Ein Nichtspielbericht…..
….oder auch wie der FAVAC gegen den SV Horn gewann und warum ich mir die Partie Red Star Penzing gegen den 1. Simmeringer SC ansah.
Gut, fangen wir von ganz vorne an. Im Vorlauf des Spieles gegen Horn wurde
uns seitens des Vereines ein Bus in Aussicht gestellt. Dies war mal so
vereinbart worden und wurde als gegeben angenommen. Nun war es aber so, dass
die eigentliche Organisation, also wer fährt mit, wann wird abgefahren und
wieviel kostet es nicht so richtig in die Gänge kommen wollte. Gut. Wir hatten
dann eine Abfahrtszeit und eine Personenanzahl, die sich zwischen 10 und 13
Menschen bewegte. Dann kam der Freitag, wo es in Wien schneite und der Bus
wurde seitens des Vereines wegen widriger Umstände abgesagt. Kurz und gut, was
machen wir? Eine Öffifahrt kommt zwar in Frage, leider hätten wir das Spiel
dann aber schon mindestens 15 Minuten früher verlassen müssen, weil in diesem
Saukaff im Waldviertel um 22 Uhr die Gehsteige hochgeklappt werden und sich
kein Bus- oder Bahnbediensteter mehr aus dem Haus traut.
Als ich mir dann schon Alternativen ausgesucht hatte – es wurde (und das
wird dann unten beschrieben) – die Partie zwischen Red Star Penzing und dem 1.
Simmeringer Sportclub – kam dann noch das Angebot, mittels Automobil ins Waldviertel
zu kutschieren. Für mich aber schon zu spät (nicht die Schuld des Fahrers um es
gleich zu sagen) um noch umzudisponieren.
Also fand das Spiel in Horn ohne mich statt. Der Favoritner AC von 1910
gewann gegen den SV Horn mit 2-1 und half damit indirekt auch den Jungs vom
SWB, die ebenfalls gewannen soweit ich das mitbekommen habe. Hintergrund ist,
dass der SWB um den Verbleib in der Zweiten Liga kämpft (die Lizenz dafür hat
er erhalten, nicht aber für die Erste Liga) und Horn als einer von zwei Vereinen
in der RLO die Lizenz für die Zweite Liga beantragt und bekommen hat. Das
Problem ist nur: Horn darf nicht Meister oder Vizemeister in der RLO werden,
sonst könnte es für den SWB noch enger werden. Mit dem Sieg des FAVAC ist dies
jetzt mal auf Eis gelegt und Horn Tabellensiebenter.
Das also war der Vorspann zu meinem heutigen Spielbesuch am Autoplatz. Ein
rotschwarzes Duell quasi, die Rotsterne aus dem Jahr 1903 gegen die Simmeringer
aus dem Jahr 1901. Ein wahrlich altes Farbenderby. Das Wetter war erwartet
naßkalt, dafür waren die Leute dort angenehm nett und meistens bekannt.
Eigenartig waren nur drei „Groundhopper“ von Göttingen 05, die sich irgendwie
verirrt hatten. Radlertrinker warens auch noch. Brrrr.
Okay, das Spiel. Es war eine der typischen Kampfpartien, diesmal auch auf
einem gar nicht so schlechten Rasenplatz – hab dort schon lange kein Spiel mehr
gesehen – mit eigentlich wenigen Höhepunkten. Einer davon waren die drei
Schiris in komischen kariert-gestreiften Trainingsleiberln in hellgrün-dunkelblau,
die zwei von ihnen verkehrtrum angezogen haben und die zweite war das
Vorhandensein einer kleinen Fangruppe von jungen Supportern seitens von Red
Star.
Die älteren Fans unter uns erinnern sich noch an die Anfangs- 2000er Jahre,
wo eine Fangruppe namens „Guardia Rossa“ bei Red Star war, inklusive deren
legendären Rauswurf nachdem sie den Präsidenten eines Vereines in Kagran etwas
nachdrücklicher aufgefordert hatten, den Red-Star-Platz zu verlassen. Und jetzt
gibt es wieder eine Gruppe. Transparent, Doppelhalter, Fahnen, Trommel. Das mit
den Stimmen wird noch, jeder hat mal klein angefangen. Gehört haben wir sie
zwar nicht unbedingt (auch nicht drauf geachtet weil wir geplaudert haben), das
könnte aber auch an der bescheidenen Akustik des Rasenplatzes liegen. Weiß ich
nicht, weil ich mich dort noch nicht stimmlich ausprobiert habe. Und so
plätscherte das Spiel dahin, beide Teams bemüht aber nicht erfolgreich im
Abschluss sodass der Anfangstand nicht nur der Pausen- sondern auch der
Endstand war. Schlußendlich begaben wir uns in die Kantine, wo wir bei ein paar
Mohrenbräu den Tag ausklingen ließen. Also doch ein bisserl Vorarlbergsupport
von mir. Prost!

