szeged – sondern ging auch ein Mitreisender quasi verloren. Stichwort: Pedro!


Ultras aus Sopron (Brigade bzw. Scorpions) waren öfter mal am FAVAC Platz, einmal gemeinsam mit den Freunden aus Stadlau am Stadlauplatz, wo ein legendäres Gruppenfoto entstand und eben auch einmal bei der ebenfalls legendären Auswärtstestspielfahrt nach Graz – remember Pinkelstopp vor dem Landesgericht.


Tja und morgen simma wieder dort!

 

NUR DER FAVAC!