Sonntag, 12. April 2026

Ligareform?

 Im KURIER gibt es einen Artikel zu den „Reformen im WFV“, welcher nachfolgend präsentiert wird.

 

 


 

Und schon der Eingangstext ist falsch. Der WFV ist durch die Trennung von Wien und NÖ 1923 entstanden, der erste Gründer des NoeFV (gegr. 1911) ist gleichzeitig auch Gründer des WFV (Dr. Ignaz Abeles), während die Wurzeln der britischen Gastarbeiter, die den Fussball nach Wien gebracht haben (in Graz war es ein österreichischer Professor, der in Prag unterrichtete) in der „Österreichischen Fussball Union“ gelegen haben, die die ersten drei Meisterschaften ausgerichtet hatten (Tagblatt-Pokal). Damals gewann der WAC alle drei Meisterschaften. Der ÖFB/WFV hat diese Meisterschaften nicht anerkannt, während er die von der ÖFU ausgerichteten Länderspiele anerkannte.

 

Anmerkung: Der ÖFB entstand 1904 als Nachfolger/Konkurrent der „Österreichischen Fussball Union“, die die ersten Länder- und Städtespiele ausrichtete. Hat mit dem WFV nichts zu tun. Der Vorläufer der „Österreichischen Fussball Union“ war übrigens das am 21. April 1896 gegründete „Comitee zur Abhaltung von Fussballwettspielen“, welches die erste österreichische, damals böhmische Meisterschaft ausrichtete. Der erste Meister dieses Bewerbes wurde der DFC Prag.

 

Über den Rest des Artikels kann man zwar diskutieren, was mir in dieser Diskussion aber bisher etwas fehlt ist die Selbstreflexion. Man will das Ligensystem verkleinern (wenn die Antworten auf FB auf diesen Text stimmen) und zwar folgendermaßen:

 

Stadtliga (16 Vereine)

2. Landesliga (16 Vereine)

3. Landesliga (Top 7 aus beiden Oberligen)

Oberliga (8 – 14 aus beiden Oberligen)

Unterliga (Top 7 aus beiden ersten Klassen)

1. Klasse (Verbleibende Vereine aus beiden Klassen)

 

Das bedeutet, dass man aus 4 Ligen (Oberliga und 1. Klasse) drei machen will anstatt zu überlegen, ob man nicht den Verband für „Neueinsteiger“ attraktiver zu machen oder sich mit der DSG zusammensetzt, um da eine Lösung zu finden. Stattdessen will man die 1b Mannschaften (was gut ist) rauslösen – mit Ausnahme der Profivereine wie FAC 1b oder Vienna 1b (was wiederum gschissn ist) – und sie zu einem Bewerb ohne Sinn und Zweck zu machen.

 

Schon heute sind viele 1b Mannschaften „einfach da“, weil es den Vereinen vom Verband vorgeschrieben wird. Und die müssen sich „nach der Decke“ strecken. Finanziell und personell. Von der Platzkapazität ganz zu schweigen. Anstatt neue Spielstätten zu bauen lässt man Plätze wie KE vergammeln, weil die Stadt Wien der Ansicht ist, der (neue) Pächter muss sich um alles kümmern. Nein.

 

Stattdessen will man die 1b Mannschaften rauslösen und sie dazu verpflichten, in einer Liga ohne Sinn und Zweck weiterzuspielen. Ausser man ist Profiverein, dann darf die 1b selbstverständlich im Verband weiterspielen. Ein Unsinn erster Güte. Entweder ALLE oder keiner. Welches Signal sendet man an die Amateurvereine, indem man sie verpflichtet, eine 1b aufzustellen, diese aber ligatechnisch keinen Sinn und Zweck hat? Welche Spieler werden dort „herangezogen“? Ich wage zu behaupten, dass dieses Projekt innerhalb kürzester Zeit scheitert.

 

Für mich ist es aufgrund des Artikels nicht ersichtlich, worin die „Reform“ besteht.